Richtlinienreihe VDI/VDE/VDMA 2632 Grundlagen und Begriffe der industriellen Bildverarbeitung werden aktualisiert

Redakteur: Marie Lücke

Damit Anbieter und Nutzer von Bildverarbeitungssystemen Projekte gemeinsam erfolgreich abwickeln können, sind eindeutige Begriffe und verständliche Erläuterungen notwendig. Die Neufassung einer Richtlinie soll diese bereitstellen.

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„Eindeutige Begriffe und eine verständliche Erläuterung sind die wesentlichen Grundlagen für den Projekterfolg“, sagt Dr.-Ing. Heiko Frohn, Geschäftsführer Technik, Vitronic und Mitglied im Vorstand der VDMA Fachabteilung Machine Vision.
„Eindeutige Begriffe und eine verständliche Erläuterung sind die wesentlichen Grundlagen für den Projekterfolg“, sagt Dr.-Ing. Heiko Frohn, Geschäftsführer Technik, Vitronic und Mitglied im Vorstand der VDMA Fachabteilung Machine Vision.
(Bild: Vitronic)

Die industrielle Bildverarbeitung spielt in vielen Wirtschaftszweigen eine große Rolle im Fertigungstakt bei Mess-, Prüf- und Positionieraufgaben. Die Richtlinienreihe VDI/VDE/VDMA 2632 hat das Ziel, Anwender und Lösungsanbieter hierbei in der erfolgreichen Umsetzung der Projekte zu unterstützen. Wie VDMA jetzt mitteilte, ist eine Neufassung von Blatt 1 nun als Entwurf veröffentlicht.

Überarbeitete Begriffswelt

Das Ziel der Überarbeitung des Blatt 1 war, die Fachterminologie klarer und verständlicher darzustellen: Begriffsdefinitionen wurden präzisiert, eventuelle Unklarheiten aufgelöst. So wurde die Begriffswelt rund um das Zusammenspiel von Beleuchtung, Szene und Kamerasystem überarbeitet und anschaulich visualisiert. Komplett neu ist der Abschnitt „Bildauswertung“. Bislang wurden zum Beispiel die Begriffe „Referenzmuster“, „Grenzmuster“ und „Idealmuster“ eher intuitiv verwendet – ein Risiko für Missverständnisse. Hier wurde nun Klarheit geschaffen.

Einen leistungsfähigen Klassifikator zu entwickeln und ihn zielführend zu konfigurieren, ist eine Kernkompetenz der Bildverarbeitung. Die Leistungsfähigkeit eines Klassifikators in der Praxis zu erfassen und durch Kennzahlen zu beschreiben, eine andere. Nutzer, die nicht täglich mit Klassifikations- und Fehlklassifikationsraten, Pseudo-Fehlerraten und Zuweisungsraten arbeiten, können die neue Ausgabe von VDI/VDE/VDMA 2632 Blatt 1 als Hilfe zum Nachschlagen verwenden, denn hier werden die gebräuchlichen Begriffe zur Bewertung einer Klassifikationsleistung zusammengefasst.

Die Terminologiesammlung von VDI/VDE/VDMA 2632 Blatt 1 soll helfen, Missverständnisse und damit Verzögerungen und Kosten bei der Umsetzung von Bildverarbeitungssystemen zu vermeiden. Da bereits der Richtlinienentwurf zweisprachig (deutsch/englisch) veröffentlicht wurde, gilt dies auch für Projekte mit internationalen Partnern.

Die Fachwelt ist nun aufgerufen, den Entwurf zu prüfen. Verbesserungsvorschläge können bis zum 31. Dezember.2021 per Einspruch über www.vdi.de/2632-1 eingereicht werden, damit die finale Richtlinie für die nächsten Jahre wieder anerkannter Stand der Technik wird.

Über die Richtlinienreihe VDI/VDE/VDMA 2632

Die Richtlinienreihe VDI/VDE/VDMA 2632 „Industrielle Bildverarbeitung“ gibt Anbietern und Nutzern von Bildverarbeitungssystemen wichtige Hilfestellungen bei der erfolgreichen gemeinsamen Projektabwicklung. VDI/VDE/VDMA Blatt 2 hat sich vielfach bei der Erstellung von Lasten- und Pflichtenheften bewährt. Blatt 3 gibt wichtige Tipps für die Abnahme von Bildverarbeitungssystemen und Blatt 3.1 stellt Methoden zur Prüfung der Klassifikationsleistung bei entsprechenden Systemen vor. Basis dieser Richtlinien ist die Terminologie, die in Blatt 1 definiert und allgemeinverständlich erläutert wird.

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