Deutscher Zukunftspreis Im Elefantenrüssel von Festo liegt die Zukunft

Redakteur: Sariana Kunze

Mit dem Bionische Handling-Assistent wurden Festo und Fraunhofer IPA für den Deutschen Zukunftspreis 2010 nominiert. Der Hightech-Helfer wurde nach dem Vorbild eines Elefantenrüssels konstruiert.

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Dr. Peter Post ist Leiter Research and programme Strategy bei Festo und Projektsprecher des Entwicklungsteams Bilder: Festo
Dr. Peter Post ist Leiter Research and programme Strategy bei Festo und Projektsprecher des Entwicklungsteams Bilder: Festo
( Archiv: Vogel Business Media )

Staatssekretär Dr. Lothar Hagenbölling stellte am 21. September 2010 Dr. Peter Post, Markus Fischer und Andrzej Grzesiak mit diesem Projekt als eines der drei nominierten Teams der Endrunde zum Deutschen Zukunftspreis 2010 der Öffentlichkeit vor. Mit diesem Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation werden seit 1997 jährlich Forscher und Entwickler ausgezeichnet, deren Erfindung für einen Fortschritt stehen, der den Menschen dient, das Leben verbessert und Arbeitsplätze schafft.

Dr. Peter Post, Leiter der Forschung bei Festo und Projektsprecher des Entwicklungsteams, beschreibt den Bionischen Handlings-Assistenten als „ein gegenüber marktgängigen Roboter völlig neue Assistenzsystem, das es Menschen und Maschinen erstmals ermöglicht, gefahrlos und effizient in einem Team zusammen zu arbeiten. Denn im Falle einer Kollision kommt die natürliche Nachgiebigkeit zum Tragen: zum einen, weil der Assistent aus leichtgewichtigem Kunststoff und nicht aus schwerem Stahl oder Aluminium besteht. Zum anderen, weil er über Druckluft betrieben und von einer intelligenten Steuerung geregelt wird.“

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Die Innovation liegt in der einzigartigen Mensch-Maschine-Kooperation und der Nachgiebigkeit des Systems. Damit kann der Assistent in sehr vielen Bereichen eingesetzt werden uns so Menschen in Situationen zur Hand gehen, in der Unterstützung notwendig ist. Denkbar sind daher Anwendungsgebiete im Bereich der Industrie, in der Landwirtschaft, im häuslichen Umfeld oder gar in der Pflege.

„Bei diesem Projekt war der Elefantenrüssel das Vorbild. Dieser hat über 40.000 einzelne Muskelfasern und kann sich in jede Richtung frei bewegen. Das hat uns fasziniert und zu einem Handhabungssystem inspiriert, das viel weiter geht als das, was bisher in der Industrieautomatisierung vorhanden war“, erklärt Markus Fischer, Leiter Corporate Design bei Festo. Er etablierte 2006 das Bionic Learning Network, in dem Unternehmen und Hochschulen gemeinsam technische Konzepte nach dem Vorbild der Natur realisieren.

Als Projektleiter des Assistenten holte sich Festo Rat beim Fraunhofer-Institut für Automatisierung und Produktionstechnik IPA in Stuttgart. Andrzej Grzesiak vom Fraunhofer-Instituts brachte zum Assistenten zwei Lösungen ein: „Die Forschung und Entwicklung, einen Faltenbalg als Antrieb zu nutzen und die Technologie der Generativen Fertigung ist der Anteil des Fraunhofer IPA.“ Das Produkt-Design seitens Festo sowie das Design for Additive Manufacturing des IPA wurden dabei gemeinsam in den Bionischen Handling-Assistenten überführt.

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