Förderrollen Im Gleichlauf herrscht fast Ruhe

Redakteur: Karin Pfeiffer

Der Geräuschpegel von Rollenförderern lässt sich kaum ganz vermeiden, schon gar nicht in großen Installationen und bei schnellem Fördertempo. Aber er lässt sich minimieren. Wie, das macht Rulmeca mit seinen Förderrollen und Antriebstrommeln BL3 vor.

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Förderanlagenbauern kommt es auf den Geradeauslauf mit minimaler Unwucht an.
Förderanlagenbauern kommt es auf den Geradeauslauf mit minimaler Unwucht an.
(Bild: Rulmeca)

Nach der erfolgreichen Einführung seiner Antriebstrommeln und Förderrollen in Deutschland hatte es auch der Spezialist für Antriebsrollen und Förderrollen Rulmeca im vergangenen Jahr erstmal nicht einfach. Es gab einen harten Lockdown für Almé nahe Bergamo, von wo aus das global agierende Unternehmen ganz Europa versorgt. Wir alle kennen die Bilder. Infolge war es natürlich für die Kunden in Deutschland erforderlich, alternative Lieferanten zu nutzen, solange Rulmeca nicht liefern konnte. Eine bittere Pille für den Vertrieb in Deutschland in dieser Zeit.

Aktuell keine Lieferengpässe

Erfreulicherweise nicht auf Dauer. Rulmeca konnte bereits nahezu alle Kunden wieder gewinnen. Die Nachfrage nach Lockdown ist nun wieder so groß, dass das Werk die Bearbeitung aktueller Neuaufträge erst für 6 bis 8 Wochen avisieren kann. „Glücklicherweise haben wir aber im Vergleich zu unserem Mitbewerb keine Lieferengpässe, was die Elektronikkomponenten betrifft, so dass wir alle aktuellen und kommenden Auftragseingänge abarbeiten können“, erklärt Andreas Flies, Vertriebsleiter Unit Handling.

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Rulmeca führt dies auf die Qualitätsmerkmale der Antriebsrollen und Rollen zurück. So kommt mit den 24-VDC-Motorrollen der Drive Roller BL3-Serie eine neue Technologie zum Einsatz, die Motorrollen sind patentiert. Ein kennzeichnendes Merkmal: Die Motorrollen sind mit einem bürstenlosen Motor, der dazugehörigen Kommutierungselektronik und dem platzsparend integriertem Planetengetriebe aus Stahl ausgestattet. Es ist also kein Kunststoffgetriebe verbaut, was die Antriebrollen stabiler und leistungsfähiger macht. Ein solches Elektronik-Motor-Getriebepaket treibt in der Regel einen Rollenverband mit 6 bis 20 Rollen an – kraftschlüssig über Rund- oder Poly-V-Riemen sowie formschlüssig über Zahnriemen oder Ketten. Hier greift auch das patentierte Kraftübertragungssystem, das die Motorkraft über eine starre Achse ohne Traktionsverlust an das Tragrohr und den jeweiligen Antriebskopf abgibt. Mit diesen Verbesserungen ist einiges aus der langjährigen Erfahrung des täglichen Praxiseinsatzes in diese dritte Generation der Motorrollen eingeflossen.

Sekundärantrieb lässt sich sparen

Zudem wurde auch die Verschleißfestigkeit optimiert und der verfügbare Geschwindigkeitsbereich erweitert. Die Familie eignet sich jetzt für Förderbandgeschwindigkeiten von 0,16 bis 1,25 m/s, was das Anwendungsfeld deutlich erweitert. Neben dieser Performance-Bandbreite schätzen die Anwender Rulmeca zufolge insbesondere die systemimmanenten Merkmale des in der Rolle platzsparend integrierten Motors. Als All-in-One-Komponente werden keine zusätzlichen Konstruktionselemente benötigt. Ein Sekundärantrieb und eine passive Rolle kann man sich folglich sparen. Die BL3-Antriebrollen bieten zudem laut Hersteller einen hohen Wirkungsgrad und ein Drehmoment von bis zu 6,3 Nm.

Auch soll der Betrieb besonders leise sein. Einiges an Geld und Know-how hat Rulmeca in die Qualität der Lager und den Geradeauslauf mit minimaler Unwucht seiner Antriebsrollen und Rollen investiert. „Wer Komponenten für Rollenbahnen fertigt, muss sich vor allem mit dem Thema Geräuschreduktion befassen. Gleichzeitig will der Markt aber kaum Geld in eine Förderrolle investieren. Hier die perfekte Balance zu finden ist eine der größten Herausforderungen bei Rollenförderern und wir haben hier eine der besten Lösungen geschaffen, die der Markt zu bieten hat und das nimmt der Markt sehr gerne an“, erklärt Flies.

Kombiniert werden die Antriebsrollen der BL3-Serie gerne mit den Förderrollen-Serien 135 und KRO, für die Rulmeca Anfang 2021 auch eine neue Variante mit kleinerem Poly-V Antriebskopf mit 40 mm Durchmesser vorgestellt hat. Sie erweitern die bislang nur in 50 mm Durchmesser verfügbaren Förderrollen-Serien 135 und KRO um Varianten mit 20 Prozent kleineren Durchmesser. Infolge können noch kleinere Güter über aktiv angetriebene Rollenbahnen gefördert werden, da sich der minimale Abstand zwischen den Rollen entsprechend reduzieren lässt. Montiert man alle 50 mm eine Rolle und nimmt 3 Rollen pro Stückgut als Minimalanforderung an, lassen sich Produkte ab einer Größe von 150 mm mit diesen neuen Rollen fördern. Bei 50er-Rollen war die Mindestgröße 170 mm. Theoretisch sind bei noch kleineren Produkten noch kleinere Montageabstände bis zu 42mm möglich, allerdings hat Rulmeca die passenden Poly-V-Riemen derzeit nicht lagerhaltig und die Montage wird bei zunehmend geringen Abständen zunehmend herausfordernd.

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Ein Alleinstellungsmerkmal der Rollen liegt Rulmeca zufolge in der Auslegung des Antriebkopfes für ISO 9981 DIN 7867 konforme Poly-V Riemen: Die Verbindung mit dem Rollenrohr erfolgt ohne zusätzliche Kupplungen. Hierfür wird das Rohrende gestaucht und kaltgepresst, sodass eine formschlüssige Verbindung ohne nennenswerte Toleranzen zwischen dem Rollenrohr mit 40 oder 50 mm Durchmesser und der Kunststoffbuchse des Transmissionssystems entsteht. Der Aufbau bisheriger Konstruktionen war aufwendiger und dadurch teurer, so Rulmeca. Dieser spezielle Aufbau bringt demnach verschiedene Eigenschaften in Einklang: eine robuste, präzise und ruhig laufende Auslegung bei schlankerem, kosteneffizientem Aufbau ohne zusätzliche Zwischenkomponenten.

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