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Energiemanagement-Software Industrial Energy Software Congress 2016: Energie managen bringt Effizienz

| Autor / Redakteur: Karin Pfeiffer / Karin Pfeiffer

Auf dem Industrial Energy Software Congress in Würzburg waren sich Aussteller, Referenten und Teilnehmer einig: Gute Konzepte sind gefragt, dann stecken im Energiemanagement die Effizienzhebel von Morgen.

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Moderator Bernd Weinig, elektrotechnik Publisher bei Vogel Business Media, verknüpfte bei der Podiumsdiskussion die vielfältigen fachlichen Ansätze der Experten. Von links nach rechts im Bild: Dr. Stephan Theis (Econ Solutions), Matthias Voigtmann (Energy Consulting Allgäu), Thomas Winter (Köhl Maschinenbau), Achim Zerbst (Wago Kontakttechnik) und Maximilian Heindl (Gildemeister).
Moderator Bernd Weinig, elektrotechnik Publisher bei Vogel Business Media, verknüpfte bei der Podiumsdiskussion die vielfältigen fachlichen Ansätze der Experten. Von links nach rechts im Bild: Dr. Stephan Theis (Econ Solutions), Matthias Voigtmann (Energy Consulting Allgäu), Thomas Winter (Köhl Maschinenbau), Achim Zerbst (Wago Kontakttechnik) und Maximilian Heindl (Gildemeister).
(Bild: Karin Pfeiffer)

Noch vor wenigen Jahren siedelte das Thema in einer Branchennische, heute denken einige Experten bei Energiemanagement sogar „an einen Goldrausch“ mit Hilfe der vielen in den Prozessen gemessenen und gesammelten Energiedaten. Und genau um die ging es beim „Industrial Energy Software Congress 2016“ von elektrotechnik im VCC Würzburg, auf dem sich namhafte Referenten und Fach-Aussteller mit konkreten Software-Lösungen und Ansätzen für den Betriebsalltag beschäftigten.

„Es gibt viele Einsparpotenziale, die gehoben werden können“, eröffnete Bernd Weinig, elektrotechnik Publisher bei Vogel Business Media den Fachkongress, zu dessen Publikum Energiemanager ebenso wie Produktionsleiter, Prozessplaner, Servicetechniker, Umweltbeauftragte oder IT-Leiter zählten. „Wir wollen Nutzwert stiften, wenn es hier um Themen wie günstige Einstiege ins Energiemanagement, die Auswahl der richtigen Software oder auch ums Lastmanagement geht.“ Als Moderator rückte Weinig für die Lösungen den Menschen in den Fokus.

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Impressionen Industrial Energy Software Congress 2016
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Wie wichtig diese Perspektive für das Thema Energie ist, hob auch Ulrich Schmack hervor, der mit einem Blick auf Millionen Klimaflüchtlinge seinen Vortrag „Strom, Wärme und Mobilität intelligent vernetzen“ startete. Der Geschäftsführer von Digital Energy Solutions, einem Joint-Venture von BMW und Viessmann, setzte sich mit dem Strukturwandel der Energiewende auseinander. „Wir haben eine Umkehr unseres Energiesystems von einem verbrauchsgesteuerten Erzeugungssystem in ein erzeugungsgesteuertes Verbrauchssystem.“ Zudem ließen sich die verschiedenen Sektoren Strom, Wärme und Mobilität koppeln. Auch das sorge für Komplexität. „Der Strukturwandel erfordert eine hohe Energieflexibilität und stellt Unternehmen vor wirklich große Herausforderungen“, erklärte Ulrich Schmack den Kongressteilnehmern deutlich. „Bisher ist der Strom für sie aus der Steckdose gekommen. Künftig müssen sie sich Gedanken machen, woher sie ihn nehmen. Es ist also klar, dass sich selbst kleinere Betriebe um ihr Energiemanagement kümmern müssen.“

50001 zielt auf Effizienz, nicht auf Einsparung

Ähnlich ungeschminkt packte Matthias Voigtmann von Energy Consulting Allgäu die ISO-Norm 500001 an: „Die 50001 will gar nicht die Energieeinsparung, das steht gar nicht in der Norm.“ Was auf den ersten Satz provokant klingt, hält der Allgäuer für eine große Chance, denn in ihr ginge es vor allem um Effizienz. „In Deutschland wird die Energieoptimierung rein als Steuerersparnis genutzt. Doch Fortgeschrittene nutzen die ISO 50001 zu dem, was sie dient - für Effizienz. Auch Energieeffizienz, aber vor allem Materialeffizienz“, so der Allgäuer Geschäftsführer. Und was von der Energieeffizienz zur Materialeffizienz führe, das sei eben die ISO 50001. Hier ist nach Ansicht von Voigtmann das große Potenzial zu heben. An die Amortisation einer Investition zu denken, habe ausgedient. Deutlich mehr stecke in den Prozessen und ihren Daten – und die lägen ohnehin meist schon vor. „Wir schaffen sinnvolle Messräume. Es geht ums Analysieren statt Messen. Das ist ein bisschen wie eine Buchstabensuppe, wir ordnen die Daten und was nicht an Wert vorliegt, lässt sich aus ihnen errechnen,“ erläutert der Berater, dessen Kunden weltweit von seiner Energiemanagement-Kompetenz profitieren, darunter auch Regierungen wie die von Kenia.

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