Umsatz-Umschwung Jumo trotzt der Corona-Krise

Mit einem Minus von 6,1 Prozent sank der Umsatz der Jumo-Gruppe im vergangenen Jahr zwar auf 238 Mio. Euro. Doch ein in Deutschland überaus starker Auftragseingang von 36 Prozent lässt jetzt für 2021 sogar im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr ein deutliches Umsatzplus von sieben Prozent erwarten.

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Die Jumo-Geschäftsführung blickt zuversichtlich in die Zukunft. Von links: Bernhard Juchheim (Geschäftsführer und Gesellschafter), Dimitrios Charisiadis (Geschäftsführer), Michael Juchheim (Geschäftsführer und Gesellschafter).
Die Jumo-Geschäftsführung blickt zuversichtlich in die Zukunft. Von links: Bernhard Juchheim (Geschäftsführer und Gesellschafter), Dimitrios Charisiadis (Geschäftsführer), Michael Juchheim (Geschäftsführer und Gesellschafter).
(Bild: Jumo Group)

Auf einer virtuellen Pressekonferenz zeigte Dimitrios Charisiadis, Geschäftsführer der Jumo Mess- und Regeltechnik AG in Fulda zuerst auf, mit welchen Mitteln Jumo die Pandemie bekämpfte, um weiterzuproduzieren. Jumo hatte keinen einzigen Todesfall zu verzeichnen gehabt, wohl aber einige schwere Krankheitsfälle. Die Lieferfähigkeit von Jumo sei zu jeder Zeit gegeben gewesen. 86.000 OP-Masken, 6000 FFP2-Masken, 12.000 Handschuhe und 500 Liter Desinfektionsmittel für die Hände und 700 Liter für die Flächen wurden ausgegeben. Sein Resümee: „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen. Wir haben keine Lieferengpässe gehabt und konnten immer liefern.“

Umsatz steigt deutlich

Die Rückgänge in manchen Branchen konnte das Unternehmen teilweise ausgleichen durch höhere Bedarfe der systemrelevanten Branchen, die auch von Jumo beliefert werden. „Wir sind total glücklich über einen Auftragseingang, der in Deutschland um 36 Prozent über dem Vorjahr liegt, und auch 21 Prozent über dem Jahr 2019. Ein super Ergebnis.“ Charisiadis rechnet deshalb mit einem zum Vorjahr 17 Prozent höheren Umsatz und auch im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 sei dieser 7 Prozent höher. „Wir sehen einen hohen Nachholbedarf in den Branchen“, so der Jumo-Geschäftsführer.

Materialknappheit könnte zum Problem werden

„Doch immer mehr sind wir damit konfrontiert, dass wir keine Materialien bekommen. Und wir sind mit extremen Kostensteigerungen konfrontiert“, so Charisiadis. Der Steigerungsfaktor bei den Chips und Elektronikbauteilen liege teilweise bei 15 bis 20. Lieferzeiten von normalen passiven Bauelementen, die vorher im Bereich drei bis sechs Wochen lagen, haben sich auf 120 Wochen verlängert. Hier glaubt Charisiadis nicht, dass Jumo so etwas abpuffern kann: „Das heißt, wir können irgendwann in die Situation kommen, in der Marktbegleiter heute schon sind, und Lieferstopps vornehmen.“ Auch eine neue Corona-Welle könne dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung machen. Laut Charisiadis heißt es deshalb: „Fahrt auf Sicht beim oparatives Tagesgeschäft.“

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Weiteres Wachstum ist geplant

„2021 war ein Jahr der Einschränkungen und auch in diesem Jahr haben wir in Bezug auf die Corona-Pandemie das Ende des Tunnels noch nicht erreicht“, fasst Geschäftsführer und Gesellschafter Bernhard Juchheim die Situation zusammen. Für die Zukunft setzt Jumo auf klare strategische Ziele, die Geschäftsführer Michael Juchheim erläuterte: „Zum einen werden wir auf Basis eines ganz klaren Branchenfokus unser Portfolio mit neuen Messgrößen ergänzen und abrunden. Zum anderen wollen wir als Lösungsanbieter für die Automationsbranche die Digitalisierung unserer Kunden vorantreiben. Die dritte Wachstumssäule ist der Ausbau der Service- und Schulungsangebote für unsere Kunden.“

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Redakteur, MM MaschinenMarkt