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Wünsche kanalisiert formulieren
Wenn es um die Standards von Schnittstellen geht, dann sieht auch Dr. Wolfgang Schlögl, Siemens, den Anwender in der Verantwortung und Pflicht. Dieser müsse die Anforderungen stellen: „Standardisierung funktioniert nur dann, wenn sich eine starke Anwender-Community bildet, die ihre gemeinsamen Wünsche formuliert und dann standardisiert. Wir können nicht von Seiten der Automatisierer einfach Standards erfinden. Wenn der Anwender einen Standard wünscht, nur um einen zu haben, ist das nicht zielführend. Am Ende zählt die Antwort auf die Frage: Wird sich das durchsetzen?“ Für Wolfgang Schlögl ist es deshalb unabdingbar, die Wünsche kanalisiert zu formulieren und zu beschließen, zum Beispiel über Anwendervereinigungen wie dem AutomationML e.V. So arbeite Siemens derzeit,zusammen mit AutomationML e.V., an einer Schnittstelle zwischen Elektrotechnik und Automatisierung.
Es wir keinen größeren Sprung mehr geben
Wenn Dr. Hans Egermeier von B&R Bilanz im Engineering zieht, dann steht für ihn fest, dass die einzelnen Programme an sich alle gut entwickelt sind. Der Konstrukteur hat genaue Vorstellungen von seinem Tool, ebenso weiß der Elektrokonstrukteur, wie sein Programm ausschauen muss : „Da sind wir auf hohem Niveau, da wird es keinen größeren Sprung mehr geben.“ Für ihn zählt künftig deshalb etwas Anderes. „Weil in der Fabrik ab Sensorebene alles vernetzt ist, benötigen wir auch ein vernetztes Engineering, ebenso wie vernetzt denkende Anwender, die mit der Komplexität der Vernetzung auch umgehen können.“ Hochgerechnet darauf, wieviel Daten bei der Entwicklung einer Maschine insgesamt anfallen, könne es nicht Ziel sein, mit einem Tool, mit einem Format alles abzudecken. „Da kommt ein Datenmonster raus, das nur schwer zu handhaben ist.“ Für Dr. Egermeier ist es deshalb Herausforderung, Formate und Zugänge zu schaffen, „ … die es einem Normalsterblichen ermöglichen, mit dieser Systemkomplexität umzugehen.“ Noch tun sich viele Maschinenbauer mit solchen Vorstellungen schwer, befürchten sie doch, dass Informationen anfallen, die im Unternehmen nicht vorliegen. Um vernetzt arbeiten zu können, ist es erforderlich, eine Gesamtsicht auf die Maschinen zu schaffen. Egermeier: „Ich denke, AutomationML hat dieses Potenzial auf Datenebene.“ Auch der Ansatz, bereits existierende Formate durchgängig auf Datenebene zu verbinden, könnte so Egermeier, „ … der Schlüssel sein.“
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