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Würzburger Runde „Engineering“ Katalysator Industrie 4.0

| Redakteur: Reinhard Kluger

Engineering im Spannungsfeld zwischen Standard und Proprietär: Lässt sich der Dschungel lichten? Hemmt die Vielfalt an Schnittstellen die Durchgängigkeit beim Engineering? Und: Wie ist der Spagat zu schaffen? Die Würzburger Runde hat diskutiert.

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Dr. Hans Egermeier (li), B&R, und Robert Wilmes, Phoenix Contact.
Dr. Hans Egermeier (li), B&R, und Robert Wilmes, Phoenix Contact.
(Bild: Untch)

Ein bekanntes Problem, vielfältige Lösungsansätze und dennoch keine zufriedene Bilanz für den Weg in die Zukunft: Engineering ist nicht erst seit kurzem Dreh- und Angelpunkt, wenn es um das Thema Produktivitätsfortschritt in der Konstruktion von Maschinen geht. Wer spürbare Effizienz sucht, der schaut meist zuerst auf den Ablauf beim Engineering, setzt hier den Hebel an. So sollten Mehrfacheingaben von Daten passe sein, sollten als menschliche Fehlerquelle ausgeschlossen werden. Rückblickend betrachtet wurde Software durchgängiger, zahlreiche Hürden wurden abgebaut.

Der Maschinenbauer muss mitspielen

„Bei den Arbeitsabläufen von Maschinenbauern, speziell bei denen mit kleiner Engineering-Mannschaft, hat sich in den letzten Jahren viel verändert, sie sind wesentlich Software-affiner geworden“, blickt Norbert Sasse, Bosch Rexroth, zurück. Und er weiß auch: „Wir als Hersteller konzentrierten uns in den letzten Jahren auf einen möglichst breiten Funktionsumfang der Engineering-Tools. Hierzu hat jedes Unternehmen seine eigene Architektur entworfen und seine eigene Technologie vorangetrieben. Heute geht es gezielt um die Optimierung der Workflows bei den Anwendern durch eine funktionale Integration sämtlicher Tools mittels offener Schnittstellen.“ Aber was immer heute und künftig machbar ist, einer muss dabei immer mitspielen, nämlich der Maschinenbauer. Dieser ist aufgefordert, seine Ideen ins Engineering einzubringen, er muss die Automatisierung mitprägen. „Da fehlt noch oft“, bilanziert Norbert Sasse seine praktischen Erfahrungen, „die allgemeine Bereitschaft.“ Er ist sich aber sicher: „Industrie 4.0 wird hier sicherlich als Katalysator wirken, sich auf Standards für die Schnittstellen zu einigen und diese auch gemeinsam mit uns weiterzuentwickeln.“

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Es fehlen die flexiblen Schnittstellen

Zum Entwickeln und Planen von Maschinen und Anlagen ist immer mehr Software erforderlich. Dabei gilt es, diese auch effizient zu erstellen. „Da hat sich in all den Jahren im Engineering-Prozess schon einiges getan“, sagt Dr. Josef Papenfort von Beckhoff. Aber bei aller Harmonisierung der eigenen Software, es bleiben die Schnittstellen zu externen Programmen, wie zum Beispiel zu ECAD-Systemen. „Da fehlen momentan die flexiblen Schnittstellen. Hier können wir nicht für jedes ECAD-System spezielle Schnittstellen implementieren. Hier möchten wir einen Standard haben, an dem wir uns orientieren können.“ Und weil für Maschinenbauer die Kosten fürs Engineering sehr hoch sind, sagt Papenfort, „wollen wir ihnen mit entsprechenden Tools helfen, diese zu senken“.

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