Steuerung

„Wir automatisieren die Automatisierung“

< zurück

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Welche Vorteile bietet der Einsatz solcher Tools bei der Programmierung von SPS?

Tobias Frank: Chat-GPT stellt einen Durchbruch bei der Nutzung von KI zur Bewältigung alltäglicher Aufgaben dar. Das wird auch vor der Automation nicht halt machen. Die Vorteile liegen aus Sicht von Phoenix Contact vor allem in der schnelleren Umsetzung von Automatisierungsprojekten. Routineaufgaben können durch eine KI ersetzt werden. Bei komplexen Fragestellungen kann die KI Lösungsvorschläge generieren. Mögliche Fehlerstellen im Code lassen sich schon vorab identifizieren und beseitigen. Darüber hinaus kann Testcode für die Automatisierungslösung automatisiert erstellt werden. Die Möglichkeiten für den Einsatz sind groß.

Die Grenzen werden anfänglich insbesondere durch die rechtlichen Rahmenbedingungen und den Schutz von Know-how definiert. Hier muss der Kunde transparent wissen, was mit den eigenen Daten passiert, und die Verwendung entsprechend einschränken können.

Hans Michael Krause: Bei Bosch Rexroth erkennen wir das Potenzial generativer KI in der Code-Erstellung: gesteigerte Geschwindigkeit, höhere Qualität und Konsistenz. KI-Tools ermöglichen eine fortlaufende Code-Optimierung, was die Maschinenperformance steigert. Zudem fördert die KI-Integration intuitive Benutzeroberflächen und eine nahtlose Systemintegration, was Effizienz und Benutzerfreundlichkeit erhöht.

Die automatische Erstellung von SPS-Applikationen durch KI bietet viele Vorteile, birgt aber auch Risiken. Ein unkritisches Vertrauen in die KI kann zu unerwarteten Maschinenverhalten und potenziellen Sicherheitsrisiken führen. Die Undurchsichtigkeit automatisch generierter Applikationen kann die Fehlerbehebung erschweren und zu längeren Ausfallzeiten führen.

Silke Bucher: Ein großer Faktor ist zweifellos die Geschwindigkeit. Mit KI-Unterstützung lassen sich Codes wesentlich schneller generieren und überprüfen. Darüber hinaus werden Flüchtigkeitsfehler beim Codieren wie Komma- oder Rechtschreibfehler vermieden. Das erspart Systemintegratoren dann schon mal die mühsame und zeitaufwendige Suche nach Fehlern. Indem sie derart entlastet werden, können sie sich anderen Aufgaben widmen. Und das ist gerade in Zeiten des Fachkräftemangels kein zu unterschätzender Vorteil.

Jannis Doppmeier: Für Automatisierer haben Large Language Models (LLMs) das Potenzial, den Entwicklungsprozess zu revolutionieren, indem sie Code automatisch erzeugen und vervollständigen. Konkret bedeutet dies: Twincat Chat wurde entwickelt, um Anwendern gegenüber der herkömmlichen Nutzung z. B. von Chat-GPT im Webbrowser einen klaren Vorteil zu bieten. Der entscheidende Mehrwert liegt in seiner tiefen Integration, insbesondere im Hinblick auf spezialisierte Anforderungen der Automatisierungsbranche.

Franz Menzl: Der Einsatz solcher KI-Tools, wie Chat-GPT und Co., bietet unzählige Vorteile. Zum einen lässt sich mit KI Zeit sparen, indem SPS-Programme schneller generiert und getestet werden können. Folglich kann die Entwicklungszeit stark verkürzt werden.

Eines der wesentlichen Werteversprechen von KI ist die Skalierung auf mehrere Maschinen oder sogar Fabriken. KI-Tools ermöglichen solch eine effizientere Skalierung der Programmierung, was besonders nützlich ist, wenn viele SPS-Systeme in einer Fabrikumgebung eingesetzt werden. Ein weiterer Vorteil ist die Wartung und Fehlerdiagnose. Eine KI erkennt frühzeitig aufkommende Probleme und liefert potenzielle Lösungsansätze. In Zeiten des Fachkräftemangels bringt dies eine enorme Entlastung für die einzelnen Mitarbeitenden mit sich.

(ID:49753409)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung