Welche Auswirkungen wird dieser Trend auf die Fabrikautomatisierung haben?
Tobias Frank: KIs werden in der Fabrikautomatisierung Veränderungen in verschiedenen Bereichen mit sich bringen. Die Generierung von Code ist dabei nur eine Facette. Heute wird künstliche Intelligenz bereits in Kundenanwendungen eingesetzt. PLC-Next Control bietet mit dem Modul AXC F XT ML 1000 dazu sogar eine spezielle Hardware-Erweiterung zur lokalen Ausführung von KI-Algorithmen direkt an der Maschine an. Im Bereich der Anlagenprogrammierung werden sich komplexe Aufgaben schneller und mit weniger Know-how umsetzen lassen. Dies umfasst die Erzeugung und Strukturierung von Code ebenso wie die Konfiguration des Gesamtsystems. Auch bei der Fehleranalyse sowie automatischen Erstellung von Tests kann die KI unterstützen. Die Voraussetzung für die breite Nutzung liegt jedoch darin, dass Fragen rund um die IT-Sicherheit und den Know-how-Schutz hinreichend geklärt sind.
Hans Michael Krause: Die KI-gesteuerte SPS-Code Generierung stellt eine bahnbrechende Innovation im Maschinenbau dar. Sie ermöglicht kürzere Entwicklungs- und Inbetriebnahmezeiten, was in der heutigen, schnelllebigen Produktionswelt von unschätzbarem Wert ist. Durch die Automatisierung dieses Prozesses können Fertigungslinien flexibler gestaltet werden, was eine rasche Anpassung an veränderte Produktionsanforderungen ermöglicht. Dies führt nicht nur zu einer Steigerung der Maschinenleistung, sondern auch zu einer signifikanten Erhöhung der Produktqualität.
Bei Bosch Rexroth sind wir fest davon überzeugt, dass die Vorteile dieser Technologie die potenziellen Nachteile bei weitem überwiegen. Wir sehen eine Zukunft, in der KI eine zentrale Rolle in der Fabriklandschaft spielt und Unternehmen dabei unterstützt, effizienter und wettbewerbsfähiger zu werden.
Silke Bucher: Die Automatisierung von SPS-Programmieraufgaben wird Zeitaufwand und Komplexität reduzieren. Wenn die KI tatkräftig mitarbeitet, können neue Steuerungen und Anlagen natürlich deutlich schneller in Betrieb genommen werden. Auch kleinere Anpassungen oder Modifikationen sind schneller und weniger fehleranfällig gemacht. Vielleicht können bestimmte, leichte Programmieraufgaben sogar direkt vom Personal vor Ort übernommen werden.
Buchtipp
Das Fachbuch „Künstliche Intelligenz“ bietet eine fundierte Einführung in die Grundlagen der Künstlichen Intelligenz und der neuronalen Netze. Anhand von Beispielen aus der Unternehmenspraxis werden mögliche Einsatzgebiete aufgezeigt und Wege dargelegt, wie Unternehmen die Potenziale von KI erkennen und strategisch umsetzen können.
Aber, und das ist ganz wichtig, auf die KI können wir uns nicht blind verlassen. Die Fachleute für Verfahren und Prozesse wird es weiterhin brauchen. Die KI kann immer nur ein Hilfsmittel sein, das klug und mit den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen eingesetzt werden muss.
Jannis Doppmeier: Mit Twincat Chat eröffnen sich für den Anwender neue Arbeitsweisen. Code muss nicht mehr Zeile für Zeile händisch zu Ende getippt werden. Der Entwickler kann sich daher auf das eigentliche Design der Software fokussieren. Insgesamt stellt Twincat Chat eine innovative Lösung für eine signifikante Steigerung der Produktivität der Entwickler dar, indem es als digitaler Assistent fungiert. Dieser Assistent übernimmt Routineaufgaben, die oft zeitaufwändig und repetitiv sind. Dadurch haben Entwickler mehr Zeit und Kapazität, sich auf ihre Kernaufgaben und die Entwicklung hochwertiger Softwarelösungen zu konzentrieren. In einem Markt, in dem jeder Vorteil zählt, bietet unser Tool Unternehmen die Möglichkeit, trotz Personalengpässen wettbewerbsfähig zu bleiben und den steigenden Ansprüchen ihrer Kunden gerecht zu werden.
Franz Menzl: Die Integration von KI in Technologieplattformen wird eine tiefgreifende, weltweite Veränderung bewirken, und neben Produktionsprozessen die Art und Weise prägen wie Unternehmen und Organisationen arbeiten.
Es ist jedoch zu beachten, dass der erfolgreiche Einsatz von KI-Tools in Fabriken von verschiedenen Faktoren abhängt, darunter die Qualität der Daten, die Komplexität der Anwendung, die Skalierbarkeit und die nahtlose Integration in bestehende Systeme. Wir bei Siemens setzen hier stark auf frühzeitige Zusammenarbeit in einem Ökosystem, um potenzielle Anwendungsfälle von Kunden und Partnern zu verstehen und zu erproben, um damit industrietaugliche Lösungen zu schaffen, die robust, zuverlässig und vertrauenswürdig sind.
Stand: 08.12.2025
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Alle befragten Unternehmen zeigen ihre Lösungen auch auf der SPS 2023: