Osram Kunstlicht für Kunst

Redakteur: Sariana Kunze

Lichtlösungen für Museen sind eine hohe Kunst: Sie sollen die Ausstellungsobjekte möglichst originalgetreu wiedergeben und gleichzeitig den Werken keinen Schaden zufügen. Bei Osram haben sich Ingenieure und Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen an einen Tisch gesetzt, um die konzeptionellen Ideen von Architekten und Planern mit einem technischen Produktkonzept ideal umzusetzen. Sie haben LED-Know-how, modernste Steuerungstechnik und Projektkompetenz mit Erfahrung in Lichtmesstechnik und Leuchtenbau verknüpft. Erstmals zum Einsatz kommt dieses System in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München.

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Grundsätzlich hängt die Alterung eines Kunstwerkes nicht von der Art der Lichterzeugung (Glüh-, Leuchtstoff- oder LED-Lampe) ab, sondern von Farbspektrum, Beleuchtungsstärke und Belichtungszeit. Die LED-Lösung im Lenbachhaus schädigt bei niedrigen Farbtemperaturen weniger als die Glühlampe, bei höheren Farbtemperatur weniger als Leuchtstofflampen und deutlich weniger als Tageslicht.
Grundsätzlich hängt die Alterung eines Kunstwerkes nicht von der Art der Lichterzeugung (Glüh-, Leuchtstoff- oder LED-Lampe) ab, sondern von Farbspektrum, Beleuchtungsstärke und Belichtungszeit. Die LED-Lösung im Lenbachhaus schädigt bei niedrigen Farbtemperaturen weniger als die Glühlampe, bei höheren Farbtemperatur weniger als Leuchtstofflampen und deutlich weniger als Tageslicht.
(Osram)

Die zunächst wichtigste Anforderung an Licht für Kunst ist die Sicherstellung des bestmöglichen Kunst-Erlebens. Was das für das Lenbachhaus bedeuten sollte, hat Lichtkünstler Dietmar Tanterl, nach dessen Idee die Lösung entstanden ist, aus einer Erkenntnis von Wasily Kandinsky, einem der Schöpfer der weltberühmten „Blauen Reiter“-Serie abgeleitet: Wenn er ein Kunstwerk morgens male, müsse er es sich mittags noch einmal anschauen, um zu sehen wie die Farben im mittäglichen Licht wirkten. Die Osram-Projektspezialisten aus München haben dies technologisch über eine Kombination fünf verschiedener LED umgesetzt, deren Licht – ähnlich der Zutaten einer Speise – mit einander „vermengt“ wird. Das Prinzip an sich ist dabei nicht neu. Allerdings hebt die Lösung im Lenbachhaus diese Idee auf eine vollkommen neue Ebene, denn es wird nicht nur eine „statische“ Mischung mit konstanter Lichtfarbe erzeugt. Aufbauend auf Tanterls Idee kann flexibel zwischen Morgenrot-ähnlichem Warmweiß (3.000 Kelvin) und Tageslicht-ähnlichem Kaltweiß (6.000 Kelvin) justiert werden – und das voll dimmbar. Für fast 100 Nuancen wurde dabei die Mischung so programmiert, dass sie einen Farbwiedergabeindex (CRI) von mehr als 95 erreicht. Zum Vergleich: Eine gebräuchliche Leuchtstofflampe für Büroanwendungen erreicht etwa 80, Halogenlampen 100 – allerdings sind beide nicht frei in der Farbtemperatur veränderbar. Zum Einsatz kommt diese Technologie, abhängig vom jeweiligen Raum im Museum, in drei Leuchtentypen: Einer Voutenleuchte, einem Spotlight und einer so genannten Shed-Leuchte. Letztere ergänzt in den Obergeschossen des Lenbachhauses das Tageslicht aus den Oberlichtern (engl. „Sheds“). Dazu befindet sie sich direkt unterhalb der Fenster und strahlt – wie das natürliche Licht – zunächst in die Sheds und dann indirekt in die Ausstellungsräume. Gesteuert wird das Ganze per Tablet-PC.

Die Mischung des Licht macht's

Eine große Herausforderung war die Mischung des Lichts der verschiedenfarbigen LED – insbesondere in den Spotlights. „Normalerweise braucht man für so eine Mischung eine längeres optisches System, in der sich die verschiedenen Farben mischen können“, erklärt Julius Muschaweck, der das Optik-Entwicklerteam bei OSRAM in Augsburg leitet. „Die Leuchte im Lenbachhaus allerdings sollte möglichst filigran sein. Wir haben das erreicht, indem wir mit rund 60.000 Linsen auf einer Streuscheibe von 14 Zentimetern Durchmesser das Licht quasi in kleinste Stücke schneiden und in dann in idealer Anordnung Richtung Kunstwerk strahlen lassen“.

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Die "kalte" UV-Strahlung schadet den Kunstwerken

Neben der Sicherstellung des Kunsterlebnisses, spielt auf lange Sicht der konservatorische Aspekt, also die Schonung der Kunstwerke, bei der Museumsbeleuchtung eine zentrale Rolle. „Nicht nur wegen wiederkehrender kritischer Berichterstattung in einigen Medien ist dieses Thema von großer Bedeutung“, hebt Michael Reithmeier hervor, der das Projekt bei Osram leitet. „Es geht dabei auch um konservatorische Anforderungen, die die Versicherungen der Kunstwerke an die ausstellenden Museen stellen.“ Grundsätzlich hängt die Alterung eines Kunstwerkes nicht von der Art der Lichterzeugung (Glüh-, Leuchtstoff- oder LED-Lampe) ab, sondern von Farbspektrum, Beleuchtungsstärke und Belichtungszeit. Kalte Farbtemperaturen sind für die überwiegende Zahl an Materialien schädlicher als warme. Daher geht das größte Schädigungspotenzial auch von der besonders „kalten“, unsichtbaren UV-Strahlung aus. In der Konsequenz ist ungefiltertes Tageslicht für Kunst die schädlichste Lichtquelle. Die Lichtlösung im Lenbachhaus erzeugt keine UV-Strahlung. Zudem bietet die flexible Steuerung die Möglichkeit, das Licht bei Bedarf entsprechend warmweiß einzustellen. Darüber hinaus wurden gemeinsam mit den Osram-LED-Entwicklern in Regensburg spezielle LED ausgewählt, die das Material des Kunstwerkes möglichst wenig schädigen – bei niedrigen Farbtemperaturen weniger als die Glühlampe, bei höheren Farbtemperatur weniger als Leuchtstofflampen und deutlich weniger als Tageslicht.

Die Städtische Galerie im Lenbachhaus öffnet am 8. Mai 2013 erstmals nach der Renovierung ihre Pforten. Umgebaut wurde es unter Federführung des Baureferats der Stadt München und des Architekturbüros Foster+Partners. Die Lichtlösung wurde gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Bamberger und Partner realisiert. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

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