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Mars-Rover kämpft gegen Sandsturm

| Redakteur: Katharina Juschkat

Auf dem Mars tobt zur Zeit ein Sandsturm, der die Energieversorgung des Mars-Rovers Opportunity unterbrochen hat. Doch die Technik des 15-jährigen Rovers ist standhaft.

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Diese Karte vom Mars zeigt den Sandsturm, der sich seit Juni diesen Jahres aufbaut.
Diese Karte vom Mars zeigt den Sandsturm, der sich seit Juni diesen Jahres aufbaut.
(Bild: NASA)

Seit 15 Jahren ist der Mars-Rover Opportunity auf Mission auf dem roten Planeten. Am 7. Juli 2003 trat der NASA-Zwillingsroboter von Cape Canaveral in Florida aus seine Reise zum Mars an. Bis heute funkt er Lebenszeichen zur Erde – trotz vieler heftiger Sandstürme.

Sandsturm seit Anfang Juni verhindert Kontakt

NASA-Ingenieure versuchten in den letzten Wochen mehrmals, Opportunity zu kontaktieren, sie haben jedoch nichts von dem Rover gehört. Das Team geht nun davon aus, dass die Ladung in den Batterien von Opportunity unter 24 Volt gesunken ist und der Rover in den Low-Power-Fault-Modus gewechselt ist, ein Zustand, in dem alle Subsysteme außer einer Missionsuhr ausgeschaltet sind. Die Missionsuhr des Rovers ist darauf programmiert, den Computer aufzuwecken, damit er die Leistung überprüfen kann.

Die Grafik verdeutlicht die Strecken, die verschiedene Gefährte bisher auf dem Mond und Mars zurücklegten. Opportunity fährt bis heute und führt mit über 45 zurückgelegten Kilometern die Statistik an.
Die Grafik verdeutlicht die Strecken, die verschiedene Gefährte bisher auf dem Mond und Mars zurücklegten. Opportunity fährt bis heute und führt mit über 45 zurückgelegten Kilometern die Statistik an.
(Bild: NASA)

Wenn der Computer des Rovers feststellt, dass seine Batterien nicht ausreichend geladen sind, wird er wieder in den Ruhezustand versetzt. Aufgrund der hohen Staubmenge im Perseverance Valley glauben die Missionsingenieure, dass es unwahrscheinlich ist, dass der Rover genug Sonnenlicht hat, um zumindest für die nächsten Tage wieder aufzuladen.

Opportunity fährt mit Schweizer Motoren

Angetrieben wird der sechsrädrige Opportunity von DC-Motoren des Schweizer Unternehmens Maxon Motor. 35 Stück mit Durchmessern von 20 mm und 25 mm hat das Unternehmen für den Rover geliefert. Die Motoren in den Rädern absolvierten jeweils über 78 Millionen Umdrehungen – das unter harschen Bedingungen und Temperaturschwankungen von -120°C bis 25°C. Die Erfahrungen aus diesem Projekt fließen in die Entwicklung neuer Motoren, die schon bald in kommenden Rover-Missionen der NASA und ESA zum Mars fliegen.

„Opportunity trotzte in den letzten Jahren vielen kleinen und großen Sandstürmen und hat es immer wieder geschafft, Energie zurückzugewinnen. Wir haben überhaupt keine Bedenken, dass auch unsere Motoren dann wieder einwandfrei laufen werden“, sagt Maxon-CEO Eugen Elmiger.

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