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MICA und SAP: Ein Set für Erfolgskennzahlen

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Auftrag in SAP einstellen

Wie das noch funktionieren könnte, hat HARTING bereits auf ihrer Industrie 4.0 Demonstrationsanlage HAII4YOU gezeigt. Das MICA-Team hatte SAP mit Hilfe der MICA direkt in die völlig autark fertigende Maschine eingebunden. Kunden konnten sich zunächst im Webshop ihren Stecker konfigurieren. „Der wurde dann, salopp formuliert, durch die komplette SAP-Welt geschubst“, berichtet Sebastian Holzschuh. „Plausibilisierung, automatische Auftragserstellung, Bestellbestätigung und dann mit der SAP-Produktionslösung MII über MICA direkt in die Anlage.“ Vom Klicken auf den Bestellbutton bis zur Auslieferung dauerte das sechs Minuten. Zum Vergleich: Im Normalfall müsse erstmal geschaut werden, ob die Teile da sind, abgeglichen, erfasst weitergeleitet...Da dauere der Ablauf von der Bestellung an ruckzuck fünf bis sechs Tage, bis er an der Maschine angekommen sei. „Ein solcher Aufbau bringt Zeitersparnis, Qualitätssicherung und Effizienz – ein ganzes Set an Erfolgskennzahlen.“

Was Maschinen vom ERP erfahren

Richtig spannend wird die Anwendung laut Holzschuh in die andere Richtung: „Man kann mit der MICA auch vom ERP aus Daten an die Maschine schicken. Das war bisher kaum möglich.“ Auf diese Weise kann etwa eine Direktprüfung im ERP vorgenommen werden, sobald das Material an der Maschine angemeldet wird. Darf es genutzt werden? „Das ist das Schöne: Mit MICA habe ich eine Plattform, die in beide Richtungen kommunizieren kann. Es ist nicht festgelegt, womit und wohin. Wenn es um die ERP-Welt und ihre Industrie-4.0-Tools geht, funktioniert das fast ausnahmslos mit allen Systemen. Bereits praktisch erprobt haben wir die Integration mit SAP ERP / PCO / MII , ebenso wie mit einer SAP Hana oder der artverwandten SAP HCP (Hana Cloud Platform). Die Anbindung weiterer Systeme, wie einem Lagerverwaltungssystem (WM/EWM) oder SAP IoT stellt mit dem mittlerweile verfügbaren KnowHow nur theoretische Herausforderungen.“ MICA verteilt dabei die Daten ins ERP und übersetzt mittels OPC UA etwa an die SAP-Produktionslösungen PCo (Plant Connectivity) und SAP MII (Manufacturing Integration Intelligence). Es gibt auch die Möglichkeit, MICA als IoT-Gateway zu nutzen. Dafür muss das industrietaugliche Gerät lediglich mit einem IoT-Container bestückt und an die Maschine gehängt werden. Dann lassen sich die Maschinendaten in die SAP-Cloud oder alternativ ins lokale System schicken. OPC UA gibt es bereits als fertigen Software-Container für MICA; PCo und IoT plant HARTING noch in diesem Jahr zur Verfügung zu stellen. „Das bedeutet: Ich bekomme dann das Maschinensignal direkt in die ERP-Welt und umgekehrt diese direkt in die Maschine rein“, so Holzschuh.

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