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Safety

Mit dem Smartphone sicher die Maschine steuern

| Redakteur: Katharina Juschkat

Mobile Geräte werden immer öfter eingesetzt, um Maschinen zu steuern – doch konventionelle Consumer-Geräte erfüllen nicht den dafür nötigen Sicherheitsanforderungen. Forscher wollen deshalb eine Hülle entwickeln, mit der Consumer-Geräte nachgerüstet werden können.

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Mit dem handelsüblichen Smartphone eine Maschine sicher steuern – möglich machen soll das eine neue Hülle, die Forscher der TH Köln entwickeln.
Mit dem handelsüblichen Smartphone eine Maschine sicher steuern – möglich machen soll das eine neue Hülle, die Forscher der TH Köln entwickeln.
( Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Smartphones und Tablets finden in der Industrie immer öfter Einsatz – sei es, um den Arbeitstag zu planen, Aufträge abzuwickeln oder Logistik zu koordinieren. Jedoch entsprechen Geräte aus dem Consumer Markt nicht den dafür notwendigen Sicherheitsanforderungen.

Das Forschungsprojekt „Smart Devices funktional sicher machen“ (SDeFS) will genau das möglich machen: Mithilfe einer Hülle sollen Consumer Smart Devices sicher zur Steuerung von Maschinen eingesetzt werden können. Hinter dem Projekt steht die Fakultät für Anlagen, Energie- und Maschinensysteme der TH Köln sowie das Unternehmen Brehmermechatronics, an der Konzeptentwicklung war zudem das Institut für Arbeitsschutz der DGUV beteiligt.

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Industrielle Tablets müssen DIN-Norm entsprechen

Zur Steuerung von Maschinen und Geräten werden derzeit spezielle industrielle Tablets eingesetzt, die den Sicherheitsrichtlinien nach DIN-Norm DIN EN ISO 13849 entsprechen. Die Tablets sind etwa mit Freigabe- bzw. Zustimmtastern sowie Nothaltschaltern ausgestattet. Projektleiter Prof. Ulf Müller von der TH Köln erklärt die Problematik: „Geräte wie Smartphones, Tablets und PCs aus dem Consumer-Markt-Segment erfüllen diese Anforderungen nicht. Mit ihnen können Maschinen deshalb bislang nicht direkt gesteuert, sondern nur Daten ausgetauscht werden.“ In dem Projekt soll nun eine Lösung gefunden werden, wie herkömmliche Smart Devices um die notwendigen Sicherheitsfunktionen ergänzt werden können.

„Im Vergleich zu industriellen Tablets könnten somit die Kosten für die Geräteausstattung gesenkt als auch die Softwareentwicklung schneller und günstiger werden“, ergänzt Prof. Müller das Ziel des Entwicklungsvorhabens. Hinweise auf den wachsenden Bedarf an kabellosen Bedienelementen, die den hohen Sicherheitsanforderungen zur Maschinensteuerung genügen, sehen die beiden Projektpartner nicht zuletzt in den erfolgten Erweiterungen von technischen Normen um Anforderungen an kabellose Steuerungen und Steuerungssysteme für verschiedene Baumaschinen und Geräte, etwa Hebebühnen oder Krane.

Kernstück des Projekts SDeFS ist die Entwicklung einer Hülle, in die man Smartphone und Co. hineinpacken kann und die mit entsprechenden Sicherheitsfunktionen ausgestattet ist. Der Einsatz der Consumer-Geräte bringt einen weiteren Vorteil: Den Mitarbeitern ist das Interface bereits vertraut.

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Moritz Schmidt von der Firma Brehmermechatronics erklärt: „Apps sind laufend aufspiel- und veränderbar, die funktionale Sicherheit bleibt durch den Einsatz der Hülle und den damit verbundenen Applikationen erhalten. Vorhandene Maschinen können mit geringem Aufwand so mit verhältnismäßig günstigen Smart Devices bedient werden und somit vorhandene Unternehmensapplikationen von Spediteuren, Baumaschinen- und Nutzmaschinenherstellern weiter genutzt werden.“

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) fördert das Projekt über einen Zeitraum von drei Jahren mit 167.000 Euro.

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