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Hannover Messe Digital Days Mit der vernetzten Fabrik aus der Krise

| Redakteur: Katharina Juschkat

Heute starten die Hannover Messe Digital Days, die digitale Ersatzveranstaltung der Hannover Messe. Ein zentrales Thema: Die vernetzte Fabrik. Welche Vorträge interessant sind.

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Die vernetzte Fabrik ist oft noch Zukunftsmusik, die meisten Industrieunternehmen setzen noch auf Einzellösungen.
Die vernetzte Fabrik ist oft noch Zukunftsmusik, die meisten Industrieunternehmen setzen noch auf Einzellösungen.
(Bild: Bosch Rexroth)

Vernetzte Fabriken, Industrie 4.0 und Internet of Things (IoT) sind Buzzwords, die oft abstrakt bleiben. Die aktuelle Krise aber zeigt anschaulich, welche Vorteile das IoT konkret mit sich bringen kann: Auf Ausfälle in der Produktion können Unternehmen wesentlich flexibler reagieren, wenn in Echtzeit die Auslastung und der Zustand jeder Maschine angezeigt wird. Die Vernetzung sorgt für Transparenz in der Lieferkette. Und viele Aufgaben lassen sich digital und aus der Ferne erledigen, etwa die Schichtübergabe oder die Maschinenwartung.

Bosch, Anbieter von IoT-Lösungen, zeigt auf den Hannover Messe Digital Days die Vorteile vernetzter Lösungen, von denen das Unternehmen einige im Portfolio hat. Im Mittelpunkt steht unter anderem die neue Automatisierungs-Plattform Ctrl X Automation, die das Unternehmen erstmals auf der letztjährigen SPS vorstellte.

Was ist Ctrl X Automation?

Die Automatisierungsplattform ist ein neu entwickelter Hard- und Software-Baukasten und will durchgängig alle Automatisierungsaufgaben von einfachen Steuerungsanwendungen über IoT-Lösungen bis hin zur High Performance Motion Control abdecken. Damit soll Ctrl X Automation die Schaltzentrale für die Fabrik der Zukunft werden.

Features:

  • Linux-Echtzeit-Betriebssystem
  • Offene Standards
  • App-Technologie für die Programmierung
  • Freie Wahl der Programmiersprache
  • Webbasiertes Engineering
  • Umfassende IoT-Anbindung


Auf den Hannover Messe Digital Days wird Hans Michael Krause, Markt- und Produktmanagement von Bosch Rexroth, die neue Steuerungstechnik vorstellen.
Wann: 14 Juli 2020, 12.30 Uhr bis 13.00 Uhr
Link: Zu den Hannover Messe Digital Days

Vernetzte Fabrik mit Hindernissen

In der Vision der vernetzten Fabrik ist nur noch der Raum selbst statisch fest, alles andere wird variabel und flexibel. Je nach Anforderung kann die Fabrik viele verschiedene Produkte und Varianten auch in Losgröße 1 fertigen, ohne Anlagen umrüsten zu müssen, so die Idee.

Der Weg dorthin ist oft noch weit: Zwar setzen laut einer Umfrage von Bitcom bereits sechs von zehn Industrieunternehmen mit über 100 Mitarbeitern Industrie-4.0-Anwendungen. Bosch schätzt, dass es sich dabei jedoch häufig um Insellösungen, also Einzelprojekte handelt. Aktuelle Schätzungen des VDMA besagen, dass acht von zehn Bestandsanlagen in Deutschland noch auf ihre Vernetzung warten.

Das größte Hemmnis dabei: Die hohen Investitionskosten. Dabei müssen es nicht immer neue Maschinen sein, um digital zu werden – auch Bestandsanlagen können mit Kommunikationstechnik und Sensorik nachgerüstet werden. Das hat Bosch beispielsweise in einer Anlage in Erbach unterstützt und für 25.000 Euro Sensoren und Lichtschranken nachgerüstet. Damit spart der Anlagenbetreiber laut Bosch jährlich rund 200.000 Euro ein.

Hannover Messe Digital Days

Programmhighlights

Auf den Hannover Messe Digital Days erwartet Besucher viele Vorträge rund um Digitalisierung und Vernetzung. Die Vorträge sind kostenlos, Interessierte müssen sich nur anmelden. Ein Programm-Auszug:

Was: Digital Enterprise – Partnering for the next step
Wer: Rainer Brehm, CEO Factory Automation, Siemens
Wann: 14 Juli, 11.30 Uhr bis 12.00 Uhr

Was: Transformation der intelligenten Produktion durch All-Wireless-Fabriken mit 5G, Wi-Fi 6 und KI
Wer: Cesim Demir, CTO Manufacturing & Automotive Industry, Huawei
Wann: 14 Juli, 11.30 Uhr bis 12.00 Uhr

Was: Intelligente Prozesse für den Schaltschrankbau und das offene Ecosystem für die Automatisierung
Wer: Benjamin Homuth, Abteilungsleiter PLCnext Technology und Dr. Andreas Schreiber, Vice President Industrial Cabinet Solutions, Phoenix Contact
Wann: 14 Juli, 12.00 Uhr bis 12.30 Uhr

Was: Ctrl X Automation – Two Steps ahead
Wer: Hans Michael Krause, Abteilungsleiter Markt- und Produktmanagement SPS- und IoT-Systeme, Bosch Rexroth
Wann: 14 Juli, 12.30 Uhr bis 13.00 Uhr

Was: Open Automation
Wer: Andre Babineau, Marketing Director und Monique Elliott SVP Global Marketing & Strategic Projects, Schneider Electric
Wann: 14 Juli, 12.30 Uhr bis 13.00 Uhr

Was: Digitale Integration von Wertschöpfungsketten
Wer: Thomas Steffen, Geschäftsführer F&E, Rittal
Wann: 14 Juli, 12.30 Uhr bis 13.00 Uhr

Was: Ausblick auf die digitalisierte Produktkennzeichnung
Wer: Gunther Kegel, CEO Pepperl+Fuchs
Wann: 14 Juli, 13.30 Uhr bis 14.00 Uhr

Was: Industrie 4.0: Wie Digitalisierung die Unternehmenswelt verändert
Wer: Reinhard Bütikofer (Mitglied Europäisches Parlament), Gerd Hoppe (Beckhoff), Gunther Kegel (Pepperl+Fuchs), Frank Melzer (Festo), Prof. Martin Ruskowski (DFKI)
Wann: 14 Juli, 16.15 Uhr bis 17.00 Uhr

Was: Single Pair Ethernet - The Infrastructure for IIoT
Wer: Ralf Klein, Managing Director Harting
Wann: 14 Juli, 17.00 Uhr bis 17.30 Uhr

Was: 5G für das industrielle IoT – Ein Überblick
Wer: Andreas Müller, Chairman 5G-Acia
Wann: 15 Juli, 12.30 Uhr bis 13.00 Uhr

Was: Remote-Steuerung von Betriebsabläufen für kontinuierliche Produktivität und Effizienz
Wer: Sophie Borgne, Senior Vice President Digital Plant, Schneider Electric
Wann: 15 Juli, 13.30 Uhr bis 14.00 Uhr

Was: „From data to value“ – Der einfache Weg ins Industrial IoT
Wer: Thomas Bürger, Leiter Division Automation Products & Solutions, Weidmüller
Wann: 15 Juli, 16.00 Uhr bis 16.30 Uhr

Was: IIoT – Intelligente Verbindungslösungen
Wer: Georg Stawowy, Vorstand Innovation & Technik, Lapp
Wann: 15 Juli, 17.00 Uhr bis 17.30 Uhr

Was: Das Ökosystem der industriellen Automatisierung
Wer: Haluk Menderes, Geschäftsführer Eplan
Wann: 15 Juli, 18.00 Uhr bis 18.30 Uhr

Zu den Digital Days

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