Suchen

Wittenstein Mit Hybridgebäude Mechatronik-Zentrum für Industrie 4.0 eingeweiht

Redakteur: Sariana Kunze

Mit dem neuen ressourcenschonenden Mechatronik-Zentrum, der Wittenstein Innovationsfabrik, weist die Wittenstein am Firmenhauptsitz im baden-württembergischen Igersheim-Harthausen den Weg zur Smart Factory. Zwei Jahre nach dem Spatenstich wurde das 35 Mio. Euro Hybridgebäudee mit rund 600 Gästen offiziell eröffnet.

Firmen zum Thema

Dr. Manfred Wittenstein, Aufsichtsratsvorsitzender von Wittenstein, vor der offiziell eingeweihten Innovationsfabrik, die für die Industrie 4.0 konzipiert wurde.
Dr. Manfred Wittenstein, Aufsichtsratsvorsitzender von Wittenstein, vor der offiziell eingeweihten Innovationsfabrik, die für die Industrie 4.0 konzipiert wurde.
(Wittenstein)

Seit Mitte März ist das von den Münchner Henn Architekten konzipierte Gebäude bereits in Betrieb genommen – für den Festakt inmitten der Produktion wurde jedoch Platz freigehalten auf den insgesamt rund 18.000 Quadratmetern Nutzfläche für Produktion und Büros. „Das Familienunternehmen Wittenstein bekennt sich mit dem Neubau zum Standort Igersheim-Harthausen und zugleich zum Standort Deutschland“, sagte Dr. Manfred Wittenstein, Aufsichtsratsvorsitzender der Wittenstein, in seinen Begrüßungsworten. „Zugleich beginnt mit der Wittenstein Innovationsfabrik für uns eine neue Ära. Wir haben uns für die Zukunft aufgestellt, um weiterhin erfolgreich zu sein.“ Mit dem Namen für den Neubau gebe man ein klares Signal: „Innovation und Fabrik, zwei einst getrennte Welten, verschmelzen hier ganz bewusst und für jeden Kunden und Besucher auf den ersten Blick sichtbar miteinander. Innovation durchzieht die gesamte Wertschöpfungskette unserer mechatronischen Produkte; die Produktion steht dabei im Zentrum.“

Bildergalerie
Bildergalerie mit 15 Bildern

Zwei Gratulanten folgten den Begrüßungsworten des Hausherrn Dr. Wittenstein auf der Bühne: Prof. Dr. Gunter Henn (Henn Architekten) überreichte ein Kunstwerk des deutschen Künstlers Thomas Baumgärtel, der auch unter dem Pseudonym „Bananensprayer“ bekannt ist. Seine gesprayten Bananen, die an die „Velvet-Underground-Banane“ von Andy Warhol erinnern, sind weltweit an den Eingängen vieler Kunstmuseen und zu finden – in Zukunft auch als Bild in der Innovationsfabrik. Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas, Ministerialdirektor im Bundesministerium für Bildung und Forschung, bescheinigte der Wittenstein: „Hier ist etwas ganz Großes entstanden.“

Innenleben für Industrie 4.0 konzipiert

In der Innovationsfabrik ist die Produktion mechatronischer Antriebsysteme gerade erst angelaufen, doch sie wird eine Schlüsselrolle im Hinblick auf „die Produkte und die Produktion von morgen“ spielen. Denn ihr Innenleben wurde laut Wittenstein für die Industrie 4.0 konzipiert und zwar in mehrfacher Hinsicht: In ihr treibt Wittenstein die Entwicklung seiner mechatronischen Produkte und Systeme voran, die die Kunden zukünftig einsetzen können. Parallel dazu werden schrittweise eigene Montageprozesse gemäß Industrie 4.0 etabliert. Ziel ist die sogenannte Smart Factory, die den Mitarbeitern für ihre Entscheidungen maßgeschneiderte Informationen zur richtigen Zeit an den richtigen Ort liefert und sich durch nachhaltig gesteigerte Produktivität und Flexibilität auszeichnet. Voraussetzungen auf dem Weg dahin bietet das Hybridgebäude – eine Kombination aus Produktion und allen übrigen Bereichen wie Büros, Laborbereichen oder Prüffeldern. Es beherbergt alle mechatronischen Geschäftsfelder der Unternehmensgruppe mitsamt der dazugehörenden Entwicklung, Produktion, Vertrieb, Auftragssteuerung, Beschaffung und Logistik, Qualitätssicherung und Kundenservice.

Entwicklung, Produktion und Vertrieb enger verzahnen

Das durchgängig ökologische und ökonomische Gesamtkonzept hat die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) bereits mit der Vorzertifizierung in Gold honoriert. Entgrenzung schafft Wertschöpfung Während bislang einzelne Arbeitsgruppen meist räumlich getrennt voneinander ihre Aufgaben wahrgenommen haben, gibt es in der Innovationsfabrik nun eng verzahnte Einheiten zwischen Entwicklung, Produktion und Vertrieb. „Hier findet der komplette Wertschöpfungsprozess im Radius von 30 Metern statt – von der Idee bis zum fertigen Produkt “, fasste Prof. Dieter Spath, Vorstandsvorsitzender von Wittenstein, das Gesamtkonzept des neuen Mechatronikzentrums zusammen. „Entgrenzung schafft Wertschöpfung. Deswegen werden wir effizienter und schneller – und damit für unsere Kunden noch besser.“ In der Fabrik der Zukunft stehe der Mensch im Mittelpunkt der Produktion. Er werde vom Bediener zu m Bedienten, sagt Spath bei der Eröffnung vor den Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kunst: „Denn die Maschinen werden dem Mitarbeiter in der Produktion für seine Aufgaben in Echtzeit maßgeschneiderte Informationen liefern. Oder anders ausgedrückt: Der Mitarbeiter von morgen ist Planer und Entscheider in einem komplexen Umfeld. Natürlich steigen damit auch die Anforderungen an seine Kompetenzen, deshalb müssen wir die Menschen dafür qualifizieren, mit der Industrie 4.0 umzugehen.“ Und weiter: „Die Kernideen von Industrie 4.0 geben uns die einmalige Chance, noch flexibler auf Kundenwünsche zu reagieren – mit eigenen Produkten, aber auch mit unseren eigenen Produktionsprozessen.“ Die Möglichkeiten flexibler Arbeitsgestaltung betrachtete Spath positiv: „Nur Menschen bringen Industrie 4.0 zum Laufen.“

(ID:42718665)