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Interview

Mit Hybridleitungen zur richtigen Verbindung

| Redakteur: Sariana Kunze

Mehr als 1.500 Spezialkabel pro Jahr fertigt SAB Bröckskes. Im Interview mit elektrotechnik AUTOMATISIERUNG erklärt Andreas Ix, Produktmanager bei SAB Bröckskes, wie mit Hybridleitung die richtige Verbindung hergestellt werden kann.

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„Pro Tag fertigen wir circa sechs neue Leitungen, die wir vorher noch nie gefertigt haben. Das macht im Jahr mehr als 1.500 Spezialkabel“, beschreibt Andreas Ix, Produktmanager bei SAB Bröckskes.
„Pro Tag fertigen wir circa sechs neue Leitungen, die wir vorher noch nie gefertigt haben. Das macht im Jahr mehr als 1.500 Spezialkabel“, beschreibt Andreas Ix, Produktmanager bei SAB Bröckskes.
(Bild: SAB Bröckskes)

Für SAB Bröckskes kommt es bei Industrie 4.0 auf die richtige Verbindung an. Was steckt bei Ihnen hinter dieser Aussage?

Diese Aussage bezieht sich vor allem auf unser Verständnis für die Wünsche unserer Kunden. Der Kunde fragt nicht nach einer Industrie-4.0-Leitung, er stellt uns die Aufgabe, ein ganz spezifisches Produkt für die Leistungs- oder Datenübertragung seiner Anwendung zu fertigen. Dies gehört zu unseren Kernkompetenzen. Neben den Standardleitungen sind es nämlich überwiegend kundenspezifische Konstruktionen mit denen wir die Herausforderungen unserer Kunden lösen. Dies mündet in einer Vielzahl an Hybridleitungen in unserem Produktspektrum, die zum Beispiel aus kombinierten Ethernet-, Bus-, und Spannungsversorgungselementen bestehen. Eben eine für die Anwendung richtige Verbindung.

Der Absatz von Robotern steigt weiter. Hierfür bietet SAB spezielle Industrial Ethernet Leitungen an. Was sind die Besonderheiten dieser Leitungen?

Zu unserem Produktspektrum in der Robotik gehören Leitungen für den vollen Umfang im Roboter. Angefangen bei Schleppleitungen für die Achse 7, bis hin zu tordier- und biegbaren Leitungen für Schlauchpakete an den 6-Achs Kinematiken oder in einem Scara-Roboter. Auch Teach-Pendant-Kabel oder -Leitungen für sekundäre Peripherien, wie Schweißzangenleitungen, KSR-Leitungen und hybride Vision-Control Kabel für die Bahnführung des Roboters haben wir im Fertigungsprogramm. In den Ausführungen als Energieversorgung oder Feldbus- und Ethernetkabel bis hin zu Cat.7A. Durch unsere Kompetenz und Erfahrung entwickeln wir in enger Abstimmung mit unseren Kunden neue Lösungen. Durch Biegeprüfungen, Prüfungen auf Öl- und Medienbeständigkeit, die wir nahe der Endanwendung In-House darstellen können, Hochfrequenz-Prüfplätzen oder mit einem Brandlabor leisten wir den Qualitätsansprüchen unserer Kunden folge. Entsprechend der hohen mechanischen Belastungen im Roboter sind die Leitungen von der Materialauswahl und der Konstruktion gezielt auf eine lange Lebensdauer ausgelegt.

Laut eigenen Angaben fertigt SAB pro Jahr mehr als 1.500 Spezialkabel. Können Sie skizzieren, welche Anforderungen an SAB gestellt werden und welche Herausforderungen es bei der Konstruktion für die Automatisierungstechnik gibt?

Pro Tag bedeutet dies ca. sechs neue Leitungen, die wir vorher noch nie gefertigt haben. Für unsere Produktion ist es eine große Herausforderung die optimalen Produktionsreihenfolgen und möglichst kurze Lieferzeiten einzuhalten. Neben simplen Produktvarianten, beispielsweise ein individueller Leitungsaufdruck, sehen wir uns aufgrund unserer weltweiten Aufstellung mit den verschiedensten internationalen Normen konfrontiert, für die wir unsere Materialien und Konstruktionen ständig anpassen und weiterentwickeln. Das streben nach immer kleineren und effizienteren Systemen ist eine besondere Herausforderung, die immer neue Konstruktionen erfordert. Letztlich muss die Leitung in der Anwendung funktionieren. Dabei kommen in der Automatisierung zum Beispiel die verschiedensten Anforderungen an elektrische Kenngrößen, mechanische und chemische Beständigkeiten und nicht zuletzt die Konnektivität mit verschiedenen Schnittstellen und Steckverbindern auf uns zu. Letztendlich muss das Kabel auch an einen Stecker angeschlagen werden. Hier sind wir mit unserer Konfektionsabteilung gut aufgestellt, um anschlussfertige Systemlösungen anbieten zu können.

Die steigenden Datenübertragungsraten in der Automatisierung verlangen nach leistungsfähigen Kabeln und Leitungen. Wo geht die Reise Ihrer Meinung nach künftig hin? Und: Wird die Wireless-Technologie Kabel und Leitungen zunehmend aus der automatisierten Fertigung verdrängen?

In absehbarer Zeit wird die drahtlose Datenübertragung sicher auch im industriellen Umfeld eine immer größere Rolle spielen. Wenn auch nur eine untergeordnete, als Ergänzung der kabelgebundenen Kommunikation – etwa bei ortsungebundenen Anlagen, wie fahrerlosen Transport Systemen oder modularen Anlagenteilen die temporär zugeschaltet werden. Die Anforderungen an eine kostengünstige und zuverlässige Breitband-Datenübertragung im industriellen Umfeld sind mit EMV-geschirmten Leitungen unübertroffen. Vielmehr gibt es einen Trend hin zu mehr Usability. Anschlussfertige Leitungen, die bei Installation schnell und sicher verlegt werden können und Systeme, die im Sinne einer ‚Einkabel-Lösung‘ immer weiter verschlankt werden. Hier gibt es in der Antriebstechnik bereits einige Lösungen auf dem Markt. Mit diesen Anforderungen treten Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen wie zum Beispiel aus der Bahntechnik, der Schiffbau- und Offshore-Industrie oder aus dem Bereich der mobilen Arbeitsmaschinen an uns heran.

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