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Verdrahtungssystem

Müllheizkraftwerk sorgt für durchgängige Fernwärme

| Autor/ Redakteur: Steffen Friedrich* / Sariana Kunze

Eines von rund 80 deutschen Müllheizkraftwerken arbeitet auf einer Höhe über Wuppertal. Bislang versorgte es ­einen Teil des Stadtgebiets mit Fernwärme; demnächst wird das Netz die gesamte Bevölkerung im Tal erreichen. Für das Fernwärmeprojekt ­wurde eine Leittechnik-Migration mit Komponenten von Lütze umgesetzt.

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Das MHKW Wuppertal erzeugt 160.000 MWh elektrische Energie und zusätzlich Fernwärme für 350.000 Menschen.
Das MHKW Wuppertal erzeugt 160.000 MWh elektrische Energie und zusätzlich Fernwärme für 350.000 Menschen.
(Bild: AWG)

Das Müllheizkraftwerk der AWG Abfallwirtschaftsgesellschaft in Wuppertal ist für die regionale Abfallentsorgung unverzichtbar. Denn hier kommt so einiges zusammen: Fast 64.000 Anlieferungen bescherten im vergangenen Jahr mehr als 400.000 t Abfälle. Seit der Inbetriebnahme läuft das Müllheizkraftwerk (MHKW) mit fünf Kesseln rund um die Uhr und Tag für Tag. Kein Wunder, dass nach über 40 Jahren nur noch wenige Aggregate und Bauteile aus den Anfangsjahren stammen. Bereits 2014 hatte man den dritten Erneuerungszyklus der technischen Anlagen gestartet.

Fernwärme der Anlage wird effizienter

Per Kraft-Wärme-Kopplung nutzt die AWG einen Großteil der frei werdenden thermischen Energie zur Strom- und Wärmeversorgung von Wuppertal. Mit rund 70.000 MWh thermischer Energie wird das Fernwärmenetz auf den südlichen Höhen Wuppertals versorgt. Seit einiger Zeit arbeiten Experten des Müllheizkraftwerks daran, das gesamte Wärmenetz in der Talsohle der Großstadt mit dem MHKW zu verbinden. Zugunsten der Fernwärme wird dann die Effizienz der Anlage aus ökologischer und ökonomischer Sicht gesteigert.

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Neues Prozessleitsystem mit LSC

Neben dem Fernwärmeprojekt gab es bei der AWG weitere Gründe für eine Migration der bisherigen veralteten und abgekündigten Leittechnik auf ein neues modernes Prozessleitsystem. Das Migrationskonzept verlangte unter anderem, die Steuerungsebene relativ schnell und kostengünstig zu ergänzen und teils auszutauschen. Hierfür kam das Verdrahtungssystem LSC von Lütze ins Spiel: Dieses wurde in den neuen Schaltschränken, die für das Fernwärmeprojekt installiert wurden, für den Aufbau der Steuerungsebene verwendet. Parallel ersetzte das LSC-System auch den Aufbau in den bisherigen Leittechnikschränken. So ließen sich auch diese mit der neuen Technik ausstatten. Im Ergebnis ein durchgängiges System, das viel Aufwand erspart.

Gemeinsam erarbeiteten die beiden Hauptakteure Wolfgang Krause von der AWG und Jose Antonio Ruiz Simon vom Außendienst der Remscheider a+h Vertriebsgesellschaft mit den Ingenieuren von Friedrich Lütze in Weinstadt eine passende und technisch zukunftsweisende Lösung. Das kompakte LSC-System hatte sich schon bei früheren Projekten des Distributors a+h bewährt. Denn mit dem kanallosen Lütze-System kann man im Schaltschrank bis zu 30 % Platz einsparen, erklärt der Hersteller. Zudem besitzt dieses Verdrahtungssystem Potenzial für ein homogenes Schaltschrankklima.

Stromüberwachung für das Kraftwerk

Darüber hinaus konnte die Remscheider a+h Vertriebsgesellschaft die intelligenten Lütze-Stromüberwachungssysteme Locc-Box und Locc-Box-Net einsetzen. Wichtige Kriterien für die AWG waren dabei die einstellbaren Strombereiche (1 – 10 A) und Auslösecharakteristiken sowie die Einzelstörmeldung. Ebenso überzeugte die Integrierbarkeit der Locc-Box-Net in das Feldbussystem, welches alle wichtigen Daten zum zentralen Leitstand überträgt. Bei kniffligen Gegebenheiten während des Projekts konnte man zudem mit dem technischen Support von Lütze schnell die letzten Feinheiten realisieren, so die Projektpartner.

* *Steffen Friedrich, Friedrich Lütze

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