iPods Ahnen Nostalgie in Bildern - Technik von früher

Redakteur: Reinhard Kluger

Plattenspieler, Hifi-Stereo-Anlage oder Mini Disk — wer kennt sie heute noch? Pressebilder von damals spiegeln den Charme vergangener Zeiten wider. Wir haben im Archiv gestöbert und wunderbare Dinge gefunden, aus einer Zeit, als Udo Lindenberg noch keine Sonnenrille trug.

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Mach dir ein paar schöne Stunden: Vor wuchtigen Tonmöbeln, damals nannte man so die Hifi-Fernseh-Kombinationen, machte es sich der Bundesbürger 1981 bequem. Auf Dekor und Kratzfestigkeit achtete er genauso, wie auf die musikalischen Werte der Anlage
Mach dir ein paar schöne Stunden: Vor wuchtigen Tonmöbeln, damals nannte man so die Hifi-Fernseh-Kombinationen, machte es sich der Bundesbürger 1981 bequem. Auf Dekor und Kratzfestigkeit achtete er genauso, wie auf die musikalischen Werte der Anlage
( Bild: Center Press/Archiv Kluger.eu )

In der Vor-iTunes-Epoche, als schwarzes Vinyl noch dominierte, hießen sie Singles, EPs — das stand für Extended Play-Platten — oder schlicht LPs — Langspielplatten: Die Tonträger der 1980er Jahre ahnten noch nicht, dass sie bald ausgedient haben sollten. Obwohl es erste Anzeichen für einen Wandel im Wohnzimmer gab.

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Nass abspielen war angesagt

Musik konnte man zu der Zeit nicht nur hören, man konnte sie auch erfühlen. Heutige MP3-Dateien haben keine Haptik, wie nur der sie kennt, der schon einmal das Auflegen einer Langspielplatte zelebriert hat: Vorsichtig den Staub von der Platte pusten, mit dem Antistatik-Tuch über die Rillen wischen, und wer es besonders genau nahm, spielte seine schwarzen Scheiben nur Nass ab. Dabei gesellte sich zum Abspielarm ein dünnes Röhrchen auf dem Plattenteller, aus dem speziell aufbereitetes Wasser floss. Feine, weiche Borsten am Auslass verteilten das Wasser auf der Platte zu einem feinen Flüssigkeitsfilm. Wasser umspülte die Abspielnadel. Die Folge: Elektrostatische Aufladungen konnten auf der Schallplatte nicht entstehen. Weit weniger störende Knackgeräusche trübten so den Hörgenuss.

Heimelig vor wuchtigen Stereoanlagen

Nicht auf klitzekleine MP3-Player war der Bundesbürger stolz. Vor wuchtigen Hifi-Stereoanlagen mit passenden Fernsehern machte man es sich heimelig. Doch auch Aussehen und Belastbarkeit der Phonomöbel, die hießen wirklich so, musste stimmen. So attestierte 1981 das Deutsche Institut für Möbeltechnik dem Stereo-Fernseher Bermuda I 16 Stereo Color von Blaupunkt die entsprechende stoß- und kratzfeste Qualität.

Doch schon deuteten sich die kommenden neuen Zeiten in Form eines Plattenspielers von Telefunken an. Dieser ließ sich mit einer Mikro-Disk oder Minidisk beschicken, die wiederum eine Kassette vor Beschädigungen schützte. Angegebene Spieldauer: 2 x 10 Minuten oder 2 x 1 Stunde Stereo. Während des Abspielens ragte die Kassette zum Ablesen der Programinformationen aus dem Spieler heraus. Damals schon en vogue: Udo Lindenberg, noch ohne sein heutiges Markenzeichen: die Sonnenbrille.

Aufzeichnungsgeräte wurden tragbar

„Nur“ 2,1 Kilogramm schwer waren Micro-Video-Systeme von Matsushita Electric. Farbaufzeichnungssysteme wurden somit 1981 tragbar, denn in die Kamera war ein Rekorder integriert. Wer eine heutige Handykamera in den Händen hält, kann da nur lächeln.

Schwerer tragen musste die Dame den Mini-VHS-Compact Recorder 900/m von Telefunken. Mit 2,3 Kilogramm ist das Gewicht angegeben, der Pressetext preist den Videorekorder als „echtes Zweitgerät für Besitzer von VHS Videokassetten“. Über einen Adapter ließen sich die Kassetten auch im heimischen VHS-Videorecorder abspielen. Ein Leichtgewicht für die damalige Zeit: die Mini-Farbvideokamera 850. Sie wog lediglich 1200 Gramm einschließlich Monitor.

Musik am Strand war angesagt

Und auch der heutige Flachbildschirm hat seine Ahnen. Auf der Expo 1985 präsentierte Panasonic ein Farbfernsehgerät mit flachem Bildschirm: Er war 370 mm breit und 355 tief. Und man staune: 99 mm flach.

Musik am Strand, in der Badeanstalt oder auf dem Zeltplatz. Ein mobiles Hifi-Center von Löwe erfüllte all diese akustischen Wünsche. Die Stromversorgung erfolgte durch Netz, Autobatterie oder Monozellen. Die beiden Boxen ließen sich einhängen oder getrennt aufstellen. Das Löwe Mini-Pack 5000 HiFi sollte die Lücke zwischen Heim-Hifi-Anlage und tragbarem Radio-Recorder schließen. Ohrstöpsel und MP3-Player haben später diesen Dinosauriern der Musik den Garaus gemacht. Lediglich als Ghettobluster haben sich einige dieser Spezies in die heutige Zeit gerettet.

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