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Lefdal Mine Datacenter Rechenzentrum in Bergwerk soll sicherstes in Europa werden

| Redakteur: Katharina Juschkat

In Norwegen will ein Rechenzentrum neue Maßstäbe setzen: Tief in einem Bergwerk erbaut will es das kosteneffizienteste, sicherste und umweltfreundlichste Rechenzentrum Europas werden. Dass das Rechenzentrum in den Tiefen eines alten Bergwerks gebaut wurde, hat gute Gründe.

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Das Lefdal Mine Datacenter liegt an der Westküste Norwegens in einem ehemaligen Bergwerk. Die meterdicken Wände sollen vor elektromagnetischer Strahlung schützen.
Das Lefdal Mine Datacenter liegt an der Westküste Norwegens in einem ehemaligen Bergwerk. Die meterdicken Wände sollen vor elektromagnetischer Strahlung schützen.
(Bild: Lefdal Mine Datacenter)

Das neue Rechenzentrum Lefdal Mine Datacenter (LMD) setzt sich hohe Ziele: Es will das kosteneffizienteste, sicherste und umweltfreundlichste Rechenzentrum Europas werden. Jetzt hat das Datacenter die erste Ausbaustufe abgeschlossen und 45 MW Kühlleistung sind einsatzbereit. Gemeinsam mit lokalen Investoren und dem Stromversorger hat die Friedhelm Loh Group mit Rittal das Rechenzentrum eröffnet.

Unterirdisches Rechenzentrum bietet Platz und Schutz

Das Lefdal Mine Datacenter liegt an der Westküste von Norwegen in einem ehemaligen Bergwerk. Es wird ausschließlich mit Ökostrom betrieben und mit Meerwasser aus dem nahegelegenen Fjord gekühlt. Die Energiekosten sind entsprechend gering – das System soll einen Power-Usage-Effectiveness-Wert von weniger als 1.15 besitzen.

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Der verfügbare Speicherplatz ist variabel und die Größe und Kapazität, die die 16 m hohen Hallen im Berg und die dazugehörige Logistik bieten, ermöglichen skalierbare Lösungen. Das LMD hat eine Fläche von 120.000 m² und verfügt über 200+ MW IT-Kapazität, der als Containerlösung oder als Whitespace zur Verfügung steht. Kunden können so ein Modell erhalten, das sich je nach Bedarf ihren Anforderungen anpasst – ohne Risiko, für Kapazitäten zu zahlen, die sie nicht benötigen.

Aber nicht nur aufgrund der Größe ist das Rechenzentrum in einem stillgelegten Bergwerk erbaut – die meterdicken Felswände dienen als natürliche Abschirmung gegen elektromagnetische Impulse (EMP) und schützen so die Daten. Außerdem ist die Anlage nur von zwei Zutrittspunkten zugänglich. Der Aufbau und die Dokumentation der Infrastruktur-Installationen sind streng vertraulich. Speziell ausgebildetes Personal überwacht die gesamte Anlage rund um die Uhr. Daher erfüllt das Datacenter alle Anforderungen der Tier III-Norm. Damit soll das LMD eines der sichersten Rechenzentren Europas werden.

Intelligente Standardisierung ist gefragt

Als strategischer Partner und Technologiepartner bietet Rittal vorkonfigurierte, modulare und skalierbare Infrastruktur für das Rechenzentrumsprojekt. Karl-Ulrich Köhler, Vorsitzender der Rittal-Geschäftsführung, sagt: „Der digitale Wandel führt zu einer höheren Nachfrage an Rechenzentrumskapazität. Die Folge ist die Industrialisierung der Rechenzentrumsinfrastruktur und Dienstleistungen – eine intelligente Standardisierung.“

In den nächsten Monaten sollen nach und nach die Kunden in das Datacenter einziehen. Innovo Cloud, ein deutscher Cloud Provider, wird einer der ersten internationalen Kunden sein, der mit seinen High Density IT Containern einzieht. Die ersten Komponenten werden ab September eingerichtet und in Betrieb genommen und bieten sowohl norwegischen als auch internationalen Kunden ein Cloud Portfolio einschließlich „HPC as a Service“.

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