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Identifikation

RFID-System identifiziert Silikonkartuschen im freien Fall

| Autor/ Redakteur: Dr. Detlef Zienert* / Sariana Kunze

Wenn das optische Erkennungsverfahren mittels Barcodes an seine Grenzen stößt, kann ein RFID-System Abhilfe schaffen. So setzt das Schweizer Unternehmen Ferag AG für die spezielle Variante ihres Skyfall-Fördersystems für das Abfüllen, Sortieren und Verpacken von Silikon-Kartuschen auf die Identifikation durch ein RFID-System.

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Herzstück des Skyfall-Fördersystems bei Ferag ist ein robustes Schienensystem mit dreidimensionaler Kinetik und Rollkörpern. Hier sorgt ein RFID-System für die zuverlässige Identifikation.
Herzstück des Skyfall-Fördersystems bei Ferag ist ein robustes Schienensystem mit dreidimensionaler Kinetik und Rollkörpern. Hier sorgt ein RFID-System für die zuverlässige Identifikation.
(Bild: Ferag)

Das Skyfall-Fördersystem von Ferag, spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von Förder- und Verarbeitungssystemen, ist ein Multitalent. Es überwindet in der Intralogistik längere Wegstrecken und Höhenunterschiede, verbindet oder entkoppelt Arbeitsstationen und integriert auf kleinstem Raum Abfüll-, Kommissionier- und Verpackungsfunktionen gleichzeitig. Dabei nutzt das System die Schwerkraft und bewegt sich auf Freifallstrecken ohne eigenen Antrieb. Dies spart Energie und reduziert die Anzahl der erforderlichen Antriebe. Dank einer zulässigen Linienführung mit Streckenradien von 500 mm und Neigungswinkeln von bis 6° benötigt die Anlage vergleichsweise wenig Raum und so bleibt Platz am Boden für Freiflächen und die Abfüll- und Verpackungsanlage. Doch bei dem Skyfall-System stießen selbst die fehlertoleranten 2D-Barcodes an ihre Grenzen. Für die zuverlässige Kennzeichnung und Identifikation setzt Ferag deshalb auf RFID (radio frequency identification). Das Fördersystem arbeitet mit einer Leistung von 12.000 Kartuschen pro Stunde extrem schnell und zwar so flott, dass der Betrachter den Kartuschen in der Anlage kaum folgen kann.

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RFID identifiziert 12.000 Kartuschen pro Stunde

Herzstück der Anlage ist ein robustes Schienensystem mit dreidimensionaler Kinetik und Rollkörpern, den Shuttles. Sie sind mit den Bausilikon-Kartuschen beladen, die sich nicht nur äußerlich, sondern auch in ihren Volumina unterscheiden. Zugeführt werden die leeren Kartuschen aus einem Vorratsbunker, um am Ende des Förder- und Sortierprozesses mit spezifischen Mengen an Bausilikon befüllt und einem Sammelpacker zugeführt zu werden. Die zuverlässige Identifizierung jedes einzelnen Shuttles ist für den Prozessablauf sehr wichtig. Deshalb kam für das Schweizer Unternehmen anstelle eines Barcodesystemes ein Identifikationsverfahren von Balluff auf RFID-Basis in Frage. „Das RFID-System arbeitet selbst dann noch zuverlässig, wenn die Datenträger durch Silikonreste verschmutzt sind“, unterstreicht Rolf Werner, Balluff Vertriebsingenieur. Die eingesetzte Industrial RFID-Lösung BIS M arbeitet mit einer Frequenz von 13,56 MHz. „Sie bedient nicht nur die besonders hohen Anforderungen hinsichtlich Taktrate und Robustheit, sondern kann auch in schwieriger metallischer Umgebung ihre Aufgabe zuverlässig erfüllen“, erläutert Rolf Werner die Merkmale des Systems. In Kombination mit passiven Datenträgern bietet die HF-Lösung mittlere Reichweiten von 20 mm. Damit eignet sich BIS M für die Teileverfolgung im Nahbereich oder Anwendungen in der Produktionssteuerung oder zur Rückverfolgung im Qualitätsmanagement. Bei Ferag ermöglicht das System so nicht nur eine lückenlose Dokumentation der Abläufe, sondern liefert so auch in Echtzeit die Daten zur Steuerung und Automatisierung des kompletten Materialflusses einschließlich des Abfüll- und Verpackungsprozesses. Art und momentaner Aufenthaltsort jeder einzelnen Kartusche sind während des gesamten Prozesses bekannt. Die Datenverwaltung erfolgt im Anlagen-Rechner.

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