ZVEI Schlechtes Jahr für die Automation

Redakteur: Katharina Juschkat

Zum Auftakt der SPS Connect zeigt der ZVEI die aktuellen Konjunktur-Zahlen der Automatisierer. Für das kommende Jahr ist der Verband vorsichtig positiv.

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Der Umsatz der Automatisierer ging im Jahr 2020 um 11 Prozent zurück.
Der Umsatz der Automatisierer ging im Jahr 2020 um 11 Prozent zurück.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Zur Eröffnung der ersten digitalen SPS informiert der ZVEI über die aktuellen Zahlen der Automation. Wenig verwunderlich: Die aktuelle Konjunktur ist immer noch schwierig. Nach den ersten neun Monaten 2020 beträgt der in Deutschland gemeldete Umsatz der Automation 34,5 Milliarden Euro, was einem Minus von elf Prozent zum Vorjahreszeitraum entspricht. Der globale Automationsmarkt erholte sich dafür und verzeichnet Rückgänge von minus drei Prozent, was deutlich geringer ist als erwartet.

Das zeigt sich auch in der Beschäftigungssituation der Unternehmen: Im September 2020 waren rund 259.400 Personen in der Automation beschäftigt – zum Jahresende 2019 waren es noch rund 263.370. Um sich an die aktuelle wirtschaftliche Lage anzupassen, nutzen Unternehmen derzeit flexible Arbeitszeitmodelle. In einigen Betrieben gibt es konjunkturbedingt Kurzarbeit. Im Juli, dem aktuellen Datenpunkt, waren rund ein Fünftel der Gesamtbeschäftigten in Kurzarbeit. Einem Stellenabbau steht der wachsende Fachkräftemangel entgegen.

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Optimistisch ins kommende Jahr

Für das kommende Jahr ist der ZVEI vorsichtig positiv: „Auch wenn die aktuelle konjunkturelle Lage nur schwierig einzuschätzen ist und die Unsicherheit Pandemiebedingt hoch bleibt, rechnen wir für das nächste Jahr mit einer deutlichen Erholung“, erklärt Roland Bent, Vorstand des Fachverbands Automation.

Der ZVEI betont zudem, dass die Automatisierung weiterhin für Entwicklungstrends wie den Klimaschutz und die Digitalisierung eine wichtige Rolle spiele. Auch in der Coronakrise kann die Automation einen wichtigen Beitrag leisten: „Es zeigt sich, dass ein hoher Automatisierungsgrad durch Steuerungen, Sensorik, Aktorik hilft, die Produktion auch unter Wahrung der Corona-Sicherheitsregeln aufrechtzuerhalten“, so Bent.

Als Beispiel, was für einen wichtigen Beitrag die Automation zum Klimaschutz erfüllt, nennt der ZVEI die CO2-neutrale Fabrik durch Gleichstromnetze. 70 Prozent des in der Industrie anfallenden Stromverbrauchs entfallen auf Elektromotoren, die damit der größte Verbraucher elektrischer Energie sind. „Ein gleichstrombasiertes Smart Grid in der industriellen Produktion ist deutlich energieeffizienter als eine wechselstrombasierte Energieversorgung“, so Gunther Koschnick, Fachverbandsgeschäftsführer Automation. „In Modellanlagen konnten wir nachweisen, dass die Energieverbräuche im Durchschnitt bis zu zehn Prozent gesenkt werden können.“ Hinzu kämen auch Materialeinsparungen.

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