Glasfaser-Seekabel Schneller Datenfluss durch den Bodensee

Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Um eine schnelle Kommunikation zwischen Friedrichshafen und Konstanz zu gewährleisten, verlegte kürzlich ein Fährschiff das aus einem Stück gefertigte, 30 Tonnen schwere Nexans-Glasfaser-Kabel durch den bis zu 250 Meter tiefen Bodensee – und das in nur 10 Stunden.

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Am laufenden Meter: In einem Stück wurde das Nexans-LWL-Seekabel gefertigt und geliefert. Es wiegt insgesamt etwa 30 Tonnen und musste in einem gigantischen Container, in mehreren Lagen aufgewickelt transportiert werden. Der Verzicht auf Spleißstellen reduziert das Risiko von Schäden und sorgt für eine optimale Datenübertragung.
Am laufenden Meter: In einem Stück wurde das Nexans-LWL-Seekabel gefertigt und geliefert. Es wiegt insgesamt etwa 30 Tonnen und musste in einem gigantischen Container, in mehreren Lagen aufgewickelt transportiert werden. Der Verzicht auf Spleißstellen reduziert das Risiko von Schäden und sorgt für eine optimale Datenübertragung.
( Archiv: Vogel Business Media )

Eine ungewöhnliche Fracht hatte die Autofähre Fontainebleau der Stadtwerke Konstanz an Bord, als sie in Konstanz aufbrach: Statt Fahrzeugen oder Fußgängern trug das umgerüstete Schiff ein knapp 30 Tonnen schweres Lichtwellenleiter-Kabel (LWL), um es auf dem Grund des Bodensees zu verlegen. Es wird eine schnelle Kommunikation zwischen Friedrichshafen und Konstanz sicherstellen. Das 26 km lange Kabel wurde in einem Stück hergestellt und geliefert. Unter seinem robusten Mantel beinhaltet es vier Edelstahl-Bündelader mit je 48 Monomode-Lichtwellenleitern, jede davon geeignet für die ultraschnelle Übertragung großer Datenströme, digitaler Fernsehsignale oder quasi unzählbar vieler Telefongespräche. Nexans Deutschland Industries aus Mönchengladbach, wurde für das gesamte Projekt von der Stadtwerke Konstanz beauftragt.

Zum Verlegen des rund 26 Kilometer langen LWL-Kabels von Friedrichshafen nach Konstanz benötigte das Team nur rund zehn Stunden. (Archiv: Vogel Business Media)

Schutz des Trinkwasserreservoirs Bodensee und der Umwelt gewährleistet

Bedingung für die Auftragsvergabe war, dass die eingesetzten Materialien für die Qualität des Trinkwassers unbedenklich sind. Denn aus dem Bodensee beziehen viele Städte und Gemeinden, zum Beispiel bis hin zur Nordgrenze Baden-Württembergs, ihr Wasser. Außerdem war sicherzustellen, dass durch die Verlegung keine Zug- und Brutvögel, Fischlaichgründe oder der ufernahe Pflanzenwuchs beeinträchtigt werden.

Die Stadtwerke Konstanz möchte die Datenübertragungs-Kapazitäten des LWL-Kabels vermieten. Zum Beispiel Internet-Carrier, die Highspeed-Internetzugänge anbieten, oder Unternehmen, die eine schnelle Standleitung benötigen, können von den zusätzlichen Übertragungskapazitäten profitieren. Zunächst sollen 144 der 192 Fasern in Betrieb gehen, die restlichen bilden Reserve für die Zukunft.

Spezial-Team verlegte etwa zwei Kilometer LWL-Seekabel pro Stunde