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Energieeffizienz Sicherer Fahrplan: Räucherschinken-Produktion steigert Energieeffizienz

| Autor / Redakteur: David Wallerius / Sariana Kunze

So lässt sich die Energieeffizienz steigern: Energieexperten von Endress+Hauser haben für ein mittelständisches Unternehmen aus der Fleischbranche eine Effizienzanalyse aufgestellt. Das Ergebnis: Der Räucherschinken-Hersteller hat ein Einsparpotential an CO2-Emission von 177 Erdumrundungen eines VW Golfs.

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(Sebastian Karkus_pixelio.de )

Die Lebensmittelindustrie gehört im Branchenvergleich nicht zu den großen Energieverbrauchern. Nur knapp zwei Prozent des Umsatzes werden durchschnittlich für Energiekosten aufgebracht. Dennoch stehen die Produzenten unter einer stark zunehmenden Beobachtung in Bezug auf nachhaltiges Wirtschaften. Sowohl Lebensmittelhandel als auch Konsumenten legen vermehrten Wert auf einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Zusätzlich stehen Lebensmittelhersteller unter einem hohen Preisdruck. Große Handelsunternehmen und Discounter besitzen aufgrund großer Abnahmemengen eine massive Verhandlungsmacht. Die hohe Anzahl an preissensitiven Konsumenten verstärkt den Preisdruck zusätzlich.

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In diesem Umfeld stehen die Unternehmen vor einer großen Herausforderung. In Mitteleuropa sind viele Unternehmen über die Jahre gewachsen, die Produktions-erweiterungen haben aber starke Auswirkung auf die Energieversorgung. Denn auch der Bedarf von Strom, Kälte, Wärme und Druckluft steigt. Niedrige Energiepreise förderten lange Jahre Erweiterungen, bei denen der Fokus auf Anschaffungskosten und einen geringen Installationsaufwand gelegt wurde. Die Produktion sollte, wenn möglich, nur kaum beeinträchtigt werden. Für eine grundlegende Analyse und Optimierung der Nebenbetriebe blieb keine Zeit. Nun wendet sich die Lage.

Räucherschinken sparsamer produzieren

Ein traditioneller Räucherschinken-Produzent: Die Produktion wurde ständig erweitert und so stehen heute moderne Gebäude neben Bauwerken aus den 1970er Jahren. Neue Aggregate ergänzen Maschinen, die schon seit vielen Jahren zuverlässig ihren Dienst tun. Dem Betreiber ist bewusst, dass hier Handlungsbedarf besteht. Doch stellt sich die Frage: Womit soll man anfangen, um schnell und effektiv Einsparerfolge zu erlangen?

Um an dieser Stelle eine solide Entscheidungsgrundlage zu generieren, wurde durch Endress+Hauser eine systematische Energieeffizienzanalyse durchgeführt. Hierbei wurden alle Aspekte im Zusammenhang mit dem Energieverbrauch bewertet. Begonnen wurde mit der Beurteilung der Gebäudesubstanz. Der Wärmeschutz entspricht dem Baujahr bzw. Jahr des Umbaus der jeweiligen Gebäudeteile. Hier kann investiert werden, wenn ein Amortisationszeitraum von sechs bis acht Jahren akzeptiert wird. Einfacher umzusetzen ist die Handlungsempfehlung, nicht beheizte Gebäudeöffnungen in der produktionsfreien Zeit zu schließen. An zweiter Stelle wurde die Wärmeerzeugung begutachtet. Hier sind vier Wärmeerzeuger mit folgenden Aufgaben im Einsatz: Heizung, Warmwasserbereitung, Schinkenwaschanlage, Lufterhitzer in den Räucher- und Reifekammern. Ein Ansatz zur Optimierung bietet hier ein hydraulischer Abgleich und der Ausbau der Kondensatrückführung. Bei der Analyse des Stromnetzes zeigte sich, dass ein Energiemonitoringsystem in Kombination mit einem Spitzenlastmanagement erhebliche Einsparpotentiale bieten würde. Als viertes wurde die Beleuchtung begutachtet. Auch diese liegt in der Benchmark-Beurteilung nur im Mittelfeld. Hier empfiehlt sich der Einsatz von tageslicht- und bewegungsabhängigen Steuerungen. Wie in den meisten Betrieben, bietet in dem analysierten Werk die Druckluftversorgung großes Optimierungspotenzial. Eine Senkung des Erzeugungsdruckes und die Durchführung von Leckagemaßnahmen würden sich hier nach kurzer Zeit rechnen. Neben den genannten Bereichen wurden weitere Punkte behandelt, unter anderem auch die Betrachtung einer optimalen Ausnutzung von Steuerrückerstattungen.

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