Automatisierung & Safety Sicherheit ist oberstes Gebot bei Drehzahlwächtern in Fahrgeschäften

Autor / Redakteur: Udo Tappe / Reinhard Kluger

Fahrgeschäfte müssen nach der Erstprüfung zyklisch untersucht werden. Damit hier die Sicherheitstechnik stets stabil und zuverlässig arbeitet, setzt man Drehzahlwächter nach SIL 3 und PL e ein. So lassen sich Standardantriebskomponenten verwenden und die Safety-Komponenten einfach parmetrieren. Und: Vorhandene Anlagen können schnell umgerüstet werden.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Die Gebr. Heege GmbH entwickelt, produziert und vertreibt seit mehr als 35 Jahren Geräte und Fahrgeschäfte für Freizeiteinrichtungen. Das Familienunternehmen mit Sitz in Laubach in der Eifel, das derzeit 15 Mitarbeiter beschäftigt, fertigte anfangs hauptsächlich für den deutschen Absatzmarkt. Ab 1995 wurde mit dem Export begonnen, der stetig wächst. Um dem in der Freizeitbranche zunehmenden Trend nach Thematisierung in einer Motivlandschaft gerecht zu werden, gestaltet der Hersteller seine Produkte individuell.

Nur Fliegen ist schöner

Der insgesamt neun Meter hohe Tower ist mit vier Doppelsitzen ausgestattet. Jedes der Fahrzeuge verfügt über einen eigenen motorunterstützten Antrieb, sodass Höhe und Geschwindigkeit vom Benutzer selbst bestimmt werden können. Die Aufwärtsgeschwindigkeit wird dabei durch das am Sitz angebrachte Steuerseil geregelt. Ein stärkeres Ziehen am Steuerseil bewirkt eine schnellere Aufwärtsbewegung. Wird das Seil losgelassen, fahren die Fahrgäste mit einer Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde in die Tiefe. Damit Personen, die sich im Zutrittsbereich des Towers befinden, nicht gefährdet werden, bremst das Fahrgeschäft die Geschwindigkeit im unteren Drittel auf 0,2 Meter pro Sekunde ab. Der Tower wird in Freizeitparks in Selbstbedienung betrieben, sodass sich lediglich eine Aufsichtsperson in Ruf- und Sichtweite befinden muss.

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Die Karussells der Gebr. Heege GmbH entstehen in den in der Nähe von Laubach gelegenen Produktionshallen. Dort erfolgt auch die wichtige Erstinbetriebnahme, was den Aufwand am späteren Einsatzort reduziert.

Kontinuierliche Überwachung der Abwärtsbewegung

Tritt eine gefährliche Situation auf, können die Aufsichtsperson oder wartende Gäste die Anlage mittels eines Not-Halt-Befehlsgerätes stillsetzen. Bei einem mechanischen Defekt oder dem Versagen des Antriebs und somit auch der Bremswirkung wäre die Geschwindigkeit des freien Falls allerdings so groß, dass der Benutzer zu spät reagieren würde. Ein Personenschaden infolge eines mechanischen oder elektrischen Fehlers könnte also nicht ausgeschlossen werden. Entsprechend wichtig sind die kontinuierliche Überwachung der Abwärtsbewegung und ein daraus resultierendes Eingreifen in Notfällen. Dipl.-Ing. Walter Dörksen, Konstrukteur bei der Gebr. Heege GmbH, erläutert die Anforderungen an die sichere Überwachung: „Im Zuge einer Typ-Modernisierung des Towers mussten analoge 10-V-Tachogeneratoren und deren Auswertegeräte durch sin/cos-Geber und geeignete sichere Drehzahlwächter ersetzt werden. Neben einer einfachen Parametrierung waren uns eine platzsparende Bauform sowie die hohe Verfügbarkeit des Systems wichtig.“

Als Lösung zur Kontrolle der Abwärtsbewegung hat sich der Freizeittechnik-Hersteller für den sicheren Stillstands- und Drehzahlwächter PSR-RSM4 von Phoenix Contact entschieden. Das 45 mm schmale Stand-Alone-Modul überwacht die Geschwindigkeit von sich drehenden Teilen in Maschinen und Anlagen.

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