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Sicherheitsschalter machen Maschinen weltweit sicher

| Autor: Sariana Kunze

Dank ausgefeilter Sicherheitstechnik können Menschen, die in Industriebetrieben mit Maschinen arbeiten, weltweit zuverlässig vor Verletzungen geschützt werden. Dafür steht das Unternehmen Schmersal seit 1945.

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Bis heute wurden die Schaltertypen AZ 15/16 von Schmersal über zehn Mio. Mal verkauft.
Bis heute wurden die Schaltertypen AZ 15/16 von Schmersal über zehn Mio. Mal verkauft.
(Bild: Schmersal)

Als sich im 18. und 19. Jahrhundert die Textilindustrie in Wuppertal entwickelte, lag der Gedanke, Maschinen mit umfangreichen Schutzvorrichtungen auszustatten, noch fern. Die Maschinen waren zu Beginn des Maschinenzeitalters einfach aufgebaut und die Abläufe, die von den Maschinen ausgeführt wurden, waren für die Mitarbeiter noch überschaubar. Doch mit der fortschreitenden Automatisierung wurden die Maschinenbewegungen immer schneller und die Verletzungsgefahr für die Bediener von Maschinen wuchs. Heute sind Schutzeinrichtungen an Maschinen Standard: dazu gehören etwa Sicherheitsschalter, Not-Halt-Taster oder softwarebasierte Sicherheitssysteme für Roboterarbeitsplätze. Ein umfangreiches Programm an Sicherheitstechnik wird in Wuppertal von der Schmersal Gruppe produziert: Rund 25.000 Produkte gehören zum Angebotsportfolio.

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Unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg gründeten die Brüder Kurt Andreas und Ernst Schmersal in Wuppertal ein Unternehmen, das zunächst Komponenten für den Aufzugbau baute. 1947 begann Schmersal dann mit der Produktion von mechanischen Schaltgeräten. Die Ingenieure von Schmersal entwickelten im Lauf der Zeit viele Produkte, die maßgeblich zum Fortschritt in der Sicherheitstechnik beigetragen haben. Ein Beispiel dafür sind die Schaltertypen AZ 15 und AZ 16, für die Schmersal insgesamt drei Patente anmeldete. Sie wurden ursprünglich in der Aufzugindustrie eingesetzt: Dort sorgten sie dafür, dass sich die Aufzugkabine erst in Bewegung setzt, wenn die Tür geschlossen ist. Für den Maschinenbau wurden die Schaltertypen AZ 15/16 weiterentwickelt: Die AZ-Schalter überwachen Schutztüren, mit denen Maschinen abgesichert sind. Wird die Schutztür geöffnet, gibt der AZ 15/16 ein Signal an ein Relais weiter, das die Maschine umgehend stoppt. Das Neue an diesem Sicherheitsschalter, der 1981 entwickelt wurde, war die elektromechanische Wirkungsweise. Zuvor gab es nur mechanische Vorrichtungen für Schutztüren, die ähnlich simpel funktionierten wie ein Fahrradschloss. Zudem war es der erste Sicherheitsschalter, der die Anforderungen der damals geltenden technischen Normen erfüllte. Anfang der 1980er Jahre wurden dann für alle Industriebetriebe einheitliche Normen und Sicherheitsrichtlinien eingeführt.

Tipp: Anwendertreff Maschinensicherheit Erfahren Sie auf dem Anwendertreff Maschinensicherheit, wie Sie die funktionale Sicherheit Ihrer Maschinen und Anlagen normengerecht gewährleisten: Der Kongress unterstützt Konstrukteure, Entwickler, Hersteller und Betreiber dabei, die funktionale Sicherheit ihrer Maschinen und Anlagen so zu gestalten, dass sie den Anforderungen der Maschinenrichtlinie genügt, auch in einer smarten Fabrikumgebung.
Mehr Infos: Anwendertreff Maschinensicherheit

Ein Sicherheitsschalter geht um die Welt

Bis heute wurden die Schaltertypen AZ 15/16 über zehn Mio. Mal verkauft – sie werden weltweit in vielen Industriebetrieben als Sicherheitsschalter eingesetzt. Inzwischen ist der AZ 15/16 weiterentwickelt worden: Das Nachfolgemodell, der Sicherheitssensor RSS 16, basiert auf der RFID-Technologie, bei der Signale berührungslos über Funkfrequenzen weitergegeben werden. Die Schmersal Gruppe wächst kontinuierlich, so auch im vergangenen Jahr, da der Bedarf an Sicherheitstechnik weiter steigt – auch außerhalb Europas. Deshalb ist Schmersal in Brasilien, China und seit 2013 auch in Indien mit Produktionsstätten vor Ort vertreten, um diese Märkte aus eigener Produktion beliefern zu können.

Der technische Fortschritt im Maschinenbau treibt die Entwicklung bei Schmersal weiter an: Zum Beispiel arbeiten heute Menschen in der industriellen Fertigung zunehmend ohne trennende Schutzzäune Hand in Hand mit Robotern zusammen. Damit dies ohne Verletzungsgefahr möglich ist, hat die Schmersal Gruppe grundlegende Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf diesem Gebiet der Maschinensicherheit geleistet. Diese und andere Sicherheitslösungen entstehen in der Abteilung Konstruktion und Entwicklung, in der rund 100 Mitarbeiter beschäftigt sind. Hier wird seit Jahrzehnten mit Kreativität geforscht: Das erste Patent in der Geschichte von Schmersal wurde vor 60 Jahren, am 3. November 1955, angemeldet und betraf einen Schalter für Gleichstromanlagen. Seitdem hat das Unternehmen insgesamt fast 300 Erfindungen zum Patent angemeldet.

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Über den Autor

Sariana Kunze

Sariana Kunze

Redakteurin online/print bei elektrotechnik AUTOMATISIERUNG, elektrotechnik