Auszeichnung

Siemens kürt „Erfinder des Jahres“ 2017

| Redakteur: Sandra Häuslein

Die ausgezeichneten Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich, den USA und Dänemark haben zusammen 1297 Erfindungen gemeldet.
Die ausgezeichneten Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich, den USA und Dänemark haben zusammen 1297 Erfindungen gemeldet. (Bild: Siemens)

Siemens hat 14 „Erfinder des Jahres 2017“ ausgezeichnet. Darunter sind 13 Siemens-Mitarbeiter und ein externer Wissenschaftler. Drei Preise gehen an Teams. Die Erfindungen reichen von Automatisierungslösungen über Lösungen für die Medizintechnik und die Windenergiebranche bis hin zu Neuheiten für die Elektromobilität und den Digitalen Zwilling.

Siemens zeichnet 13 seiner Forscher sowie einen externen Wissenschaftler als „Erfinder des Jahres 2017“ aus. Die Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich, den USA und Dänemark haben zusammen 1297 Erfindungen gemeldet. Viele dieser Ideen wurden in 920 Einzelpatenten geschützt. Dieses Jahr sind drei Teams unter den Erfindern, was zeigt, dass Innovation heute in der Regel eine Gemeinschaftsarbeit ist.

„Siemens investiert mit 5,6 Milliarden Euro in diesem Geschäftsjahr so viel in Forschung und Entwicklung wie nie zuvor. Und das ist gut angelegtes Geld, denn diese Investitionen fließen zielgerichtet in Innovationsfelder und sichern die Zukunftsfähigkeit unserer Geschäfte. Wir sind stolz auf unsere Erfinder des Jahres: Sie stehen in bester Tradition eines Unternehmers und Erfinders wie Werner von Siemens“, erklärt Vorstandsvorsitzender Joe Kaeser. Die Auszeichnung „Erfinder des Jahres“ wird seit 1995 verliehen, dieses Jahr in den Kategorien „Talente“, „Herausragende Erfindung“, „Open Innovation“ und „Lebenswerk“.

Die Preisträger sind:

  • Dr. Benjamin Lutz (40) – er arbeitet bei Process Industries and Drives in Karlsruhe daran, das Siemens-Leitsystem namens PCS 7 permanent zu verbessern. Dieses Leitsystem steuert hochkomplexe Prozessindustrieanlagen, die Produkte wie Nasensprays oder Eis am Stiel mit Schokoüberzug voll automatisiert herstellen. Oberstes Gebot bei allen Neuerungen: Die Anlage muss unterbrechungsfrei laufen. Deswegen testet Lutz alle seine Erfindungen zunächst in digitalen Zwillingen der Anlagen. Der Erfinder des Jahres erhielt die Auszeichnung in der Kategorie „Talente“.
  • Dr. Markus Vester (60) – die Entstehung der Magnetresonanztomografie war für Vester von Siemens Healthineers in Erlangen eine aufregende Pionierzeit. Seine Leidenschaft für das Erfinden hat sich der Spezialist für Hochfrequenztechnik bis heute bewahrt. Die meisten seiner 370 Patente beziehen sich auf die Sende- und Empfangseinheiten im MR-Gerät. Hochauflösende Bilder in möglichst kurzen Scan-Zeiten – das trug Vester mit seinen Forschungen bei. Neue Technologien ökonomisch sinnvoll zu integrieren gehört ebenfalls zu seinen Forschungsaufgaben. Dafür wurde er als Erfinder des Jahres in der Kategorie „Lebenswerk“ ausgezeichnet.
  • Dr. Bernd Burbaum (40) – er hat ein neues Laserschweißverfahren entwickelt, mit dem teure Gasturbinenschaufeln so repariert werden, dass sie hinterher so gut wie neu sind. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Schaufeln vor dem Laserschweißen nicht mehr vorgeheizt werden müssen. Der Forscher, der in Berlin bei Siemens Power and Gas arbeitet, ist überzeugt, dass in neuartigen Schweißverfahren noch viel Innovationspotenzial steckt. Burbaum wurde als Erfinder des Jahres in der Kategorie „Talente“ ausgezeichnet.
  • Thorkil Munk-Hansen (55) – er ist Chefdesigner bei Siemens Gamesa in Vejle, Dänemark. Seine Aufgabe besteht darin, die vielen Komponenten und Systeme einer Windturbine so zu arrangieren, dass sie über 25 Jahre lang zuverlässig ihren Dienst leistet und einfach gewartet werden kann. Bereits beim Designprozess muss der Erfinder alle Lebenszyklen der Windturbine vorausplanen: Wie wird sie kostengünstig produziert und transportiert, wie kommen die Servicetechniker später möglichst einfach an die zu wartenden Komponenten heran? In der relativ jungen Branche gibt es noch viel zu erfinden – weswegen Munk-Hansen in den neun Jahren seiner Betriebszugehörigkeit bereits 116 Einzelpatente erzielt hat. Dafür wurde er als Erfinder des Jahres in der Kategorie „Lebenswerk“ ausgezeichnet.
  • Dr. Edgar Mueller (60), Dr. Mariappan Nadar (52), Michaela Schmidt (48), Dr. Michael Zenge (41) – innerhalb von neun Jahren schaffte es das Siemens-Healthineers-Team von Mueller, Nadar, Schmidt und Zenge aus mathematischer Grundlagenforschung eine neue Aufnahmetechnik für Magnetresonanztomografen zu etablieren. Bei Aufnahmen des schlagenden Herzens verkürzt sich dank der Methode Compressed Sensing (deutsch etwa „komprimiertes Abtasten“) die Scanzeit so von sechs Minuten auf 25 Sekunden. Es ist nun nicht mehr notwendig, dass Patienten über längere Zeit die Luft anhalten, um scharfe Bilder zu erhalten. Dafür wurden die Forscher, die in Erlangen und in Princeton, New Jersey (USA), arbeiten, als Erfinder des Jahres in der Kategorie „Herausragende Erfindung“ geehrt.
  • Andreas Lugmaier (43), Dr. Friederich Kupzog (39) – Lugmaier von Siemens Corporate Technology in Wien und Kupzog vom Austrian Institute of Technology forschen seit einigen Jahren gemeinsam an der Integration von erneuerbaren Energien in Stromnetze. Ihre Technologien, die sie für smarte Stromnetze erfinden, erproben sie im neuen Wiener Stadtteil Seestadt Aspern. So haben sie beispielsweise eine Software entwickelt, die Messdaten aus dem Netz analysiert und damit erkennt, welche Wege der Strom im Niederspannungsnetz, also auf der „letzten Meile“ zum Energiekunden, nimmt. Dafür wurden Lugmaier und Kupzog als Erfinder des Jahres in der Kategorie „Open Innovation“ ausgezeichnet.
  • Dr. Arquimedes Canedo (36) – Digitale Zwillinge sind das Forschungsgebiet von Canedo von Siemens Corporate Technology in Princeton, New Jersey (USA). Der digitale Zwilling eines Produkts bietet viele Vorteile in der Automatisierung und Steuerung: Er begleitet in virtueller Form dessen Lebenszyklus von der Idee über die Produktion bis hin zur Wartung und manchmal sogar bis zur Entsorgung und sorgt für mehr Effizienz auf allen Ebenen. Ein von Arquimedes Canedo erfundener „Digital Graph“ verknüpft verschiedene digitale Zwillinge automatisch miteinander. Dafür wurde Canedo als Erfinder des Jahres in der Kategorie „Talente“ ausgezeichnet.
  • Dr. Florian Bühs (40) – bessere Luft für unsere Kinder – dazu hat Bühs von Siemens Mobility in Berlin ganz konkret mit der Architektur für die Entwicklung des Stromabnehmers für Lkws beigetragen. Mit dem E-Highway, einer elektrifizierten Autobahn, können Städte und Regionen zu hohe Stickoxidwerte senken. In Los Angeles, Kalifornien, fahren seit Oktober Lastwagen mit dem von Bühs entwickelten Stromabnehmer auf einer Teststrecke zwischen Hafen und Autobahn. Der Ankerplatz ist einer der meistgenutzten in den USA, dementsprechend hoch ist das Verkehrsaufkommen von Lkws, die die Schiffsladungen weitertransportieren. Für seine innovative Arbeit ist der Forscher als Erfinder des Jahres in der Kategorie „Talente“ ausgezeichnet worden.
  • Volkmar Sterzing (53), Dr. Steffen Udluft (48) – Sterzing und Udluft von Siemens Corporate Technology in München-Perlach haben als weltweit Erste eine Methode für Reinforcement Learning entwickelt, die mit wenigen Daten Maschinen beibringt, komplexe Prozesse selbst zu regeln. Erster Anwendungsbereich ist die Regelung großer Siemens-Gasturbinen in den USA und in Südkorea. Die kontinuierliche Feinjustierung der Brennstoffventile optimiert den Betrieb der Gasturbine hinsichtlich Emissionen und Verschleiß, indem sie permanent die beste Lösung in Echtzeit sucht. Dafür wurden die beiden Forscher als Erfinder des Jahres 2017 in der Kategorie „Herausragende Erfindung“ ausgezeichnet.

(sh)

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