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Hybrid- und Elektroantrieb

Siemens und Airbus wollen mit E-Flugzeugen gemeinsam abheben

| Redakteur: Sariana Kunze

Siemens und Airbus wollen gemeinsam bis zum Jahr 2020 die technische Machbarkeit verschiedener hybrid-elektrischer Antriebssysteme nachzuweisen. Dafür haben beide Unternehmen ein gemeinsames Großprojekt zur Elektrifizierung der Luftfahrt ins Leben gerufen. Bei Airbus plane man bereits das erste E-Linienflugzeug für 2023.

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Das Elektro-Flugzeug E-Fan 2.0 von Airbus soll mit 120 Lithium-Polymer-Akkus eine Flugzeit zwischen 45 bis 60 Minuten ermöglichen. Die Version 4.0 ist bereits in der Entwicklung.
Das Elektro-Flugzeug E-Fan 2.0 von Airbus soll mit 120 Lithium-Polymer-Akkus eine Flugzeit zwischen 45 bis 60 Minuten ermöglichen. Die Version 4.0 ist bereits in der Entwicklung.
(Airbus Group)

Die Vorstandsvorsitzenden von Siemens, Joe Kaeser, und Airbus, Tom Enders, haben eine Kooperationsvereinbarung im Bereich hybrid-elektrischer Antriebe unterzeichnet. Ziel ist der Nachweis der technischen Machbarkeit verschiedener hybrid-elektrischer Antriebssysteme. Beide Unternehmen wollen Beiträge zum Projekt leisten und haben bereits ein Team von rund 200 Mitarbeitern zusammengezogen. „Der elektrische und hybrid-elektrische Flug sowie das Ziel eines emissionsfreien Luftverkehrs zählen zu den größten industriellen Herausforderungen unserer Zeit. Wir haben auf diesem Gebiet gemeinsam mit unseren staatlichen und industriellen Partnern in nur wenigen Jahren rasante Fortschritte erzielt. Vorläufiger Höhepunkt war die Ärmelkanalüberquerung unseres vollelektrisch angetriebenen Flugzeugs E-Fan im letzten Jahr. Großer Dank gilt insbesondere der Bayerischen Staatsregierung und Ministerin Ilse Aigner für ihre Unterstützung des Standorts Ottobrunn“, sagte Tom Enders, Vorstandsvorsitzender der Airbus Group. „Wir sind überzeugt, dass bis zum Jahr 2030 Verkehrsflugzeuge mit einer Kapazität von unter 100 Passagieren mit hybriden Antriebssystemen fliegen könnten, und wir sind entschlossen, diese Möglichkeiten gemeinsam mit Weltklassepartnern wie Siemens zu erforschen.“

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Siemens setzt auf Start-ups für Flugzeugantriebstechnik

„Mit dem Einstieg in die Flugzeugantriebstechnik schlagen wir ein neues Kapitel in der Elektromobilität auf. Die Zusammenarbeit mit der Airbus Group erschließt unserem Haus neue Perspektiven und wir öffnen uns noch stärker für disruptive Innovationen“, sagt Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG. „Das Projekt wird ein wichtiges Vorhaben unter dem Dach der so genannten 'Innovation AG' sein. Wie bereits angekündigt, soll diese Einheit zusammen mit Partnern neue Trends erkennen, in diese investieren und zukunftsfähige Geschäfte entwickeln. Dabei können sich sowohl Gründer aus dem Mitarbeiterumfeld als Start-up bewerben als auch externe Start-ups und bereits etablierte Firmen.“

Ein E-Linienflugzeug steht auf der Agenda

Hybrid-elektrische Antriebe können den Treibstoffverbrauch von Flugzeugen deutlich senken und den Lärm reduzieren. Die europäischen Emissionsziele sehen bis 2050 eine Senkung des CO2-Ausstoßes um 75 Prozent vor, verglichen mit den Werten des Jahres 2000. Diese ambitionierten Vorgaben lassen sich mit herkömmlichen Technologien nicht erreichen. Zusammen wollen die Airbus Group und Siemens Prototypen für verschiedene Antriebssysteme entwickeln; in Leistungsklassen von einigen 100 Kilowatt bis hin zu zehn und mehr Megawatt, also für Flugzeuge mit bis zu 100 Sitzen für lokale Flüge bis hin zur klassischen Kurz- und Mittelstrecke, für Hubschrauber oder unbemannte Flugzeuge.

Neues Standbein für Siemens

Beide Unternehmen haben bereits 2011 gemeinsam mit dem österreichischen Unternehmen Diamond Aircraft ein erstes Flugzeug mit Hybridantrieb vorgestellt. Siemens hat seitdem einen Elektromotor für Flugzeuge entwickelt, der bei gleichem Gewicht fünfmal mehr Leistung liefert. Die Airbus Group gewinnt seit 2014 mit dem E-Fan, einem vollelektrisch angetriebenen Zweisitzer für die Pilotenausbildung, Erfahrungen im Betrieb von Elektroflugzeugen. Dieser Erfolg wurde in Zusammenarbeit mit verschiedenen Industriepartnern und dank zuverlässiger Unterstützung durch die französische Regierung erzielt.

Mit dem geplanten E-Aircraft System House am Standort Ottobrunn/Taufkirchen werden der Airbus Group erweiterte Kapazitäten zur schnelleren Entwicklung von Komponenten und Systemtechnologien zur Verfügung stehen. Siemens ist seinerseits entschlossen, hybrid-elektrische Antriebssysteme für Luftfahrzeuge als künftiges Geschäft aufzubauen. Die Partner haben in bestimmten Entwicklungsbereichen eine exklusive Zusammenarbeit vereinbart. Für kleine Flugzeuge mit weniger als 20 Sitzen werden beide Unternehmen parallel dazu die Zusammenarbeit mit ihren bisherigen Partnern fortsetzen.

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