Eye-Tracking So können schwerbehinderte Menschen jetzt per Blick kommunizieren

Redakteur: Ines Stotz

Mit Digitalkameras und Bildverarbeitungssoftware können gelähmte Menschen wieder mit ihrer Umwelt kommunizieren. Die Eye-Tracking-Technologie eröffnet neue Möglichkeiten in vielen Anwendungsgebieten.

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Mit Eyegaze Edge können Personen, die weder sprechen noch ihren Körper kontrollieren können, sich wieder mit anderen unterhalten, Texte schreiben, einen Computer bedienen, Videospiele spielen, Haushaltsgeräte steuern und vieles mehr tun – und das alles nur mit ihren Augenbewegungen.
Mit Eyegaze Edge können Personen, die weder sprechen noch ihren Körper kontrollieren können, sich wieder mit anderen unterhalten, Texte schreiben, einen Computer bedienen, Videospiele spielen, Haushaltsgeräte steuern und vieles mehr tun – und das alles nur mit ihren Augenbewegungen.
(Allied Vision Technologies)

Seit den Anfängen in den späten 1970er Jahren hat sich die Messung und Verfolgung des Blickverlaufs (Eye-Tracking) radikal verändert. Heute setzen Hightech-Systeme auf leistungsstarke Industriekameras und komplexe Softwarealgorithmen.

Das US-amerikanische Unternehmen LC Technologies aus Fairfay, Virginia ist einer der führenden Anbieter von Eye-Tracking-Lösungen. Seit über 25 Jahren entwickelt das Unternehmen Systeme, die in unterschiedlichen Bereichen Anwendung finden – von der Unterstützung von Behinderten über Marktforschung bis hin zur Medizintechnik.

Eye-Tracking-Technologie gibt Schwerbehinderten ein Stück Freiheit wieder

Das Eyegaze Edge System von LC Technologies ermöglicht es Patienten von ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), zerebraler Lähmung, Muskeldystrophie, Multipler Sklerose, Rückenmarkverletzungen, Schlaganfall oder Hirnverletzungen, weiterhin mit der Welt zu kommunizieren. Damit können Personen, die weder sprechen noch ihren Körper kontrollieren können, sich wieder mit anderen unterhalten, Texte schreiben, einen Computer bedienen, Videospiele spielen, Haushaltsgeräte steuern und vieles mehr tun – und das alles nur mit ihren Augenbewegungen.

Eyegaze Edge analysiert die Bewegungen eines einzelnen Auges, ohne dass der Patient bzw. die Patientin mit störenden Geräten am Kopf oder am Auge ausgestattet werden muss. Das System besteht aus einem 13,3-Zoll Tablet-PC, einer Machine Vision Kamera und einer verstellbaren Halterung. Die auf das Gesicht gerichtete Kamera erfasst die Pupillenbewegungen. Aus jeder minimalen Veränderung errechnet das System, auf welchen Punkt an der Bildschirmoberfläche die Person ihren Blick richtet.

Industriekamera mit Spezialoptik

Bei der Digitalkamera handelt es sich um eine Guppy F-038 NIR von Allied Vision Technologies, die direkt unter dem Bildschirm angebracht ist. Es ist eine besonders kleine Industriekamera, deren Zeilensprung-CCD-Sensor über eine hervorragende Empfindlichkeit im nahen Infrarotbereich verfügt. Somit ist sie ideal für eine zuverlässige Bilderfassung auch bei schlechten Lichtverhältnissen.

Die Kamera ist mit einer von LC Technologies patentierten Spezialoptik ausgestattet, in der eine kleine Infrarot-LED-Beleuchtung integriert ist. Das für das Menschenauge unsichtbare Infrarotlicht beleuchtet das Auge des Patienten und verursacht eine Spiegelung auf der Hornhaut, ohne dass die Person davon gestört oder geblendet wird. Durch diese Spiegelung kann die Kamera die Position der Pupille und jede noch so kleine Verschiebung bei 60 Bildern pro Sekunde präzise erfassen.

Leistungsstarke Bildverarbeitungssoftware

Die von der Kamera über das FireWire Interface übertragenen Bilddaten werden permanent und in Echtzeit von einer leistungsstarken Bildverarbeitungssoftware analysiert. Durch trigonometrische Formeln errechnet die Software, auf welchen Punkt die Person genau schaut – mit einer Toleranz von maximal 6 mm.

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