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Nachhaltigkeit Solar Impulse 2: Solarflugzeug startet zur Weltumrundung

| Redakteur: M.A. Bernhard Richter

Bertrand Piccard und André Borschberg, die beiden Piloten der Solar Impulse 2, haben ein ehrgeiziges Ziel: Sie wollen beweisen, dass sich die Erde im einem Flugzeug umrunden lässt. Die Herausforderung dabei – sie wollen es ohne einen Tropfen Treibstoff schaffen. Heute wird es ernst.

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Das Flugzeug ist das Ergebnis von sieben Jahren harter Arbeit, Berechnungen und Tests, durchgeführt von einem 80-köpfigen Team sowie 100 Partnern und Beratern. Nie zuvor wurde so ein grosses Flugzeug mit einem so geringen Gewicht gebaut.
Das Flugzeug ist das Ergebnis von sieben Jahren harter Arbeit, Berechnungen und Tests, durchgeführt von einem 80-köpfigen Team sowie 100 Partnern und Beratern. Nie zuvor wurde so ein grosses Flugzeug mit einem so geringen Gewicht gebaut.
(Bild: Solar Impulse)

Das Solarflugzeug startete planmäßig am Morgen des 9. März 2015 vom Militärflugplatz in Abu Dhabi in Richtung Osten. Auf der für rund fünf Monate dauernden Reise soll das Flugzeug 12 Mal zwischenlanden. Hier wechseln sich die Piloten ab, besuchen öffentliche Events für Regierungen, Schulen und Universitäten um ihre Botschaft in die Welt zu tragen: verantwortlich mit den Energieressourcen unserer Erde umzugehen.

Im Zeitraum zwischen Ende Juli und Anfang August soll die Solar Impulse 2 wieder an ihrem Ausgangspunkt in Abu Dhabi landen.

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Zwölf Jahre Vorbereitung

Es hat zwölf Jahre gedauert um die nötigen Berechnungen, Simulationen, Konstruktionen und Tests durchzuführen. Das einsitzige Solarflugzeug aus Carbonfasern weist eine Flügelspanne von 72 m bei einem Gewicht von nur 2300 kg auf, was eine enorme Aerodynamikleistung und Energieeffizienz bietet. Die rund 17.000 Solarzellen, die in die Flügel eingebaut sind, führen den vier elektrischen Motoren (je 17,5 PS) erneuerbare Energie zu. Am Tag laden die Solarzellen ebenfalls die 633 kg schweren Lithiumbatterien auf, was es dem Flugzeug ermöglicht, auch bei Nacht zu fliegen. Das Cockpit ist nur 3,8 m³ groß, wobei jedes Detail so designt wurde, dass der Pilot hier eine Woche aushalten kann.

Das Unternehmen Solar Impulse nutzte die 3D-Experience Plattform von Dassault Systèmes, einschließlich der Anwendungen Catia und Enovia, für die Konstruktion, den Bau und die Validierung dieses zweiten Solarflugzeugs.

Bayer Material Science war unter anderem für die komplette Gestaltung der Cockpithülle verantwortlich. Dabei wurde der extrem leistungsfähige Dämmstoff Baytherm Microcell für die Flugzeugtür verwendet. Dessen Isolierleistung ist noch einmal um 10 % höher als der momentane Standard. Die restliche Cockpithülle besteht aus einem anderen Polyurethan-Hartschaum. Außerdem liefert das Unternehmen einen Verbundwerkstoff aus Polyurethan und Carbonfasern für den Türverschluss sowie dünne Platten aus dem Hochleistungskunststoff Polycarbonat für das Fenster. Außerhalb des Cockpits wird der Hartschaum zur Dämmung der Batterien genutzt.

Die Schalt- und Steuerungskomponenten des Solarfliegers stammen von ABB.(br)

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