Hannover Messe 2018

Stäubli zeigt leichte Werkzeugwechsler und autonome Robotersysteme

| Redakteur: Katharina Juschkat

Das autonom fahrende Robotersystem Helmo hat sich inzwischen auch in der Praxis bewährt – Stäubli setzt es in der eigenen Fertigung ein.
Das autonom fahrende Robotersystem Helmo hat sich inzwischen auch in der Praxis bewährt – Stäubli setzt es in der eigenen Fertigung ein. (Bild: Stäubli / www.fotothron.de)

Auf der Hannover Messe zeigt Stäubli unter anderem seinen autonom fahrendes Robotersystem Helmo sowie neue Steckverbinder und Werkzeugwechsler für die Industrie der Zukunft.

Stäubli zeigt auf der diesjährigen Hannover Messe Neuheiten aus den Bereichen Robotics und Connectors. Unter anderem präsentiert der Mechatronik-Anbieter Einsatzmöglichkeiten für sein autonom fahrendes Robotersystem und leichte Werkzeugwechsler.

Die nächste Stufe der Mensch-Roboter-Kollaboration

Im vergangenen Jahr stellte Stäubli auf der Messe seinen Lösungsansatz für die nächste Stufe der Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) vor: Das autonom fahrende Robotersystem Helmo. Inzwischen hat sich das System auch in der Praxis bewährt: „Helmo ist die neue Generation von leistungsfähigen Robotern, die autonom arbeiten und an unterschiedliche Arbeitsplätze fahren, ihr Material selbst zusammenstellen und dann die Arbeit aufnehmen können“, erklärt der Group Division Manager Robotics Gerald Vogt.

Welche Einsatzszenarien mit dem System künftig möglich sind, erprobt das Unternehmen in der eigenen Fertigung. Hier arbeiten Techniker und das mobile Robotersystem Seite an Seite, etwa bei der Montage von Elektrosteckern für Kupplungssysteme. „Helmo arbeitet auch bei monotonen und ermüdenden Arbeitsschritten fehlerfrei. Er entlastet die Belegschaft von unliebsamen Arbeiten und ist deshalb ein überaus beliebter Kollege“, sagt Vogt. „Wir sehen in ihm tatsächlich weniger den Roboter sondern eher den Assistenten, der flexibel zur Stelle ist, wo er gerade benötigt wird.“

Standart-Roboter für MRK qualifiziert

Für das System verwendet Stäubli einen leistungsfähigen Standardroboter mit geringen Modifikationen, in diesem Fall einen Roboter aus der TX2-Baureihe. Die TX2-Baureihe gibt es unter anderem in Reinraum- und Stericlean-Ausführungen, Feuchtraum- und Lebensmittelversionen und als TX2touch-Ausführung für die direkte Mensch-Roboter-Kollaboration.

Vogt erklärt, weshalb Stäubli keinen speziellen Assistenzroboter entwickelt hat: „Reine Assistenzroboter unterliegen Einschränkungen hinsichtlich Traglast, Dynamik, Reichweite oder Präzision. Wir wollten unsere TX2-Standardroboter für die direkte Zusammenarbeit mit Menschen qualifizieren und gleichzeitig deren volles Leistungspotenzial für Arbeiten ohne MRK-Bezug erhalten. Helmo ist dabei modular aufgebaut: Ausgerüstet mit einem automatischen Werkzeugwechselsystem kann er die Performance eines TX2-Sechsachsers steigern.“

Leichte Werkzeugwechsler für viele Industriebereiche

Bisher konzentrierte sich Stäubli vorrangig auf Werkzeugwechsler im hohen Traglastbereich bis 1.530 kg. Auf der Hannover Messe zeigt das Unternehmen dieses Jahr leichte und kompakte Systeme: Der MPS 130 und der MPS 260 sind zwei kleinere Baureihen, die für ein breites Anwendungsspektrum in vielen Industriebereichen konzipiert sind.

Norbert Ermer, General Manager bei Stäubli Fluid Connectors, erklärt: „Besonderes Merkmal ist die gewichtsoptimierte Auslegung, die Anwender davor bewahrt, in Roboter der nächst höheren Traglastklasse investieren zu müssen.“ Das Gewicht des MPS 130 beträgt roboterseitig 1,8 kg und werkzeugseitig 1,1 kg. Das System weist laut Hersteller eine maximale Traglast von 100 kg und 900 Nm Biegemoment auf. Die Werkzeugwechsler erfüllen die Sicherheitsanforderungen gemäß Kategorie 3 Performance Level D. Die Systeme lassen sich kundenspezifisch mit Modulen für Medien-, Daten- und elektrischer Energieübertragung ausstatten.

Hybride Steckverbinder maßgeschneidert konfigurieren

Auch Teil der Messe sind die Stäubli Electrical Connectors, mit denen der Mechatronik-Anbieter seinen Kunden Verbindungslösungen bietet, die mit hohen Steckzyklen die Effizienz und Ausfallsicherheit von Produktionsprozessen steigern sollen.

„Die modulare Bauweise unserer Steckverbindung Combitac ermöglicht die maßgeschneiderte Konfiguration hybrider Steckverbinder“, erklärt Thomas Spindler, Leiter Vertrieb & Marketing bei Stäubli Electrical Connectors. „Combitac entspricht den Anforderungen an intelligente, sich selbst überwachende Maschinen und Komponenten und erfüllt den erhöhten Bedarf an Signal- und Datenverbindungen.“ Gleichzeitig sollen die Steckverbinder kompakt ausgeführt und leistungsfähig sein: Alle notwendigen Strom-, Signal-, Daten-, Hydraulik- und Flüssigkeitsverbindungen lassen sich im Baukastensystem in einem Steckverbinder kombinieren. In Kombination mit dem Ethernet-Modul sind laut Stäubli Datenraten bis zu 10 Gbit/s möglich.

Die Multilam-Kontakttechnologie trägt laut Unternehmensangaben zur Langlebigkeit und Leistungsfähigkeit der Steckverbindersysteme bei. Die Technologie sorgt für minimalen Spannungsabfall, geringen Kontaktwiderstand und eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Vibrationen, Stößen oder Aufprall. So kann eine sichere Verbindung auch bei bis zu 100.000 Steckzyklen sichergestellt werden.

Hannover Messe 2018: Halle 17, Stand C13

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