Modernisierung

Steilste Zahnradbahn der Welt mit Siemens-Technik automatisiert

| Redakteur: Sariana Kunze

Die Pilatusbahn in der Zentralschweiz ist mit 48 Prozent Steigung die steilste Zahnradbahn der Welt.
Die Pilatusbahn in der Zentralschweiz ist mit 48 Prozent Steigung die steilste Zahnradbahn der Welt. (Bild: www.perretfotoch.ch)

Mit einer Steigung von 48 Prozent ist die Pilatusbahn die steilste Zahnradbahn der Welt. Damit die Triebfahrzeuge des Gipfelstürmers gefahrenlos gewartet werden können, kommt Automatisierungstechnik von Siemens zum Einsatz.

Die Pilatusbahn in der Zentralschweiz ist mit 48 Prozent Steigung die steilste Zahnradbahn der Welt. Sie erklimmt den 2.132 m hohen Berg Pilatus. Damit die Arbeiter die Triebfahrzeuge in der Betriebshalle gerade mit Blick auf die unter Hochspannung stehenden Fahrleitzungen gefahrlos warten können, kommt Automatisierungstechnik von Siemens zum Einsatz. Damit ist beispielsweise sichergestellt, dass die Hochspannung stets ausgeschaltet ist, wenn die zum Rangieren der Treibwagen benötigte Schiebebühne sich bewegt.

Pilatusbahn: Gipfelstürmer seit 130 Jahren

Bei 48 Prozent Steigung kommen selbst gut ausgestattete Geländewagen an ihre Grenzen, zumal man im Auto bergab das Gefühl hat, fast senkrecht zu fahren. Die Pilatusbahn (PB) in der Zentralschweiz schafft diese Steigung während der Saison jeden Tag mehrfach problemlos und überwindet dabei eine Höhendifferenz von 1.635 m. Mit maximal 12 Stundenkilometern meistert die Schmalspurbahn die 4,618 km lange Strecke und das seit 130 Jahren. Dennoch oder gerade deswegen legt der Betreiber, die Pilatus-Bahnen AG (PBAG), großen Wert auf die regelmäßige Wartung der 9,5 t schweren Triebfahrzeuge. Um dabei die Sicherheit der Arbeiter zu gewährleisten, muss die Hochspannung der Fahrleitungen kontrolliert geschaltet und geerdet werden. Statt wie bisher von Hand übernimmt nun Automatisierungstechnik von Siemens das Ein- und Ausschalten der Hochspannung sowie das Verschieben der Tonnen schweren Schiebebühne aus dem Jahr 1888, die die Triebfahrzeuge rangiert.

Modernisierung der Wartungsanlage, Steuerung und Schiebebühne

Für die Modernisierung der Wartungsanlage beauftragte die PBAG die Furrer+Frey AG, einen führenden Anbieter von Fahrleitungsanlagen. Den Experten war schnell klar, dass die elektrische Einrichtung der Schiebebühne, die an Stelle von Weichen die Wagen der PB rangiert, veraltet ist. Der Einbau von Positionssensoren zum sicheren Schalten der Hochspannung wäre nicht rentabel gewesen. Stattdessen schlug Patrick de Gottardi, Projektleiter bei Furrer+Frey, vor, auf Technik von Siemens umzusteigen und in diesem Zuge auch die Steuerung der Motoren und der Schiebebühne zu erneuern. Eine Simatic S7-1500 mit integrierten Motion-Control-Funktionen steuert nun die Schiebebühne und schaltet die Hochspannung ein und aus. Die Bedienung erfolgt über ein Human Machine Interface (HMI) Simatic Touch Panel TP700.

Sichere Abschaltung der Hochspannung

Ein Laserdistanzmessgerät misst die Position der Schiebebühne auf 0,1 mm genau. Zudem sichert eine Lichtschranke den Bereich zwischen Wand und Schiebebühen, so dass kein Arbeiter dort erdrückt werden kann. Damit Kleintiere in der offenen Rangierhalle nachts keinen Fehlalarm auslösen, ist die Lichtschranke nachts und bei Stillstand der Bühne deaktiviert. Angetrieben wird die Bühne mit über Sinamics G120-Umrichter angesteuerten Asynchronmotoren (1,5 KW) von Siemens. Zudem erfolgt die Programmierung und das Engineering der gesamten Lösung über Startdrive im TIA (Totally Integrated Automation) Portal. Mit der neuen Lösung ist die sichere Abschaltung/Regelung der Hochspannung während der Wartungsarbeiten gewährleistet.

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