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Energiemesstechnik

Strom- und Spannungsabgriff misst Energiedaten bei Bio-Produkten

| Autor/ Redakteur: Michael Meyer* / Sariana Kunze

In der Andechser Molkerei Scheitz wird die Milch von rund 630 Bio-Bauern aus dem Voralpenland zu Butter, Joghurt und anderen Produkten unter den Gesichtspunkten der Energieeffizienz verarbeitet. Für das Energiecontrolling setzt die Molkerei auf Messtechnik von Wago.

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In der Andechser Molkerei Scheitz wird mit Messtechnik von Wago nicht nur Bio-Joghurt energieeffizienter produziert.
In der Andechser Molkerei Scheitz wird mit Messtechnik von Wago nicht nur Bio-Joghurt energieeffizienter produziert.
(Bilder: Andechser Molkerei Scheitz/Ralph Diermann)

Rund 40 km südöstlich von München verarbeitet die Andechser Molkerei Scheitz die Milch von 630 Bio-Bauern aus dem Voralpenland zu Butter, Joghurt und andere Produkte. Für das Unternehmen selbst stehen umweltbewusstes Handeln und Nachhaltigkeit im Fokus – vor allem als Europas größte Bio-Molkerei. Laut der Andechser Molkerei Scheitz verpflichten sich die Vertrags-Biolandwirte des Unternehmens selbst zu umweltbewusstem Handeln. Jedoch muss die Molkerei selbst eine große Menge an Energie einsetzen, um ihre Produkte herzustellen. Deshalb entschied sich das Unternehmen für den Einsatz von Technik, die den Energiebedarf weiter reduziert. So soll der Strom- und Wärmeverbrauch in 2018 gegenüber dem Vorjahr wieder um einige Prozent sinken. 2017 wurden bereits deutliche Einsparungen erzielt. Dabei zahlt sich das stete Streben nach mehr Effizienz auch wirtschaftlich aus – schließlich stellt Energie einen großen Kostenblock im Unternehmen dar.

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Für die Umsetzung dieser Strategie setzt die Molkerei auf flexible Messtechnik und eine umfangreiche Energiecontrollingsoftware. Man könne damit vielfältige Auswertungen vornehmen, Zeitvergleiche erstellen oder Bezüge zu den Produktionsmengen herstellen. So sei man z.B. in der Lage, den Energieverbrauch pro hergestelltem Joghurt zu ermitteln. Aus diesen Daten leite man dann Effizienzmaßnahmen ab oder kontrolliere deren Wirkung, heißt es bei Andechser. Zudem mache es das System möglich, den CO2-Fußabdruck einzelner Produkte auszuweisen. So sehr der Betrieb heute von seinem Energiecontrolling auch profitiert, so schwierig war zum Teil die Erhebung der Daten in der Vergangenheit.

Mit Strom- und Spannungsabgriff Energiedaten messen

„Wir wussten anfangs nicht, wie die Messdaten zustande gekommen sind. Das vorhandene System war eine Black Box und bot nur einen geringen Funktionsumfang“, berichtet Christoph Ehrensperger, bei der Andechser Molkerei Scheitz als Projektmanager und Programmierer tätig. Zudem sei es gelegentlich vorgekommen, dass einige Daten schlichtweg falsch waren. Ein weiteres Ärgernis: „Die Messtechnik war so individuell, dass wir regelmäßig externe Unterstützung in Anspruch nehmen mussten, etwa wenn eine neue Anlage eingebunden werden sollte“, erklärt Ehrensperger. Da die Molkerei stetig wächst und laufend in neue Produktionstechnik investiert, verursachte dies Aufwand und Kosten. Da die Molkerei bereits seit Jahren Automatisierungstechnik von Wago im Einsatz hat, fiel die Entscheidung auch auf Messtechnik von Wago: Der Strom- und Spannungsabgriff für die 2-Leiter-Durchgangsklemme 95 mm2 (855-951/250-000) mit integriertem Stromwandler (Übersetzungsverhältnis 250 A / 1 A), der alle relevanten Energiedaten direkt an der Einspeisung abgreift und über eine Wago-SPS, dem PFC200, an das Energiecontrolling weiterleitet. Ergänzt wird die Technologie durch Wandleranschlussklemmenblöcke von Wago (Serie 2007). Die Messtechnik konnte die Experten der Molkerei unter anderem durch die kompakte Bauweise überzeugen. So hat der Strom- und Spannungsabgriff die gleiche Breite wie die 2-Leiter-Durchgangsklemme 9 mm2. Ein eigener Wandler oder spezielle Montageeinheiten sind nicht nötig. So wird kein zusätzlicher Platz im Schaltschrank benötigt. Dies war für die Molkerei sehr wichtig, da das Produkt in bestehenden Schaltschränken eingesetzt wurde. Zur optimalen Ausnutzung des Platzes trage auch die integrierte Absicherung bei, sagt Ehrensperger. Die mit einem Melder ausgerüstete SIBA Sicherung (2 A, 450 V, F, 70 kA) befindet sich direkt über dem spannungsführenden Abgriff. „Da die Sicherung Teil des Spannungsabgriffs der Klemme ist, müssen wir uns keine Gedanken machen über die Anordnung im Schaltschrank“, erklärt der Experte. Bei der Installation wird der Strom- und Spannungsabgriff einfach in den Brückerschacht der Klemme gesteckt. Als hilfreich bei der Inbetriebnahme erwies sich zudem die Brückungsmöglichkeit der Sekundärseite des Stromwandlers. „Gäbe es diese Funktion nicht, könnte es unter Umständen passieren, dass im nicht optimierten Normalbetrieb Schäden auftreten. Da wir die komplette Installation der Messtechnik im ersten Teilprojekt erst ein paar Wochen später abgeschlossen haben, haben wir erheblich von dieser Funktion profitiert“, so Ehrensperger.

Messtechnik zieht in die Produktion ein

Die Andechser Molkerei Scheitz führt die Wago-Messtechnik derzeit schrittweise im gesamten Unternehmen ein. In der Verwaltung und in der Logistik ist dieser Prozess im Rahmen eines Pilotprojektes bereits abgeschlossen. Da der Strom- und Spannungsabgriff die Anforderungen der Genauigkeitsklasse 0,5 erfüllt, können sich Ehrensperger und seine Kollegen darauf verlassen, dass die Messergebnisse exakt sind. In der Produktion ist das Wago-Produkt ebenfalls im Einsatz, zunächst für die Verbräuche bei der Abfüllung von Joghurts im Glas. Im Laufe der nächsten Monate soll die Umstellung auf die Wago-Messtechnik auch in der Produktion abgeschlossen werden.

* *Michael Meyer, Product Manager Interface, Wago Kontakttechnik

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