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Cyber-Security

Studie zeigt hohe Gefahr durch Ransomware

| Redakteur: Katharina Juschkat

Eine Studie des IT-Dienstleisters Datto zeigt die Gefahren durch Ransomware, die vor allem für KMU hoch sind: Viele Unternehmen unterschätzen die Gefahr und sind nicht auf Ernstfälle vorbereitet. Einige gezielte Maßnahmen können bei der Prävention helfen.

Ransomware ist eine bösartige Software, die Unternehmensdaten verschlüsselt, bis ein Lösegeld gezahlt wird.
Ransomware ist eine bösartige Software, die Unternehmensdaten verschlüsselt, bis ein Lösegeld gezahlt wird.
( Bild: gemeinfrei / CC0 )

Ransomware ist vor Viren und Spyware die größte Cyber-Gefahr für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) – das ist das Ergebnis des Ransomware-Reports des IT-Dienstleisters Datto. Bei Ransomware handelt es sich um eine bösartige Software, die Unternehmensdaten verschlüsselt, bis ein Lösegeld gezahlt wird. Für den Report wurden 2.400 Managed Service Provider (MSPs) befragt, die weltweit knapp eine halbe Million Kunden aus dem KMU-Segment betreuen.

Das sind einige Ergebnisse der Studie:

  • Umsatzverlust durch Ausfallzeiten kann geschäftsbedrohend sein: Eine durchschnittliche Attacke kostet ein Unternehmen zehnmal so viel wie das Lösegeld. Ein Angriff kostet im Durchschnitt 40.500 Euro und das durchschnittlich geforderte Lösegeld liegt bei 3.700 Euro pro Angriff.
  • Angriffe passieren häufig und werden zunehmen: Über 55 % der MSPs geben an, dass ihre Kunden im ersten Halbjahr 2018 eine Ransomware-Attacke verzeichnet haben. 35 % sagen, dass ihre Kunden mehrfach an einem Tag angegriffen wurden. 92 % der MSPs prognostizieren, dass die Zahl der Attacken gleich hoch bleibt oder ansteigt.
  • Antiviren-Software allein reicht nicht aus: 85 % der MSPs berichten, dass Ransomware-Opfer eine Antiviren-Lösung installiert hatten. 65 % geben an, dass die Opfer eMail/Spam-Filter eingesetzt haben. 29 % sagen, dass die Opfer Pop-up-Blocker hatten, die die Ransomware-Attacken aber nicht abwehren konnten.
  • Unternehmen mit Apple-Betriebssystemen sind ebenfalls angreifbar: Im vergangenen Jahr ist die Anzahl der Attacken auf macOS und iOS laut MSP-Angaben um das Fünffache gestiegen.

KMU unterschätzen die Gefahr von Ransomware

Die größte Cyber-Bedrohung für KMU.
Die größte Cyber-Bedrohung für KMU.
( Bild: Datto )

In Europa ist die Zahl der Attacken besonders hoch: 84 % der MSPs in Europa berichten für den Zeitraum April 2016 bis April 2018 von Ransomware-Attacken gegen ihre KMU-Kunden. Das ist der höchste Wert im weltweiten Vergleich. Doch zahlreiche KMU unterschätzen die Gefahr, wie Dirk Hoffmann, Geschäftsführer von Cosy Systeme GmbH, einem Managed Service Provider aus Deutschland, bestätigt: „Viele Unternehmen denken nach wie vor, dass sie kein lohnendes Ziel für einen Angriff wären. Entsprechend wenig beugen sie vor. Wenn die Falle dann zuschnappt, realisieren sie, wie weitreichend die Konsequenzen und wie kostspielig IT-Ausfälle sind.“

Darüber hinaus ist das Problem weit größer als angenommen, da zahlreiche Unternehmen die Angriffe gegen sie für sich behalten: Laut Studie wird den Behörden nicht einmal jede vierte Attacke (24 %) gemeldet. Diese Zahl, so vermuten die Experten, wird jedoch deutlich ansteigen, da viele Länder und Regionen Gesetze erlassen haben, die vorschreiben, dass Datenschutzverletzungen den Behörden und den Kunden gemeldet werden müssen. In der Europäischen Union ist das die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

„Die Zahl der Ransomware-Attacken ist auf einem alarmierend hohen Niveau und die Gefahr wird auch nicht verschwinden. Es ist höchste Zeit, dass sich Unternehmen jeder Größe gegen Ransomware-Attacken wappnen und vorbereitet sind“, sagt Markus Rex, Country Manager DACH bei Datto. „Mit einigen gezielten Maßnahmen können die Unternehmen viel tun, um ihre IT zu stärken und Risiken zu reduzieren. Dazu gehören Anwender-Trainings, Schutz für die Endgeräte und intelligente Backups.“

SEMINARTIPP Seit die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung in Kraft ist, ist Datenschutz europaweit gesetzlich einheitlich geregelt. Explizit werden Data Protection by Design und Data Protection by Default vorgeschrieben. Das Seminar „Datenschutz in der Technikgestaltung“ gibt einen Überblick über Standards mit Bezug zu Risikomanagement und Risikoanalysen.
Weitere Informationen

So können sich KMU vor Ransomware schützen:

  • „Business Continuity & Disaster Recovery“(BCDR)-Technologie ist der effektivste Schutz vor Ransomware: 90 % der MSPs berichten, dass sich die Kunden mit BCDR-Lösung innerhalb von 24 Stunden von einer Attacke erholt haben. Zusätzlich zur BCDR-Technologie sollten Unternehmen mit ihren MSPs eine Strategie entwickeln, wie sie bei einer Ransomware-Attacke vorgehen. Malware-Erkennung, Kommunikation, Ursachen-Feststellung, Wiederherstellung und Prävention sollten Bestandteile davon sein.
  • Mitarbeiter benötigen Aufklärung und Training, damit sie die erste Verteidigungslinie bilden können: Viele Ransomware-Attacken sind erfolgreich durch Phishing, bösartige Websites, Web-Anzeigen und Clickbait, das auf kleine Unternehmen abzielt. Regelmäßiges Training, um Mitarbeiter für Ransomware zu sensibilisieren, ist auch für kleinere Unternehmen empfehlenswert.

Das vollständige eBook mit allen Details der Untersuchung steht kostenlos zum Download bereit.

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