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Elektromotor

Synchron-Reluktanzmotor kommt ohne Sensor aus

| Redakteur: Sariana Kunze

Synchron-Reluktanzmotoren werden wegen der nicht benötigten Seltenen Erden immer interessanter. Die TU Wien stellte nun auf der SPS IPC Drives 2015 eine verbesserte Elektromotorentechnik vor: Einen sensorlosen Reluktanzmotor.

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Auf der SPS IPC Drives 2015 stellte die TU Wien einen Reluktanzmotor ohne fehleranfällige Sensoren vor.
Auf der SPS IPC Drives 2015 stellte die TU Wien einen Reluktanzmotor ohne fehleranfällige Sensoren vor.
(TU Wien )

Elektromotoren, die mit Permanentmagneten funktionieren, bringen ein Problem mit sich: Die besonders starken Magnete, die man dafür benötigt, enthalten Seltenerdmetalle, die schwer verfügbar sind. Das ist einer der Gründe dafür, dass Synchron-Reluktanzmotoren immer interessanter werden. Der Rotor eines solchen Motors braucht weder Permanentmagnete noch Wickelspulen, außerdem haben Reluktanzmotoren einen besonders hohen Wirkungsgrad. An der TU Wien gelang es nun, diesen Motortyp zu verbessern: Durch eine neuartige Regelung kann man nun ganz auf Lagesensoren verzichten, die bisher immer als Schwachstelle galten. Außerdem lässt sich der Reluktanzmotor durch die spezielle Regelung hochdynamisch, stufenlos und ruckelfrei regeln.

Synchron-Reluktanzmotor bleibt im Takt

„Durch unsere Methoden steht bereits ab Stillstand das volle Drehmoment des Antriebs zur Verfügung, und zwar innerhalb einiger Millisekunden“, sagt Prof. Manfred Schrödl, Institut für Energiesysteme und Elektrische Antriebe der Technischen Universität Wien.
„Durch unsere Methoden steht bereits ab Stillstand das volle Drehmoment des Antriebs zur Verfügung, und zwar innerhalb einiger Millisekunden“, sagt Prof. Manfred Schrödl, Institut für Energiesysteme und Elektrische Antriebe der Technischen Universität Wien.
(TU Wien )

Wie bei anderen Motorentypen sind auch im Synchron-Reluktranzmotor rund um den Rotor Elektromagnete angeordnet, die je nach Lage des Rotors richtig gepolt werden müssen, um den Rotor in Drehung zu versetzen. Man muss also genau feststellen, in welcher Position sich der Rotor gerade befindet. Dafür waren bisher Lagesensoren nötig, die als fehleranfällig galten. Dünne Drähte und feine Lötstellen bei den Sensoren können leicht kaputt gehen und sind für viele Motorenausfälle verantwortlich. Prof. Manfred Schrödl und sein Team vom Institut für Energiesysteme und Elektrische Antriebe arbeiten bereits seit längerer Zeit daran, Elektromotoren zu entwickeln, die ohne Lagesensoren auskommen. Bereits im vergangenen Jahr präsentierte die TU Wien eine sensorlose Drehstrom-Synchronmaschine. Nun stellte Prof. Schrödl auf der SPS IPC Drives 2015 in Nürnberg einen sensorlosen Synchron-Reluktanzmotor vor.

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