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Mars-Rover-Mission Thermosensoren erforschen das Wetter auf dem Mars

| Redakteur: Hendrik Härter

Das Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) aus Jena hat die Thermosensoren für die Mars-Rover-Mission Mars 2020 beigesteuert. Sie sollen im Mars-Rover Perseverance berührungslos die Oberflächentemperatur des Mars messen.

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Die Thermosensoren des Leibniz-IPHT sollen die Oberflächentemperatur des Mars messen. Sie sind an Bord des Mars-Rovers Perseverance.
Die Thermosensoren des Leibniz-IPHT sollen die Oberflächentemperatur des Mars messen. Sie sind an Bord des Mars-Rovers Perseverance.
(Bild: Sven Döring/ Leibniz-IPHT)

Extraterrestrische Planeten zu erforschen gibt uns Menschen viele Antworten, auch über unsere Erde. Deshalb sind Missionen zu unserem Nachbarplanet, dem Mars, aus Blick der Wissenschaftler wichtig und notwendig. Eine Frage ist die nach dem Wetter auf dem Mars. Welche klimatischen Bedingungen würden Menschen bei einer künftigen Erforschung des Mars ausgesetzt sein? Über Feuchte- und Drucksensoren in den entsprechenden Messgeräten lesen Sie hier.

Zum untersuchen der klimatischen Verhältnisse kommen auch Thermosensoren aus dem Jenaer Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) zum Einsatz. Die Sensoren sind Teil des Instrumentenpakets MEDA (Mars Environmental Dynamics Analyzer), das ein Forschungsteam der spanischen Weltraumorganisation INTA entworfen hat. Es liefert Informationen über das Wetter, einschließlich Windgeschwindigkeit und -richtung, Temperatur und Feuchtigkeit, und misst die Menge und Größe von Staubpartikeln in der Marsatmosphäre.

Sauerstoff aus der Marsatmosphäre gewinnen

Damit spiele es eine Schlüsselrolle, um die Erforschung des Planeten durch den Menschen vorzubereiten, heißt es von der NASA, die mit dem Rover auch Methoden prüfen will, um Sauerstoff aus der Marsatmosphäre zu gewinnen und nach weiteren Ressourcen wie etwa Wasser unter der Oberfläche zu suchen.

Anhand der Daten über die Geologie und das Klima auf dem Mars suchen Wissenschaftler nach Anzeichen von früherem Leben auf der Oberfläche. Sie wollen besser verstehen, wie der Planet in der Vergangenheit aussah und warum sich die Erde und der Mars, die aus demselben Urmaterial entstanden sind, so unterschiedlich entwickelt haben.

Die Thermosensoren aus dem Leibniz-IPHT messen die nach unten und oben gerichtete thermische Infrarotstrahlung sowie die Oberflächentemperatur. In den photonischen Sensoren steckt jahrzehntelang weltraumerprobte Technologie. Wenn Perseverance wie vorgesehen im Februar 2021 am Jezero-Krater auf der nördlichen Halbkugel landet, wird bereits die dritte Entsendung aus Jena auf dem Planeten ihre Arbeit aufnehmen. Auch im Rover Curiosity, der seit 2012 auf dem Mars im Einsatz ist und in dem im November 2018 abgesetzten Lander InSight sind Sensoren aus dem Leibniz-IPHT verbaut.

Hohe Anforderungen an die Sensoren

Weil die Jenaer Sensoren den hohen Anforderungen an Stabilität, Robustheit und Genauigkeit zuverlässig standhalten, arbeitet das Leibniz-IPHT seit der 2004 gestarteten europäischen Rosetta-Mission auf dem Gebiet der Weltraumforschung regelmäßig mit dem DLR und der NASA zusammen.

Im Oktober 2018 kam mit dem Einsatz des Landegeräts MASCOT auf dem erdnahen Asteroiden Ryugu ein weiteres Projekt erfolgreich zum Abschluss. Kurze Zeit später startete mit BepiColombo Europas erste Mission zum Merkur, ebenfalls mit spezialangefertigten Thermosensoren aus Jena an Bord.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal Elektronikpraxis.de.

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