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Sensorik Über Branchenniveau: Sick erzielt 7 Prozent Wachstum

| Redakteur: Sariana Kunze

Der Sensoranbieter Sick konnte seine prognostizierten Ziele für 2019 erreichen, obwohl die Nachfrage in der Fabrikautomation weltweit sank. Der Umsatz stieg um 7 Prozent. Hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung spielen dabei eine wichtige Rolle - daran möchte das Unternehmen auch in Krisenzeiten festhalten.

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„Sick hält an den hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung fest, um neue Technologien zusammen mit unserem traditionellen Automationsgeschäft weiter voranzubringen“, erklärt Dr. Robert Bauer, Vorstandsvorsitzender der Sick AG.
„Sick hält an den hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung fest, um neue Technologien zusammen mit unserem traditionellen Automationsgeschäft weiter voranzubringen“, erklärt Dr. Robert Bauer, Vorstandsvorsitzender der Sick AG.
(Bild: Sick)

Das Unternehmen Sick aus Waldkirch konnte sein Wachstum in einem herausfordernden Marktumfeld weiter fortsetzen. Der Sensorhersteller erhöhte seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2019 um 7 Prozent auf 1.750,7 Mio. Euro (2018: 1.636,8 Mio. Euro). Das Wachstum lag somit über der Entwicklung der Sensorikbranche, die vom AMA Verband für Sensorik und Messtechnik mit -1 Prozent für 2019 angegeben wurde. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen 10.204 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den weltweiten Sick-Standorten, davon 1.310 im Bereich Forschung und Entwicklung.

11,5 Prozent fließen in neue Technologien

Das Unternehmen konnte seine für das Geschäftsjahr 2019 prognostizierten Ziele erfüllen. Sick hielt auch an seiner Strategie fest und hat 11,5 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert. Insgesamt wendete das Unternehmen 202 Mio. Euro (2018: 192,5 Mio. Euro) in F&E-Aktivitäten auf. Schwerpunkte der Produktentwicklung lagen in der Vernetzungsfähigkeit der Sensorik im Kontext von Industrie 4.0 sowie der Datensouveränität. Mit der Integration von Applikationswissen in der Software einzelner Produkte und den Möglichkeiten leistungsfähigerer Prozessoren und Speichertechnologien will das Unternehmen seine Sensorik immer stärker hin zur Sensorintelligenz entwickeln.

„Sick hält an den hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung fest, um neue Technologien zusammen mit unserem traditionellen Automationsgeschäft weiter voranzubringen. Nur so können wir gemeinsam mit unseren Kunden die Chancen digitaler Technologien nutzen, um agiler auf die sich schnell ändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu reagieren“, kommentierte Dr. Robert Bauer, Vorstandsvorsitzender der Sick, die Bilanzzahlen 2019.

Ein Großteil der 2018 gegründeten Start-up Initiativen hat bereits Marktreife erlangt und trug mit Lösungen, etwa im Bereich KI-unterstützter Kamerasensorik oder fahrerloser Transportsysteme in der Intralogistik, zum Umsatz bei.

Buchtipp

Das Buch Industriesensorik beschreibt die Entwicklung und die praktische Anwendung der wichtigsten Sensoren. Durch anwendungsbezogene Fehleranalysen von Messsystemen, Sensoren und Sensorsystemen, jeweils ergänzt durch viele detaillierte, vollständig durchgerechnete Anwendungsbeispiele, eignet sich das Buch nicht nur für Studenten, sondern auch für Ingenieure und Techniker verschiedener Fachrichtungen.

Nachfrage für Fabrikautomation sinkt weltweit

Auftragseingang und Umsatz zeigten sich in den einzelnen Geschäftsbereichen und Regionen sehr heterogen. Während in der Fabrikautomation die Nachfrage weltweit sank, konnte Sick hingegen in der Logistik- und in der Prozessautomation Marktanteile hinzugewinnen. Durch diese breite Branchenaufstellung konnten Stagnationen in einzelnen Segmenten ausgeglichen werden. Neben der Präsenz in den etablierten Märkten trugen auch die Vertriebsaktivitäten in den Wachstumsregionen dieser Welt dazu bei, den Umsatz weiter zu erhöhen.

Logistik- und Prozessautomation sorgen für positiven Effekt

Im Heimatmarkt Deutschland lag der Umsatz mit einer Veränderung von -0,6 Prozent geringfügig unter dem Vorjahr. Die Investitionszurückhaltung der deutschen Unternehmen sorgte vor allem im Automobilbereich für Umsatzeinbußen. Stabiler verlief das Geschäftsjahr in der Vertriebsregion Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA). Hier konnte ein Umsatzplus von 7,9 Prozent erreicht werden. Insbesondere sorgten die Geschäfte in Italien, Österreich, Schweden und Norwegen sowie Großbritannien für positive Impulse. Mit 7,6 Prozent lag das Umsatzwachstum in Nord-, Mittel- und Südamerika (Americas) auf einem ähnlichen Niveau. Sick konnte in Nordamerika eine weiter gestiegene Nachfrage in der Intra- und Transportlogistik sowie in der Öl- und Gasindustrie verzeichnen. Die weltweit stärkste Wachstumsregion war unverändert Asien-Pazifik, wo die Entwicklung dynamisch ausfiel. Mit einem Zuwachs von 11,3 Prozent blieb das Umsatzplus auch 2019 zweistellig, vor allem in China und Japan konnte das Geschäftsvolumen wieder gesteigert werden.

Nachfrage nach Automatisierung bleibt 2020 hoch

Es zeichnet sich laut Sick ab, dass Auftragslage und Geschäftsentwicklung im Jahr 2020 maßgeblich von der medizinischen und wirtschaftlichen Krise negativ beeinflusst werden. Doch auch in der derzeitigen Krisensituation ist die Nachfrage nach Automatisierungslösungen, z. B. in der Logistik, hoch.

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