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Robocup 2016

Uni Bonn gewinnt mit Humanoid-Roboter von Igus den Robocup

| Redakteur: Katharina Juschkat

Ein humanoider Roboter aus dem 3D-Drucker, der Fußball spielen kann – damit gewann das Team Nimbro zusammen mit Igus in ihrer Kategorie den Robocup 2016 in Leipzig und ist Weltmeister. Auch der zum ersten Mal verliehene Open Source Prize von Harting ging an das Team der Universität Bonn.

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Die Roboter basieren auf der Igus Humanoid Open Platform, die mit dem Harting-Open-Source-Preis ausgezeichnet wurde.
Die Roboter basieren auf der Igus Humanoid Open Platform, die mit dem Harting-Open-Source-Preis ausgezeichnet wurde.
(Bild: Team NimbRo )

35.000 Besucher, 3500 Teilnehmer, 1200 Roboter – der Robocup hat sich zum führenden internationalen Robotik-Wettbewerb entwickelt. In der 20. Auflage traten jetzt Entwickler-Teams aus 45 Ländern in Leipzig gegeneinander an. Mit dabei das Team Nimbro der Universität Bonn, das mit dem Igus Humanoid in der Kategorie Teen-Size-Fußball einen deutlichen Sieg einfuhr.

In viertägigen Wettkämpfen testeten zahlreiche Forschergruppen ihre neuesten Roboterentwicklungen. Die 17 Disziplinen, in denen die Roboter gegeneinander antraten, reichten dabei von Fußball und Pflege/Service bis hin zu Rettung und Industrie. In der Kategorie Teen-Size der Liga der humanoiden Fußballroboter stellte sich das Team Nimbro der Arbeitsgruppe Autonome Intelligente Systeme des Instituts für Informatik der Universität Bonn der Konkurrenz. Mit Erfolg: In fünf Partien kassierten die Bonner bei 29 Toren kein Gegentor und setzten sich am Ende mit 9:0 klar gegen das Team Huro Evolution TN aus Taiwan durch.

„Ich bin stolz auf mein Team, das durch großartigen Einsatz die Roboter fit für das Turnier gemacht hat“, sagt Prof. Dr. Sven Behnke, Leiter der universitären Arbeitsgruppe. „In den vergangenen Monaten haben die wissenschaftlichen Mitarbeiter und Studierenden rund um die Uhr für diesen Sieg gearbeitet.“

Technologiegruppe vergibt erstmals den Harting Open Source Prize

Auf dem Robocup wartete in diesem Jahr die Harting Technologiegruppe mit einer Neuheit auf: Der Harting Open Source Prize wurde zum ersten Mal international ausgeschrieben. Der erste Platz ging an das Team Nimbro. Das Team nutzte einen quelloffenen 3D-gedruckten Roboter, der in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Transferprojekt gemeinsam mit der Igus GmbH entwickelt wird – das überzeugte die Jury. Seit mehr als drei Jahren kooperieren die Forscher und der Kölner Motion Plastics Spezialist, der mit dem Robolink-System modulare Robotikbausätze anbietet.

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Die Offenheit dieses Ansatzes spricht für sich: Einige Teams binden ihre Verbesserungen direkt in die Druckpläne ein und forcieren somit den Ausbau der Plattform. Der Eintritt in die Wettbewerbe wird damit vielen Teams erleichtert, die sich direkt wichtigen Forschungsfragen stellen können.

Die neue Version des Humanoiden, die jetzt beim Robocup in Leipzig antrat, verfügt über verbesserte Module zur Wahrnehmung der Spielsituation und zur Bewegungserzeugung. So kann der Humanoid beispielsweise lernen, einen beliebigen Fußball mit seiner Kamera zu erkennen. Das Gangverhalten wurde durch mehrere Feedback-Mechanismen stabilisiert. Das tragende Außenskelett besteht aus Kunststoffkomponenten, die im Laser-Sinter-Verfahren hergestellt wurden. Kommt es im Zweikampf zum Sturz, ist der Roboter in der Lage, sowohl aus der Bauch- und Rückenlage als auch von der Seite autonom wieder aufzustehen.

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