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Tiefsee Vier Millionen Dollar für den besten Tiefseeroboter

Redakteur: Katharina Juschkat

25 Teams aus aller Welt konstruieren autonome Tiefsee-Roboter, die den Meeresboden vermessen sollen. Der beste kann 4 Mio. Dollar gewinnen. Dazu aufgerufen hat der Shell Ocean Discovery Xprize. Nur ein Team kommt aus Deutschland – deren Tiefseeroboter ist jetzt zum ersten Mal getaucht.

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Schätzungsweise 95 Prozent der Tiefsee sind nahezu unerforscht. Deshalb haben Shell und die Xprize Foundation zu dem Wettbewerb aufgerufen, einen autonomen Tiefseeroboter zu konstruieren, der unzugängliche Gebiete vermessen kann.
Schätzungsweise 95 Prozent der Tiefsee sind nahezu unerforscht. Deshalb haben Shell und die Xprize Foundation zu dem Wettbewerb aufgerufen, einen autonomen Tiefseeroboter zu konstruieren, der unzugängliche Gebiete vermessen kann.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Bei dem mit insgesamt sieben Mio. Dollar dotierten Shell Ocean Discovery Xprize treten Teams aus der ganzen Welt gegeneinander an, um den besten Tiefseeroboter zu bauen. Das einzige Team aus Deutschland, die Arggonauts von Fraunhofer IOSB, haben erstmals ihr autonomes Tiefsee-Robotik-System der Weltöffentlichkeit präsentiert. Beim öffentlichen Test auf einem Baggersee nahe Freistett präsentierten die Konstrukteure erfolgreich Funktionen wie das autonome Aussetz- und Bergesystem.

Insgesamt läuft der Wettbewerb über drei Jahre. In der kommenden Runde, die bis Dezember 2017 läuft, müssen die Teams mindestens 20 Prozent eines 5.000 km²-Areals, das 2.000 Meter tief ist, innerhalb von 16 Stunden kartografieren. Die finale Runde läuft dann bis November 2018 – hier müssen die Teams 50 Prozent eines 5.000 km²-Areals in 4.000 Meter Tiefe kartografieren. Das beste Team gewinnt dafür immerhin 4 Mio. Dollar, das zweite 1 Mio. Dollar. Im Halbfinale erhalten zudem die bis dato zehn besten Teams insgesamt 1 Mio. Dollar. Und schließlich gibt es einen Bonus-Award von 1 Mio. Dollar für das Team, das erfolgreich ein biologisches und chemisches Signal entdeckt und identifizieren kann.

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Autonome Unterwasserfahrzeuge kartographieren Meeresboden

Die unbemannten Unterwasserfahrzeuge sollen der Kartographierung des Meeresgrunds dienen und sollen im Herbst diesen Jahres bei der ersten Runde der Xprize Challenge eingesetzt werden. Bereits im Februar 2017 hatte das Team des Fraunhofer IOSB das Halbfinale des Wettbewerbs erreicht.

„Wir rechnen uns gute Chancen aus, mit unserer Technologie unter die besten 10 Teams der Welt zu kommen – die Ergebnisse des Tests bestätigen uns darin“ betont Gunnar Brink, Teamleiter der Arggonauts. Beim Übungsmanöver auf dem Gelände des Segelclubs Freistett zeigte das Team Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik erstmals die für den Wettbewerb eingesetzten autonomen Unterwasser- und Oberflächenfahrzeuge „Great Diver“ und „Water Strider“.

Tiefsee ökologisch und wirtschaftlich erforschen

Bei der Vorführung zeigte das Team unter anderem das autonome Aussetz- und Bergemanöver, bei dem ein unbemannter Katamaran das Unterwasserfahrzeug an den Einsatzort bringt und anschließend wieder abtransportiert. Im Wettbewerb sollen später fünf Unterwasserfahrzeuge gleichzeitig bis zu 16 Stunden unter Wasser bleiben und dabei ein Gebiet von mindestens 150 km² kartographieren sowie hochauflösende Bilder anfertigen. „Was hier in 50 Metern Tiefe so einfach aussieht, ist in 2.000 bzw. später in 4.000 Metern eine enorme Herausforderung. Auf hoher See herrschen extreme Bedingungen, die die Orientierung und Kommunikation erheblich einschränken“, erklärt Brink.

In der kommenden Runde, die bis Dezember 2017 läuft, müssen die Teams mindestens 20 Prozent eines 5.000 km²-Areals, das 2.000 Meter tief ist, innerhalb von 16 Stunden kartografieren. Eine intensive Vermessung scheiterte bislang an technologischen und wirtschaftlichen Hürden. Für den Schutz der sensiblen ökologischen Systeme der Ozeane ist jedoch ein umfangreiches Wissen über geologische und biologische Beschaffenheit der Tiefsee unabdingbar. Gleichzeitig ist auch eine nachhaltige und effiziente Nutzung der maritimen Rohstoffressourcen ohne dieses Wissen unmöglich. Deshalb will der Wettbewerb, der von der Xprize Foundation und Shell ausgeht, einen Technologiesprung bei der Erforschung der Tiefsee mithilfe unbemannter Systeme realisieren.

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