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Was bedeutet eigentlich CE-Kennzeichnung?

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Auf fast allen technischen, aber auch nicht-technischen, Produkten ist es aufgeklebt: das CE-Kennzeichen. Warum ist das so und was steckt dahinter?

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Das CE-Kennzeichen ist ein Kennzeichen der Europäischen Union. Es ist ein Hauptindikator für die Konformität eines Produkts mit den geltenden rechtlichen Bestimmungen der EU.
Das CE-Kennzeichen ist ein Kennzeichen der Europäischen Union. Es ist ein Hauptindikator für die Konformität eines Produkts mit den geltenden rechtlichen Bestimmungen der EU.
(Bild: Wi-Fi_network_card / Wi-Fi_network_card / Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 / CC BY-SA 4.0)

Das CE-Zeichen ist eine europäische Kennzeichnung, die vor allem auf Geräten der europäischen Union zu finden ist. Die CE-Kennzeichnung wurde vorrangig geschaffen, um dem Endverbraucher und Betreiber sichere Produkte zu gewährleisten. Die EU-Richtlinie 2001/95/EG des Europäischen Parlaments und des Rates sieht daher vor, das Hersteller nur sichere Produkte in Verkehr bringen dürfen. Diese Richtlinie wird EU-weit in die jeweiligen nationalen Gesetze übernommen.

In Deutschland regelt dies das Produktsicherheitsgesetz. Darin ist festgehalten, dass es verboten ist, ein Produkt auf den Markt zu bringen, das nicht mit der CE-Kennzeichnung versehen ist. Zudem ist es verboten, ein Produkt auf dem Markt bereitzustellen, wenn das Produkt beispielsweise importiert wurde und kein CE-Kennzeichen hat.

Die CE-Kennzeichnung wurde daher vorrangig geschaffen, um dem Endverbraucher und Betreiber sichere Produkte zu gewährleisten. Weiterhin sollte der europäische Warenverkehr durch einheitliche Vorschriften erleichtert werden. Die CE-Kennzeichnung wird daher häufig als „Reisepass“ für Produkte für den europäischen Binnenmarkt bezeichnet. Daher müssen Maschinen und Anlagen, aber auch andere Produkte, die im EU-Markt in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen werden, ein CE-Kennzeichnungsverfahren durchlaufen.

Was bedeutet CE?

Die Buchstaben CE sind die Abkürzung für „Conformité Européenne“, den französischen Begriff für „Europäische Konformität“. Bis 1993 wurde die CE-Kennzeichnung noch „CE-Zeichen“ genannt; die offizielle Bezeichnung lautet seitdem „CE-Kennzeichnung“.

Wann erhält ein Produkt die CE-Kennzeichnung?

Allein das Aufkleben des CE-Kennzeichens bringt nichts, denn die EU-Richtlinie verlangt nach der Sicherheit des Produkts. Im Produktsicherheitsgesetz steht, das die Beurteilung abhängig davon ist, welche entsprechende Sicherheitsnorm betrachtet wurde. Die jeweiligen angewendeten Normen werden schließlich in der Declaration of Conformity, der Europäischen Konformitätserklärung, aufgeführt. In der Europäischen Konformitätserklärung ist dokumentiert, nach welchen entsprechenden Normen das Produkt geprüft wurde und das es so mit den Vorschriften der EU-Richtlinie konform ist.

Daher ist die CE-Kennzeichnung kein Qualitätssiegel, sondern eine Kennzeichnung, die durch den Hersteller in eigenem Ermessen aufzubringen ist und mittels der er zum Ausdruck bringt, dass er die besonderen Anforderungen an das von ihm vertriebene Produkt kennt und dass selbiges diesen entspricht. Der Hersteller bestätigt mit der Europäischen Konformitätserklärung, das alle Normen eingehalten wurden und darf somit das CE-Kennzeichen am Produkt anbringen.

Neben der CE-Kennzeichnung sind keine anderen Zeichen oder Gütesiegel zulässig, die die Aussage des „CE“ in Frage stellen können. So umfasst beispielsweise das deutsche GS-Zeichen inhaltlich nicht den Umfang der CE-Kennzeichnung.

Die Bedeutung der Risikobeurteilung

Einen wichtigen Teil innerhalb des Konformitätsbewertungsverfahrens stellt die Risikobeurteilung dar. Diese wird aktuell nach der harmonisierten Europäischen Norm EN ISO 12100:2010 durchgeführt. Hierbei handelt es sich um eine Sicherheits-Grundnorm (A-Norm). Alternativ zu diesem allgemeinen Verfahren besteht im Falle des Vorhandenseins einer speziellen Produktnorm (C-Norm) für spezielle Maschinentypen (z. B. Pressenbau, …) die Möglichkeit, die Risikobeurteilung nach der C-Norm durchzuführen. Die Risikobeurteilung wird vor der Auslieferung der Maschine durchgeführt. Die Grundsätze für diese Beurteilung werden im Anhang 1 der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG beschrieben:

  • Grenzen der Maschine bestimmen
  • Gefährdungen identifizieren
  • Risiken abschätzen
  • Risiken bewerten
  • Gefährdungen ausschalten oder Risiko mindern

Anwendertreff Maschinensicherheit

Die Maschinensicherheit ist ein wichtiges Thema: Die richtigen Normen müssen berücksichtigt und die Anforderungen der Maschinenrichtlinie müssen eingehalten werden. Der Anwendertreff Maschinensicherheit unterstützt Entwickler und Konstrukteure, die funktionale Sicherheit von Maschinen und Anlagen zu gewährleisten.

Mehr Infos

CE-Kennzeichnung praxisgerecht und effizient

Welche konkreten Maßnahmen, Aufgaben und Pflichten sind mit der CE-Kennzeichnung verbunden und wer muss diese erledigen/erfüllen? Wie kann man das Konformitätsverfahren schnell, praxisgerecht und effizient durchführen, um hohe Kosten zu vermeiden? Dies sind die zentralen Fragestellungen und der Leitfaden, unter dem das Seminar „CE-Kennzeichnung praxisgerecht und effizient“, welches konstruktionspraxis veranstaltet, steht. Der Referent Dipl.-Gwl., Dipl.-Ing. (FH) Preis, der selbst seit etwa 20 Jahren im Bereich der Produktsicherheit und Technischen Dokumentation tätig ist, erklärt, welche Richtlinien die CE-Kennzeichnung fordern und wie diese Richtlinien auf praktische Weise und effizient umgesetzt werden können. Zudem lernen die Teilnehmer im Seminar die wichtigen Recherchewerkzeuge und Normen bezogen auf ihr Produkt kennen. Theoretische Grundlagen sowie praktische Beispiele und Übungen sollen den Teilnehmern helfen, selbst Risikobeurteilungen effizient durchzuführen und die Nachweisdokumentation zu verfassen. Die Technische Dokumentation wird auch ein Schwerpunkt des Seminars sein.

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Juliana Pfeiffer

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