Rittal Was kann die Automatisierung von der IT lernen?

Redakteur: Ines Stotz

Automatisierung und Unternehmens-IT sind zwei Welten, die immer stärker zusammenwachsen. Dieser Trend, der schon seit Jahren erkennbar ist, wird häufig nur unter den Aspekten Soft- und Hardware – wie das Thema Ethernet und Stecker - diskutiert. Doch auch die entsprechende Infrastruktur mit Gehäusen, USV und Klimatisierung ist von entscheidender Bedeutung. In einem Pressegespräch auf der Hannover Messe diskutierten Fachleute, wie sich Lösungen aus der IT-Welt auf die Automatisierungstechnik übertragen lassen.

Anbieter zum Thema

Die zunehmende Verwendung von Lösungen aus der IT-Welt bietet in der Automatisierung viele Vorteile. Diese Entwicklung stellt die Automatisierungsfachleute aber gleichzeitig vor neue Herausforderungen. Letztere sind keineswegs nur auf die häufig diskutierten Themen der Server und Netzwerk Hard- und Softwarearchitektur beschränkt – auch der Infrastruktur kommt in modernen Automatisierungslösungen eine steigende Bedeutung zu.

Die wichtigste Anforderung ist die möglichst hohe Verfügbarkeit des Gesamtsystems. Die Konzepte, die in der IT-Welt zum Beispiel für hochverfügbare Rechenzentren entwickelt wurden, lassen sich in ähnlicher Art und Weise auch für Automatisierungslösungen einsetzen.

Rittal Rechenzentrum (Archiv: Vogel Business Media)

So werden unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV) heute auch für moderne Automatisierungslösungen benötigt, um bei Stromausfall Maschinen und Rechner in einen definierten Zustand zu bringen.

Rittal hat als Systemlieferant sowohl Erfahrung im IT-Bereich als auch im industriellen Umfeld und kann daher seine Kunden bei der Umsetzung entsprechender Konzepte unterstützen. Auf der Hannover Messe stellte das Unternehmen mit dem Power Modular Concept PMC 40 ein kompaktes USV-System vor, das für industrielle Anwendungen gut geeignet ist.

Luft-Wasser-Wärmetauscher führen auch große Wärmelasten zuverlässig ab (Archiv: Vogel Business Media)

Um die Verlustleistung der USV-Systeme in einem Automatisierungssystem abzuführen, steht das Liquid Cooling Package (LCP) zur Verfügung, das mittels eines Luft-/Wasser-Wärmetauschers hohe Wärmelasten von 30 kW aus den Schaltschränken abführt. Die LCP-Systeme lassen sich einfach an die Schaltschränke der TS 8-Serie anreihen.

Auch zur Überwachung von Anlagen (IT und Automation) bietet Rittal entsprechende Lösungen an, die ursprünglich aus der IT-Welt stammen. Wireless-Sensoren überwachen zum Beispiel Temperatur und Luftfeuchtigkeit und geben die Werte an ein übergeordnetes System weiter. Das Überwachungssystem CMC-TC arbeitet mit einer robusten Funkübertragung der Sensordaten bei einer Frequenz von 2,4 GHz.

Luft-Wasser-Wärmetauscher führen auch große Wärmelasten zuverlässig ab (Archiv: Vogel Business Media)

Das System ist flexibel einsetzbar und kann sowohl von IT-Personal als auch von Automatisierern bedient werden. Die gemessenen Werte von bis zu 16 Sensoren werden über einen CMC-TC-Datensammler an ein übergeordnetes Management-System (Leitstand) übertragen. Auch hier gibt es mit der Software RiZone eine Lösung, die eine hohe Verfügbarkeit der Infrastruktur sicherstellt.

IT und Automatisierungstechnik in der Fabrik – Gefahren und Chancen

Klaus Koch: CAT-Consulting für Automatisierungs-Technik, Bürstadt (Archiv: Vogel Business Media)

Klaus Koch, CAT-Consulting für Automatisierungs-Technik, Bürstadt:

„Der Einsatz von IT-Produkten und die gleichzeitige Erfüllung der automatisierungsspezifischen Anforderungen werden der Automatisierungstechnik in Zukunft neue kostengünstigere, bedienerfreundlichere und innovative Lösungen ermöglichen.

Wer diese Chance nutzt, wird für die Zukunft bestens gerüstet sein.

Über viele Jahre verliefen die Entwicklungen der Informationstechnik und der Automatisierungstechnik parallel und scheinbar ohne nennenswerte, gegenseitige Beeinflussung. Dies ist umso verwunderlicher, da beide Technologien sowohl auf der gleichen Hardware, wie zum Beispiel Mikroprozessoren und Speichermedien, aufbauen als auch die gleichen Verarbeitungsoperationen, wie zum Beispiel logische und arithmetische Funktionen, verwenden.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen der Informationstechnik und der Automatisierungstechnik besteht in den verwendeten Begriffen, die zwar oft dasselbe meinen, dafür aber unterschiedliche Namen definiert haben. So wird der Automatisierungstechniker kaum auf die Idee kommen, eine netzwerkfähige SPS ‚Application-Server’ zu nennen oder einen Kommunikationsbus, der SPSen und Bediengeräte verbindet, mit ‚Backbone’ zu beschreiben.

Treffen sich nun diese beiden Welten, reden sie zwar im Prinzip über ähnliche Sachverhalte, verstehen sich aber dennoch nicht, weil ihre jeweiligen Vertreter unterschiedliche Sprachen sprechen.

(ID:299192)