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Was macht ein Projektleiter Industrie 4.0?

| Redakteur: Robert Weber

Der Engineering Dienstleister Ferchau sucht seit einigen Wochen einen Projektleiter Industrie 4.0. Die Stellen für die Fabrik der Zukunft sind rar gesät. Mirčo Krsteski, Account Manager Industrial Engineering bei Ferchau, sprach mit der Redaktion der elektrotechnik über Bewerber, Bildung und Berater.

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Industrie 4.0-Stellen sind noch rar gesät. Ferchau will ein eigens Team aufbauen.
Industrie 4.0-Stellen sind noch rar gesät. Ferchau will ein eigens Team aufbauen.
( Bild: Ferchau )

Sie suchen einen Projektleiter Industrie 4.0. Haben Sie schon Bewerbungen bekommen?

Krsteski: Ja, die Stelle ist seit 2 Wochen ausgeschrieben und wir haben auch schon interessante Bewerber.

Und, schon zugeschlagen?

Krsteski: Nein, wir sammeln die Bewerbungen und gehen auch selber auf die Suche.

Was soll der Projektleiter Industrie 4.0 bei Ihnen machen?

Krsteski: Wir bauen momentan ein Team Industrie 4.0 auf und der Projektleiter soll mit seinen Kolleginnen und Kollegen zukünftig Projekte vor Ort bei unseren Kunden umsetzen.

Wer beauftragt Sie denn für ein Industrie 4.0-Projekt?

Krsteski: Unser Fokus liegt auf dem Mittelstand und der Zuliefererindustrie. Natürlich sind wir auch bei allen industriellen Dax-Unternehmen unterwegs. Bedarfe bestehen hier einerseits im Heben von Potentiale durch Industrie 4.0 - andererseits in der Abwehr von Gefahren, die die Einführung von Standard IT in die Fertigungsstraßen mit sich bringt. In diesen Themenfeldern sind wir bereits in Projekten für renommierte Unternehmen unterwegs und täglich kommen neue Anfragen.

Mirčo Krsteski ist zuversichtlich, dass er in naher Zukunft einen Projektleiter Industrie 4.0 am Arbeitsmarkt findet.
Mirčo Krsteski ist zuversichtlich, dass er in naher Zukunft einen Projektleiter Industrie 4.0 am Arbeitsmarkt findet.
( Bild: Ferchau )

Einige Branchenvertreter sprechen ketzerisch vom Konjunkturprogramm Industrie 4.0 für die Consultants. Was sagen Sie?

Krsteski: (lacht) Wenn Sie heute als Entscheider der Industrie überlegen, welche Investitionen Sie im Kontext Industrie 4.0 tätigen und wenn Ihnen Investitionssicherheit wichtig ist, dann ist es sicherlich opportun, sich genau jetzt kompetente Unterstützung bei Spezialisten zu holen - Spezialisten die schon entsprechende Erfahrungen sammeln konnten. Wir haben solche Kompetenzen an vielen Standorten und sind jetzt dabei, diese überregional zu bündeln.

Zurück zur Stelle. Was macht den richtigen Kandidaten aus?

Krsteski: In einigen Jahren werden wir sicherlich vor allem auf ein Studium als Ingenieur Informatiker oder vergleichbare Qualifikationen achten. Aktuell ist der Arbeitsmarkt aber noch dünn und entsprechenden Absolventen mangelt es häufig noch an praktischen Erfahrungen.

In unseren aktuellen Vakanzen sind Softskills mindestens so wichtig wie Qualifikationen. Diese setzen wir in dieser Position voraus. Er muss emphatisch sein, muss Menschen aus unterschiedlichen Abteilungen (IT, Produktion, Vertrieb) zusammenführen können und sollte gleichzeitig auch auf Managementebene und in Gremien auf Augenhöhe mit Entscheidern arbeiten.

Sie suchen also einen Generalisten?

Krsteski: Ein Generalist, der an der Schnittstelle zwischen Fertigungsindustrie und IT schon Projekte geleitet hat und der für Industrie 4.0 brennt.

Sind deutsche Absolventen darauf vorbereitet?

Krsteski: Als Absolvent werden Sie nicht sofort Projektleiter, aber wir haben einige Bewerber mit spannenden Masterarbeiten, die sich bei uns durchaus in so eine Position entwickeln können. Ein Studium als Ingenieur Informatiker ist da sicherlich schon mal eine gute Voraussetzung.

Wann fängt der oder die Neue bei Ihnen an?

Krsteski: Ich denke wir brauchen sicher noch 2 bis 3 Monate.

Viel Erfolg bei der Suche.

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