Verbandsarbeit

ZVEI-Geschichte: 100 Jahre für die Elektroindustrie

| Redakteur: Sariana Kunze

Der ZVEI feierte am 21. Juni 2018 im Palais am Funkturm in Berlin mit über 700 Gästen aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft sein 100. Jubiläum.
Der ZVEI feierte am 21. Juni 2018 im Palais am Funkturm in Berlin mit über 700 Gästen aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft sein 100. Jubiläum. (Bild: Feierliche Festveranstaltung 2018 / Maren Strehlau / CC BY-ND 2.0)

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Zehn Männer gründeten vor 100 Jahren den Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V., kurz ZVEI, in Berlin. Seit dieser Zeit hat der Verband die rasante Entwicklung der Elektroindustrie begleitet.

Ende des 19. Jahrhunderts schließen sich im damaligen Deutschen Reich Wirtschaftszweige wie die chemische Industrie (1877) oder die Maschinenbauer (1892) in sogenannten Branchenverbänden zusammen. Sie hatten es sich zur Aufgabe gemacht, die Interessen ihrer Mitglieder durchzusetzen. Eine Branche blieb jedoch von dieser Entwicklung vorerst unbeeindruckt: die Elektroindustrie. Im August 1914 veränderte der Erste Weltkrieg die Lage, ein „Kriegsausschuss der Deutschen Industrie“ wurde gegründet, um die Rohstoffversorgung und die industriellen Produktivkräfte zusammenzufassen. Hierfür wurden dann im Jahr 1916 für die maßgebenden Industriezweige entsprechende Gremien gegründet. Somit auch der Kriegsausschuss der Elektrotechnischen Industrie. Er sollte die Elektroindustrie gegenüber den zuständigen Behörden vertreten.

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Die zehn Gründungsmitglieder des ZVEI

Zehn Industrielle, zehn Unterschriften

Zu seinen Aufgaben gehörten vor allem die Sicherstellung des Rohstoffbedarfs, Rohstoffverteilung, Auftragslenkung und gemeinsame Preisstellung gegenüber den staatlichen Stellen. Vorsitzender dieses Ausschusses war Carl Friedrich von Siemens, der jüngste Sohn von Werner von Siemens, der sich für ein entsprechendes Pendant der deutschen Elektrobranche einsetzte. Doch die Interessen der einzelnen Konzerne lagen zu weit auseinander, so dass innerhalb des Kriegsausschusses im Dezember 1917 unter dem Vorsitz von Carl Friedrich von Siemens eine Kommission gebildet wurde, die eine Satzung für einen Branchenverband ausarbeiten sollte. Gesagt, getan: Drei Monate später, am 5. März 1918, trafen sich zehn Industrielle aus dieser Branche noch während des Krieges im Hotel Bristol in Berlin zu einer Sitzung. Auf der Tagesordnung stand der Punkt 'gegebenenfalls Gründungsversammlung für den neuzugründenden eingetragenen Verein'. Im Rahmen der Mitgliedersitzung setzen die zehn Männer ihre Unterschrift unter ein Protokoll mit beigefügter Satzung und verständigten sich so auf die Errichtung eines Zentralverbandes. Erster Vorsitzender des Verbandes war Carl Friedrich von Siemens. Bereits ein Jahr nach seiner Gründung repräsentieren die Mitgliedsfirmen 95 Prozent aller Arbeiter und Angestellten der deutschen Elektroindustrie. In der Zeit des Nationalsozialismus wird der ZVEI in eine ständische Zwangsorganisation überführt. Erst am 24. Februar 1949 kann der Verband in Frankfurt am Main neu gegründet werden.

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100 Jahre Fortschritt und Beschäftigung

Heute zählen etwa 1.600 Mitglieder aus der Elektroindustrie zum Verband. Über die fünf Leitmärkte Energie, Gebäude, Gesundheit, Industrie und Mobilität hinweg spannt sich das ZVEI-Netzwerk. In 100 Jahren Verbandsgeschichte steht der ZVEI seit jeher für Fortschritt und Beschäftigung, aktuell beschäftigt die Branche rund 868.000 Arbeitnehmer im In- und 736.000 im Ausland.

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