Danfoss Bauer

80 Jahre Getriebemotoren – Wilhelm Bauer hatte die zündende Idee

19.03.2007 | Redakteur: Reinhard Kluger

Am 21. März 1927 übernimmt der Unternehmer Wilhelm Bauer, er hat bereits drei weitere Firmen, eine kleine Elektromotorenfabrik in Esslingen und beginnt schon bald, die Idee des Getriebemotors

Am 21. März 1927 übernimmt der Unternehmer Wilhelm Bauer, er hat bereits drei weitere Firmen, eine kleine Elektromotorenfabrik in Esslingen und beginnt schon bald, die Idee des Getriebemotors umzusetzen. Diese Idee, einen mit hoher Drehzahl arbeitenden Elektromotor mit einem Getriebe zu koppeln, ist schon deshalb revolutionär, weil man bis dahin langsam laufende Antriebe nur durch die Untersetzung per Transmissionen, Ketten oder Riemen schaffen konnte.

Anfang der 30er-Jahre hat das kleine Unternehmen unter der schlimmen Wirtschaftslage des Landes zu leiden. Als Wilhelm Bauer am 16. Januar 1936 verstarb, muss sein 21-jähriger Sohn Eberhard den Betrieb übernehmen. Der folgende Krieg macht dem jungen Unternehmer die Aufgabe nicht leichter.

Rasante Entwicklung bei Getriebemotoren

Doch bereits 1947 eröffnet man das erste Außenbüro, 21 weitere sollten folgen. 1950 zieht das Unternehmen an den Stadtrand von Esslingen. Bauer gelingt in dieser Zeit der Aufbau einer Serienfertigung. Eine Pioniertat, da man bis dahin davon ausging, dass die 10.000-fachen Getriebemotorenvarianten nur als Einzelstücke herzustellen wären. Überhaupt erlebt das Unternehmen einen rasanten Aufbau.

1959 wird das erste Tochterunternehmen im Ausland gegründet. In rascher Folge entstehen bis 1987 zehn weitere. Da sich inzwischen ein Trend zu kleineren Getriebemotoren herauskristallisiert, erwirbt Eberhard Bauer 1962 eine Kleinmotorenfabrik in München. 1971 erfolgt der Umzug in ein neu errichtetes Werk in Unterschleißheim. Von einem Getriebemotor sprechen nur Wenige. Der Begriff „Bauer-Motor“ ist längst zum Synonym geworden.

Veränderte Marktbedingungen

Mitte der 60er-Jahre beginnen sich die Marktbedingungen zu verändern. Außerdem findet Bauer inzwischen eine nicht zu unterschätzende Zahl an Nachahmern. Seit 1966 arbeiten die Bauer-Ingenieure an einer technischen Anpassung mit dem Ziel, künftig auch Klein- und Mittelserien rationell fertigen zu können. 1970 wird eine Abteilung eingerichtet, deren Aufgabe es ist, Fertigungsprozesse zu optimieren. Ab 1973 beginnt man mit der Errichtung von Montagen im Ausland. Auch ihre Zahl steigt rasch auf zwölf Betriebe an. Acht davon arbeiten in firmeneigenen Gebäuden.

Bauer verfügt über einen technologischen Vorsprung, der in den Jahren 1967 bis 1977 durch zusätzliche und weiterentwickelte Motorenfamilien gefestigt und ausgebaut wird. 1983 wird dem Publikum auf der Hannover-Messe die neu entwickelte G-Reihe vorgestellt. Bauer sieht in der Steuer- und Regeltechnik große Chancen. Dies findet 1981 in einer Elektronikabteilung seinen Niederschlag.

Die dritte Generation

1984 verstirbt Eberhard Bauer im Alter von 69 Jahren. Sein Sohn Rainer übernimmt. Zwischen 1986 und 1994 werden neue Motoren auf den Markt gebracht. Wieder auf der Hannover-Messe hebt man 1997 eine Baureihe unter dem Namen BAUER 2000 aus der Taufe.

1999 verbindet sich die Geschichte von Bauer mit der von Danfoss. 2002 steht das Unternehmen, das inzwischen unter Danfoss Bauer firmiert, vor einer größeren Herausforderung. Aus der konjunkturellen Lage ergibt sich Handlungsbedarf. Man nimmt eine Restrukturierung und Programmbereinigung vor. Ab dem Jahr 2005 legt Danfoss Bauer einen seiner Schwerpunkte auf die Lebensmittel- und Getränkeindustrie und entwickelt Aseptic-Antriebe. 2006 kommt eine keimtötende Speziallackierung unter der Bezeichnung Aseptic Antibac hinzu. Im Jahr 2007 feiert der Bauer-Motor seinen 80. Geburtstag.

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