Messtechnik ABB-Sensor misst Treibhausgase im Weltraum

Redakteur: Katharina Juschkat

Ein ABB-Messwertgeber an Bord des Satelliten „Hugo“ misst Treibhausgase im Weltall mit einer 100-mal größeren Auflösung als andere Geräte. Erkenntnisse daraus sollen beim Kampf gegen die Erderwärmung helfen.

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ABB-Messtechnik in einem Satelliten erfasst Treibhausgasemissionen auf der Erde.
ABB-Messtechnik in einem Satelliten erfasst Treibhausgasemissionen auf der Erde.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Der Weltraum ist ideal, um Emissionen uneingeschränkt grenzübergreifend zu überwachen und Verbesserungen quantitativ erfassen zu können. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen es Regierungen und Industrien, ihre Emissionsreduktionsziele zu erreichen und die negativen Auswirkungen auf die globale Erwärmung zu reduzieren.

Messwertaufnehmer identifiziert Emissionsquelle aus dem Weltraum

Die GHG-Sat-Satelliten erfassen zusammen mit den optischen Messwertaufnehmern von ABB Methanfahnen in der Atmosphäre bis zu 25 m über dem Boden.
Die GHG-Sat-Satelliten erfassen zusammen mit den optischen Messwertaufnehmern von ABB Methanfahnen in der Atmosphäre bis zu 25 m über dem Boden.
(Bild: ABB)

In einem jetzt ins Weltall geschossene Satelliten von GHG-Sat – Anbieter von Diensten zur Erfassung von Treibhausgasen im Weltraum – sind optische Messwertaufnehmer von ABB verbaut, deren Auflösung für Methanemissionen laut Herstellerangaben 100 Mal höher ist als die anderer Messwertaufnehmer. Während bisher nur größere Regionen erfasst werden konnten, erlaubt der neue Messwertaufnehmer durch seine höhere Granularität nun erstmals die Identifizierung der Emissionsquelle. Weitere neun Einheiten befinden sich derzeit bei ABB in der Fertigung und sollen bis Ende 2022 an Bord der ersten privaten Satellitenkonstellation für die Emissionsmessung in Betrieb genommen werden.

GHG-Sat gab die Vergabe des Konstellationsvertrags an ABB im Oktober 2020 bekannt. Die ersten Lieferungen sollen im Jahr 2021 erfolgen. Bei der jetzt in Betrieb genommenen Einheit handelt es sich um ein einzelnes System, das GHG-Sat vor zwei Jahren bei ABB gekauft hatte, bevor es für die Konstellation ausgewählt wurde.

Treibhausgase im Weltall erfassen ist für ABB nichts neues: Seit mehr als zwei Jahren ist das Unternehmen an der kanadischen Scisat-Mission und der japanischen Gosat-Satellitenserie beteiligt. Der Scisat-Messwertaufnehmer erfasst seit 2003 langfristig subtile Veränderungen in der Zusammensetzung der Erdatmosphäre; mehr als 70 Moleküle und Schadstoffe werden mit einer Empfindlichkeit von Teilen pro Milliarde bestimmt.

ABB und GHG-Sat arbeiten gemeinsam an einer neuen Technologie zur Erkennung von Treibhausgasemissionen.
ABB und GHG-Sat arbeiten gemeinsam an einer neuen Technologie zur Erkennung von Treibhausgasemissionen.
(Bild: ABB)

Auch auf der Erde bietet ABB viele Systeme zur Emissionsüberwachung. Die „Continuous Emissions Monitoring“-Systeme erfassen und bewerten kontinuierlich Emissionsdaten in allen Branchen. Sie liefern Informationen für den ökologischen und wirtschaftlichen Betrieb von Produktionsanlagen.

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