Leitungen für Steuerung und Datenübertragung ADAC rettet mit Lapp-Kabeln Kinderleben

Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Ein dumpfer Knall. Der Kinder-Dummy wird in die Gurte gepresst. Alltag in der Crashtest-Anlage des ADAC Technik Zentrums im bayerischen Landsberg, wo man unter anderem Kindersitze auf Herz und Nieren prüft. Für die sichere Steuerung und Datenübertragung kommen dabei fast ausschließlich Leitungen der Stuttgarter Lapp Gruppe zum Einsatz.

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Kindersitz-Test in der Crashtest-Anlage des ADAC-Technik Zentrums
Kindersitz-Test in der Crashtest-Anlage des ADAC-Technik Zentrums
(ADAC, Lapp)

Für einen Kindersitztest wurde kürzlich ein Fahrzeugschlitten mit 70 Stundenkilometern Aufprallgeschwindigkeit innerhalb von 120 ms auf null abgebremst. Der Kinder-Dummy saß noch fest in seinem Kindersitz - und wäre dies das echte Leben, hätte er das Leben des kleinen Passagiers gerettet.

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Die Crashtest-Anlage wurde 1999 erbaut. Sie ist eine der wenigen Anlagen in Europa mit Euro NCAP-Zulassung (New Car Assessment Programme) und entspricht damit dem europaweit einheitlichen Crashtest-Standard. Für die sichere Steuerung und Datenübertragung werden fast ausschließlich Leitungen der Stuttgarter Lapp Gruppe verwendet. Sichtbar sind sie allerdings nur an sehr wenigen Stellen. „Wir haben hier bis zu acht Kilometer Kabel von Lapp verlegt“, schätzt Peter Lukas, verantwortlich für die Elektrotechnik in der Crashanlage.

Umfangreiche Tests zur Verkehrssicherheit

In der 20 mal 20 Meter großen Halle und der insgesamt 168 Meter langen Anlaufbahn wird von den insgesamt 10 Mitarbeitern alles getestet, was zur Verkehrssicherheit gehört: Fahrzeugversuche mit Seiten- und Frontalaufprall, Überschlag oder Aufprall gegen einen Pfahl. Bei den Schlittenversuchen werden Autositze, Kopfstützen, Kindersitze, Dachboxen, Fahrradträger und sonstiges Zubehör getestet. Mit den Fahrzeugen können Aufprallgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h erzeugt werden und mit dem Schlitten bis zu 80 km/h. Dabei werden Massen zwischen 1.500 und 5.000 kg bewegt.

Abgebremst werden die Crash-Schlitten durch eine sogenannte Hydrobremse. Beim Kindersitz-Test bringt sie den Schlitten kontrolliert mit einer Verzögerung von im Schnitt bis 40 g zum Stillstand.

Bis 2000 Videobilder pro Sekunde

Genauso wichtig wie Schlitten und Bremse sind die rechnergesteuerten Foto- und Videoanlagen, die erst die genaue Analyse des Crashs erlauben. Bis zu 2.000 hochwertige Einzelbilder pro Sekunde zu beliebig wählbaren Zeitpunkten sind in der Abbremsphase möglich.

Die High-Speed-Videoanlage zeichnet den gesamten Crashtest digital auf und speichert ihn. Allein für den Kindersitztest waren sieben der 12 Kameras aufgebaut: jeweils drei Kameras an beiden Seiten und eine weitere Kamera an der Decke an einer Kamera-Verfahranlage, die sich in alle Richtungen bewegen lässt. Auch kann die Position der Kameras auf den Seiten ebenfalls je nach Einsatz verändert werden.

Bestens ausgeleuchtete Halle

Ein wichtiger Faktor für bestmögliche High-Speed Video- und Fotoaufnahmen ist die Beleuchtung. Der Bereich der Halle, in dem die Abbremsung erfolgt, ist deshalb mit einer 300 kW Halogen-Beleuchtungsanlage mit einer Beleuchtungsstärke von 10.000 Lux ausgestattet. Skintop Kabelverschraubungen von Lapp an den Leuchttafeln sichern die Verbindungen zu jeder einzelnen Leuchte.

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