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Update: Hannover Messe 2019

Alles, was Sie zur Hannover Messe 2019 wissen müssen

| Redakteur: Ute Drescher

Die digitale Vernetzung von Mensch und Maschine im Zeitalter der künstlichen Intelligenz steht im Mittelpunkt der Hannover Messe 2019. Weitere thematische Höhepunkte bieten die sechs Leitmessen.

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Die Hannover Messe 2019 findet vom 1. bis 5. April 2019 statt.
Die Hannover Messe 2019 findet vom 1. bis 5. April 2019 statt.
(Bild: Hannover Messe)

Mit dem Leitthema „Integrated Industry – Industrial Intelligence“ will die Hannover Messe 2019 vom 1. bis 5. April 2019 in Hannover die zunehmende Bedeutung von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen in der Industrie sowie in der Energiebranche unterstreichen. Dabei geht es um Themen wie effiziente Energieausnutzung oder autonome Produktionsprozesse, aber auch um Herausforderungen im Hinblick auf Schnittstellen, Protokolle und Sicherheit. Internationale Vordenker aus den Bereichen KI und Industrie kommen in Hannover zusammen, um gemeinsam Lösungen für morgen zu diskutieren und zu entwickeln.

Neben den sechs Leitmessen Industrial Supply, Digital Factory, IAMD–Integrated Automation, Motion & Drives, Comvac, Research & Technology und Energy gibt es Sonderbereiche für Startups und Karrierethemen. Mehr als 90 Konferenzen und Foren runden das Programm ab. Partnerland 2019 ist Schweden.

Impressionen der Hannover Messe 2019:

Impressionen Hannover Messe 2019

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Industrial Supply 2019: Umfassendes Angebot zum Leichtbau

Industrial Supply: Internationale Leitmesse für innovative Zulieferlösungen und Leichtbau. (Im Bild: Pöppelmann)
Industrial Supply: Internationale Leitmesse für innovative Zulieferlösungen und Leichtbau. (Im Bild: Pöppelmann)
(Bild: Hannover Messe)

Ein wichtiges Thema der Industrial Supply 2019 wird die Frage sein, warum Leichtbau für die Industrie, aber auch darüber hinaus eine Schlüsseltechnologie für die Zukunft ist. Von Werkstoffen, deren Möglichkeiten viele Branchen erst noch entdecken werden, bis zur Spitzenkonferenz von Politik, Forschung und Industrie soll es um den konkreten Einsatz von Leichtbaulösungen sowie um Strategien gehen, um dieser Querschnittstechnologie einen noch größeren Einfluss zu verschaffen.

Zentrales Anliegen des Leichtbaus ist es, das Produkt oder Bauteil besser zu machen – etwa im Hinblick auf Belastbarkeit, Effizienz oder auch Design. Hinzu kommt, dass Leichtbau Ressourcen und Material effizient einsetzt und sowohl den Energieeinsatz als auch die damit verbundenen Emissionen reduziert. Das steigert die Wettbewerbsfähigkeit und leistet gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz. So präsentieren Unternehmen und Verbände auf der gesamten Hannover Messe intelligente Leichtbaulösungen, auch wenn sich die zentrale Anlaufstelle für das Thema Leichtbau im Bereich der Industrial Supply in Halle 5 findet.

Folgende Formate und Gemeinschaftspräsentationen befassen sich mit dem Thema Leichtbau:

  • Lightweighting Summit: Das Bundeswirtschaftsministerium lädt zur ersten Leichtbau-Konferenz auf die Hannover Messe 2019. Bei dem Spitzentreffen von Politik, Wirtschaft und Forschung am 2. April geht es um die Bedeutung, die Wettbewerbssituation sowie eine Strategie zur Förderung der Schlüsseltechnologie Leichtbau. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier wird die Konferenz eröffnen und die Auftaktrede halten.
  • Integrated Lightweight Plaza und Forum: Die Integrated Lightweight Plaza dient in Halle 5 als zentrale Anlaufstelle zum Thema Leichtbau sowie als Marktplatz für material-, verfahrens- und branchenübergreifende Leichtbaulösungen. Unternehmen, Netzwerke, Verbände und Forschungseinrichtungen nutzen die Plaza, um zu zeigen, dass eine optimale Leichtbaulösung die interdisziplinäre Zusammenarbeit in Sachen Werkstoffe, Konstruktion und Fertigungstechnologien erfordert.
  • Gemeinschaftsstand Leichtbau BW: Am Gemeinschaftsstand „Leichtbau aus Baden-Württemberg“ zeigen Unternehmen aus dem Bundesland ihr Know-how und ihre Leichtbaulösungen – darunter etwa leichte Kernmaterialien für Sandwichbauteile, präzise Zahnräder oder Getriebeteile aus Kunststoff oder die Kombination von Freiformschmieden und 3D-Metalldruck. Highlight am Gemeinschaftsstand ist ein ganz besonderes Exponat: der ILO1. Das Konzept-Leichtbau-Fahrzeug wurde innerhalb von nur vier Monaten entwickelt.
  • Leichtbau-Cluster Gemeinschaftsstand: Um Geschäftsideen in marktfähige Produkte oder Dienstleistungen umzusetzen, spielt besonders für kleine und mittlere Unternehmen die Kooperationen mit anderen Unternehmen, Dienstleistern und Hochschulen eine entscheidende Rolle. Deshalb ist das Leichtbau-Cluster der Hochschule Landshut bereits zum neunten Mal in Folge mit Partnern auf der Hannover Messe mit einem Gemeinschaftsstand vertreten.
  • Leichtbau-Guide: Der Leichtbau-Guide macht die Besucher auf die vielen Unternehmen aufmerksam, die – verteilt über die gesamte Hannover Messe – relevante Beiträge aus dem Bereich Leichtbau zu bieten haben.
  • Guided Tour: Ein neues Angebot ist die tägliche Guided Tour unter der Überschrift „Leichtbautechnologien in der industriellen Anwendung“.

Ergänzendes zum Thema
Leichtbau-Gipfel des Bundeswirtschaftsministeriums mit Peter Altmaier

Das Programm steht und kann sich sehen lassen: Führende Experten aus Politik, Wirtschaft und Forschung werden bei der ersten Leichtbaukonferenz des Bundeswirtschaftsministeriums während der Hannover Messe auf der Bühne stehen. Damit sind die Voraussetzungen bestens, dass hieraus am Messedienstag, den 2. April, ein gewinnbringender industriepolitischer Dialog über Bedeutung, Wettbewerbssituation sowie eine Strategie zur Förderung der Schlüsseltechnologie Leichtbau in Deutschland entsteht.

„Leichtbau ist ein starker Innovationstreiber, der zur Steigerung von Ressourcen- und Energieeffizienz beitragen kann“, sagt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. „Das ist gleichermaßen wichtig für Umwelt- und Klimaschutz sowie zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland.“ Altmaier übernimmt als Schirmherr der Veranstaltung die Begrüßung am Messedienstag ab 14 Uhr. Grußworte kommen außerdem von Dr. Michael Meister, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, sowie Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) richtet den Entscheider-Dialog gemeinsam mit der Initiative Leichtbau des BMWi und der Deutschen Messe AG aus.

Zwei Keynotes zu Beginn schaffen die Diskussionsgrundlage für die darauffolgenden Panels. Zuerst widmet sich Professor Dr. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer Gesellschaft, der Frage nach Chancen und Herausforderungen der Schlüsseltechnologie Leichtbau. Danach spricht Dr. Ralf Fröchtenicht, Einkauf und Lieferantennetzwerk bei der BMW AG, über die Bedeutung des Leichtbaus für die Automobilindustrie. An der anschließenden Paneldiskussion über die Bedeutung der Schlüsseltechnologie Leichtbau für den Industriestandort Deutschland nehmen außer den beiden Keynote-Speakern noch Christoph Dammermann, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Wirtschaftsministerin Baden-Württembergs, sowie Dr. Andreas Gebauer-Teichmann, Konzern Technologiestrategie & -management der Volkswagen AG, teil.

Eckpunkte einer Leichtbaustrategie für Deutschland aus Sicht der Industrie und Forschung skizzieren Professor Dr. Hubert Jäger, Professor für Systemleichtbau und Mischbauweisen an der TU Dresden sowie Vorstandsvorsitzender von Carbon Composites, und Dr. Peter Dahlmann, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Stahlinstituts VDEh, im Anschluss. Das darauffolgende zweite Panel beleuchtet den leichtbaupolitischen Dialog mit Dr. Peter Dahlmann, Dr. Wolfgang Seeliger, Geschäftsführer der Leichtbau BW GmbH, Ministerialdirektor Dr. Winfried Horstmann, Leiter Abteilung Industriepolitik im BMWi, Heinz Gaub, Geschäftsführer Technik bei ARBURG, sowie Hans-Peter Dahm, Geschäftsführer von TGM Lightweight Solutions. Ein Fazit der Veranstaltung zieht schließlich Björn Thümler, niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, sodass der erste Leichtbau-Gipfel gegen 17.00 Uhr sein Ende finden wird.

Das Spitzentreffen von Politik, Wirtschaft und Forschung findet auf der Hannover Messe im Tagungsbereich der Halle 19 im Saal New York 1 statt. Die Teilnehmerzahl ist auf rund 300 Personen begrenzt. Anmeldungen sind ab sofort per E-Mail an gsl@initiativeleichtbau.de möglich.

Oberflächentechnik auf der SurfaceTechnology Area

Von der Vorbehandlung über die Beschichtung bis hin zu Korrosionsschutz und Funktionalisierung – Oberflächentechnik ist unverzichtbarer Bestandteil in jeder industriellen Fertigung. In Halle 5, innerhalb der SurfaceTechnology Area, sollen Anwender aus Entwicklung und Konstruktion genauso wie Einkäufer auf der Hannover Messe 2019 ihre Gesprächspartner zu Trends und Möglichkeiten im Bereich Oberflächentechnik finden, im direkten Umfeld der Themen Leichtbau und Additive Manufacturing.

Das Additive Manufacturing etwa spielt in der Oberflächentechnik eine zunehmend wichtige Rolle. Grund dafür ist, dass die Herstellungsprozesse raue und unebene Oberflächen erzeugen. Außerdem erwarten Anwender oft noch eine zusätzliche Oberflächenfunktion, beispielsweise Verschleißfestigkeit, eine elektrische oder auch eine thermische Leitfähigkeit. Erste galvanische Beschichtungen von additiv gefertigten Teilen existieren bereits. Weitere Synergien ergeben sich auch zu den anderen Ausstellungsbereichen in Halle 5. Dazu gehören Leichtbaulösungen, Smart Materials oder die Kleb- und Fügetechnik.

BUCHTIPPDas Buch „Additive Fertigung“ beschreibt Grundlagen und praxisorientierte Methoden für den Einsatz der additiven Fertigung in der Industrie. Das Buch richtet sich an Konstrukteure und Entwickler, um eine erfolgreiche Implementierung additiver Verfahren in ihren Unternehmen zu unterstützen.

Die Unternehmen stellen zu folgenden Themen aus:

  • Teilereinigung und Vorbehandlung
  • Galvanotechnik
  • Lackiertechnik
  • Strahltechnik
  • Mess-, Prüf- und Analysegeräte
  • Dienstleistungen

In Planung sind außerdem ein Gemeinschaftsstand des VDMA sowie eine Präsentation zur industriellen Plasma-Oberflächentechnik. Auch im zentralen Forum Industrial Supply in Halle 4 kommen die Oberflächentechniker zu Wort: Am Donnerstagvormittag gestalten Experten aus Industrie und Forschung das Forumsprogramm und informieren über neue und bewährte Lösungen rund um die Oberfläche.

Ergänzendes zum Thema
Forum Industrial Supply: Kompaktes Wissen zu aktuellen Trends

Von schwedischen Erfolgsrezepten bis zu Fertigungsrevolutionen durch additive Verfahren, von Leichtbau bis zu Mobilität, von Einkauf 4.0 bis zur Oberflächentechnik – das Programm im Forum Industrial Supply lohnt sich an allen fünf Tagen der Hannover Messe 2019.

Das Forum Industrial Supply in Halle 4 der Hannover Messe ist als Wissensquelle und Ort für den Erfahrungsaustausch mit Experten etabliert. Jeden Tag werden aktuelle Themen in jeweils 30-minütigen Slots aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Besonders beliebt bei den Fachbesuchern sind die Podiumsdiskussionen zur Mittagszeit.

Montag: International Session – Partnerland Schweden

Das Forum Industrial Supply eröffnet am Messemontag mit einem intensiven Blick auf Schweden, das Partnerland der Hannover Messe 2019. Ein Impulsvortrag sowie eine anschließende Podiumsdiskussion mit deutsch-schwedischer Beteiligung befassen sich mit dem schwedischen Rezept für Erfolg und den Chancen, die sich für deutsche Unternehmen auf dem Absatzmarkt Schweden sowie im Hinblick auf Kooperationen ergeben. In den Vorträgen am Nachmittag geht es um Strategien für den Eintritt in den schwedischen Markt, um kulturelle Unterschiede, die es in Verhandlungen zu berücksichtigen gilt, oder den Stand der Digitalisierung in Schweden.

Dienstag: Leichtbau und Mobilitätstechnologien

Der Dienstag der Hannover Messe steht ganz im Zeichen von Leichtbau. Das beginnt mit dem Vormittagsprogramm im Forum und setzt sich mit dem am Nachmittag folgenden Leichtbau-Gipfel der Bundesregierung im Konferenzbereich der Halle 19/20 fort. Organisiert wird das Forums-Programm von der VDMA-Arbeitsgruppe Hybride Leichtbau Technologien. „Leichtbau als Enabler der Mobilität von morgen“ lautet die Überschrift für den Dienstagvormittag. Dazu gehört die grundsätzliche Frage nach einer Leichtbaustrategie für die Mobilität ebenso wie Einzelaspekte, darunter Spreiz- und Legetechnologien von Verstärkungsfasern für Composite-Strukturen, innovative AM- und Spritzgussverfahren, thermoplastischer Leichtbau in Serie, Leichtbaukonzepte für hybride Bauteile, ein Werkstoffvergleich von Aluminium und Magnesium oder neue Transportsysteme aus dem Konzeptleichtbau. Der Nachmittag widmet sich dann den Mobilitätstechnologien. Dort geht es etwa um rechtliche Fragen in Sachen Mobilität der Zukunft oder das Thema autonome Flugrobotertechnik.

Mittwoch: BME – Global Sourcing und Einkäufertag

Für das Programm am Mittwoch zeichnet der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) verantwortlich. Los geht es am Vormittag mit einer Session zum Global Sourcing, in der zunächst die generelle Bedeutung des Global Sourcing in herausfordernden Zeiten sowie dann im Speziellen die Beschaffung in Süd- und Osteuropa thematisiert wird. Die Podiumsdiskussion am Mittag widmet sich der Frage „(Wie) Holt man Digitalisierung und Automatisierung nach Deutschland zurück und welche strategischen, operativen und technologischen Herausforderungen ergeben sich dabei?“ Am Nachmittag findet der traditionelle BME-Einkäufertag statt, an dem Experten aus der Praxis die passenden Strategien für den Einkauf in Industrieunternehmen vorstellen und über aktuelle Themen sprechen. Dazu zählen Kennzahlen ebenso wie Einkauf 4.0 für den Mittelstand. Den Abschluss macht ein Schweden-Special, bei dem sich unter anderem schwedische Unternehmen mit Innovations-Pitches präsentieren werden.

Donnerstag: Oberflächentechnik und additive Fertigung

Alle zwei Jahre sind Unternehmen der Oberflächentechnik mit der SurfaceTechnology Area Teil der Hannover Messe. Entsprechend bekommt die Querschnittstechnologie ihren festen Platz auch im Forum Industrial Supply. Am Donnerstagvormittag sind im Forum all jene willkommen, die sich für Innovationen in der Oberflächentechnik und Nanotechnologie, für zukünftige Anforderungen an die Oberflächenbehandlung oder industrielle Plasmatechnologie in der Oberflächenbearbeitung interessieren. Weiter geht es mit dem Thema additive Fertigung. Dazu startet das Programm mit der Podiumsdiskussion am Mittag, die provokant danach fragt, ob es sich bei der additiven Fertigung um eine Revolution in der Fabrik oder nur einen Sturm im Wasserglas handelt. In den Vorträgen spielen dann innovative Lösungen für die additive Fertigung, Potenziale in den Anwenderbranchen Automobilindustrie und Medizintechnik oder auch rechtliche Aspekte eine Rolle.

Freitag: Jugend und Technik

Um den Nachwuchs dreht sich schließlich alles am letzten Messetag. Unter dem Stichwort „Jugend und Technik“ geht es am Freitag im Forum darum, die heranwachsenden Generationen sowie diejenigen, die sich bereits auf den beruflichen Weg in die Industrie gemacht haben, für die Welt der Technik und Ingenieure zu begeistern.

Kleine Komponenten – große Wirkung

Doch damit das große Ganze stimmt, müssen auch die kleinsten Teile passen – und das erfordert oft gemeinsame Entwicklungsarbeit. Ein Beispiel für die vielen Hidden Champions, die auf der Hannover Messe den Kontakt zu Entwicklungsingenieuren, Konstrukteuren und Einkäufern aus aller Welt suchen und ihre Lösungen in den Hallen 3, 4 und 5 bieten, ist die Firma Stüken aus Rinteln, die Stanz- oder Tiefziehteile herstellt.

Die Zulieferer bieten ihre Lösungen im Rahmen der Industrial Supply in den Hallen 3, 4 und 5 an.
Die Zulieferer bieten ihre Lösungen im Rahmen der Industrial Supply in den Hallen 3, 4 und 5 an.
(Bild: Hannover Messe)

Bei Stüken beginnt die Zusammenarbeit deshalb schon mit gutem Zuhören. „Perfekt auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnittene Lösungen entstehen bei uns durch das Verstehen der individuellen Anforderung“, sagt Nils Petersohn, Geschäftsführer der Hubert Stüken GmbH & Co. KG. „Dafür ist ein Austausch von Experte zu Experte unabdingbar.“ Den Anstoß gibt häufig, dass Besucher des Messestands in den Vitrinen ein Teil entdecken, das ihren Anforderungen schon ziemlich nahe kommt. So hat Stüken unter anderem ein fortschrittliches Verfahren für die mehrstufige Kaltumformung von Titan entwickelt. Dadurch sind im Tiefziehverfahren komplexe Geometrien und lange, schlanke Bauteile auch aus Titan besonders effizient herstellbar. Das eröffnet neue Möglichkeiten im Bereich des Produktdesigns.

Tiefziehen bietet Potenzial für Materialeinsparungen

Oft zeigt sich in der Entwicklungsphase auch, dass aufwendige Drehteile durch kostengünstigere Tiefziehteile von Stüken ersetzt werden können. Die Technologie des Tiefziehens bietet darüber hinaus das Potenzial für Materialeinsparungen und damit für Leichtbau. Ein Beispiel für weitere Prozesse, mit denen Stüken die Produkteigenschaften verbessern kann, ist etwa ein patentiertes Verfahren zum Randschichthärten von Bauteilen aus austenitischem Edelstahl.

Ähnliches gilt für MBO Oßwald. Verbindungselemente des Unternehmens aus Külsheim-Steinbach finden sich weltweit in unzähligen Anwendungen – angefangen von einfachen Anwendungen im Handwerk über den Maschinenbau bis hin zu Speziallösungen für den Automotive Bereich. Grundsätzlich verbinden die Standardteile von MBO Oßwald immer mindestens zwei Bauteile und sorgen für die gedachte Kraftübertragung oder halten sie in Position.

Eine wichtige Rolle spielt für MBO Oßwald der Ausbau von Services, die auf digitaler Technologie basieren. Im Mittelpunkt steht deshalb der Onlineshop mit 3D-Modellen, Produktdaten, Preis- und Verfügbarkeitsauskunft sowie Bestellfunktion. Diverse Konfiguratoren ermöglichen direkte Kalkulationen in Echtzeit – und das alles ab Stückzahl eins. Denn als Partner der Industrie steht für Winkler fest: „Wir wollen das Leben der Entwickler, Tüftler und Beschaffer einfacher machen.“

Digital Factory: Mit Künstlicher Intelligenz die Produktion optimieren

Digital Factory: Internationale Leitmesse für integrierte Prozesse und IT-Lösungen (Im Bild: Deutsche Telekom)
Digital Factory: Internationale Leitmesse für integrierte Prozesse und IT-Lösungen (Im Bild: Deutsche Telekom)
(Bild: Hannover Messe)

Unter dem Leitthema „Industrial Intelligence“ will die Industrie auf der Hannover Messe 2019 zeigen, wie sie die Künstliche Intelligenz nutzt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Machine Learning und VR/AR. „Die Vernetzung der Maschinen innerhalb der Fertigung sowie die Entwicklung smarter Komponenten bringt große Datenmengen hervor, die ihrerseits die Basis für den Einsatz innovativer Technologien wie Machine Learning, Digital Twin oder VR/AR darstellen“, sagt Arno Reich, Global Director Digital Factory im Team der Hannover Messe.

Ergänzendes zum Thema
Baden-Württemberg: Aussteller mit intelligenten Lösungen für die Fertigung von morgen

Sprechende Kabel, kollaborative Roboter und Computer, die dem Nutzer die Wünsche von den Augen ablesen – Unternehmen aus Baden-Württemberg präsentieren auch dieses Jahr wieder zukunftsweisende Technologien auf der Hannover Messe. Bei einer Preview-Veranstaltung der Hannover Messe in Loßburg konnten Vertreter der Wirtschafts- und Fachpresse die Messe-Highlights renommierter Unternehmen aus der Region schon vorab kennenlernen.

Sprecher aus Vorstand und Geschäftsführung der branchenführenden Unternehmen sprachen über die Zukunft der Fertigung und stellten ihre Lösungen vor. So zeigte etwa Heinz Gaub, Geschäftsführer Technik vom Maschinenbauunternehmen Arburg aus Loßburg, das die Preview-Veranstaltung ausrichtete, eine Weltneuheit mit einer Live-Demonstration: eine vollständig automatisierte und mit der IT vernetzte Fertigungszelle, mit der hergestellte Produkte zu 100 % rückverfolgt werden können. Als anschauliches Beispiel diente dabei ein Sechs-Achs-Roboter, der Schachfiguren umpositionierte. Das Familienunternehmen Arburg ist mit seinen Spritzgießmaschinen, Turnkey-Anlagen und industriellen additiven Fertigungssystemen ein internationaler Technologieführer, hat sich aber auch in der Robotik einen renommierten Namen erarbeitet.

Ebenfalls in Familienbesitz ist das Unternehmen für Automatisierungstechnik Pilz aus Ostfildern, das die Voraussetzungen für ein sicheres Miteinander von Mensch und Maschine schafft. Bernd Müller, Industry Manager Robotics, und Dr. Manuel Schön, Product Manager Controller, sehen Roboter als universelle Helfer in Industrie und Gesellschaft. Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter wird gerade in der Fertigung weiter zunehmen, umso wichtiger wird es daher sein, für die Sicherheit in der Interaktion von Mensch und Maschine zu sorgen beziehungsweise diese noch zu erhöhen. Daran arbeitet Pilz unter anderem mit den Pilz Service Robotik Modulen für die Smart Factory, die eine sichere und normenkonforme Mensch-Roboter-Kollaboration ermöglichen.

Wie Maschinen lernen, am Arbeitsplatz der Zukunft mit ihren menschlichen Kollegen umzugehen, beschäftigt auch den weltweit viertgrößten Softwarehersteller SAP aus Walldorf. Zusammen mit dem Startup 4tiitoo entwickelt SAP Lösungen, die Computer durch künstliche Intelligenz, Sensortechnik sowie Virtual und Augmented Reality dazu befähigen, ihren Nutzern deren Wünsche gewissermaßen von den Augen abzulesen.

Die Vernetzung – von Menschen, Maschinen, Raum und Daten – ist in der Tat das Großthema, das viele Aussteller bewegt. So zeigt SEW Eurodrive aus Bruchsal Antriebstechnik für die intelligente Fabrik mitsamt Lösungen für Condition Monitoring und Predictive Maintenance. Anschaulich macht dies ein Ausschnitt aus einer realen Automobilfabrik mit produktionsnahen Prozessen, die SEW Eurodrive den Messebesuchern als eindrucksvolles Beispiel zeigt.

Predictive Maintenance ist auch für Lapp, das Stuttgarter Unternehmen für Verbindungstechnologie, ein Thema, hier allerdings im Bereich Strom- und Datenversorgung als Schlüssel für die vernetzte Fabrik und smarte Produktion. Im „Future Lab“ zeigt Lapp Innovationen für vorausschauende Wartung, Gleichstrom und intelligente Komponenten mit der Vision des „sprechenden Kabels“.

Die Optimierung der Wertschöpfungskette durch die intelligente Vernetzung von Sensortechnologie und datenbasierten Lösungen beschäftigt Sensorenhersteller Sick aus Waldkirch. Der weltweit agierende Hersteller von Sensoren für die Fabrik-, Logistik- und Prozessautomation ist überzeugt: Die Fertigung von morgen ist schon heute Realität – „4.0 NOW“. Voraussetzung sei jedoch der Einsatz intelligenter Lösungen und die Vernetzung von Entwicklung, Produktion, Logistik, Kunden und Partnern.

Dr. Katharina Mattes von der Allianz Industrie 4.0 in Baden-Württemberg gab einen Überblick über die Trends, die KMUs aus dem Südwesten gerade bewegen. Entwicklungen wie informatorische Assistenzsysteme, störsichere und intelligente Produkte oder Gestensteuerung für industrielle Anwendungen demonstrierten erneut, wie Unternehmen aus Baden-Württemberg Vorreiter bei Lösungen für die Industrie 4.0 sind. Auf dem Gemeinschaftsstand bei der Hannover Messe präsentieren 14 Mitaussteller – darunter Startups, etablierte Unternehmen und Forschungseinrichtungen – neue Technologien für die Vernetzung der Industrie und die Optimierung des Wertschöpfungsnetzwerks.

KI-Technologien – insbesondere – Machine-Learning- und Deep-Learning-Technologien finden aktuell mit einer hohen Geschwindigkeit den Weg in die Fabriken der Fertigungsindustrie. Damit können bisher nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand lösbare Herausforderungen in der industriellen Fertigung angegangen werden. Ein Beispiel ist die Erkennung von Mustern und Korrelationen basierend auf unstrukturierten Daten wie Bildern, Videos oder Tönen in Kombination mit strukturierten Daten aus den Maschinen. Der Vorteil: Eine solche Verknüpfung verringert den Aufwand, Fehler oder Probleme zu identifizieren. Lernende Systeme werden so zur Basis für kontinuierliche Verbesserung in der Fertigung.

SEMINARTIPP Mit dem Online-Kurs „Machine Learning – wie lernt die Maschine?“ tauchen Sie tiefer in die Methodik ein. Professor van der Smagt – Leiter Artificial Intelligence bei Volkswagen – erläutert Teilnehmern in zwei Stunden die wichtigsten Konzepte des Machine Learnings konzentriert und verdichtet.
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Anwendungen für die Industrie 4.0 sowie Lösungen aus den Bereichen Cloud und Industrial Security, KI und Machine Learning, Digital Twin, VR/AR und Big Data Management präsentiert die Hannover Messe schwerpunktmäßig in den Hallen 5, 6, 7 und 8 unter der Überschrift Digital Factory. Zu den Themen in den Hallen 5 und 6 gehören auch Engineering Software (CAx, PLM), Cloud Solutions, Virtual Reality und Additive Manufacturing. Halle 8 bildet den Übergang zum Bereich Automation mit dem Forum Industrie 4.0 , den Initiativen und politischen Plattformen rund um Industrie 4.0 sowie dem Bereich SmartFactory/Intelligent Manufacturing.

Im Rahmenprogramm wird es zudem verschiedene Angebote geben, um das eigene Wissen in speziellen Bereichen der digitalen Fabrik zu vertiefen und mit Experten in Kontakt zu treten. Dazu gehören unter anderem

  • das CAE-Forum, das sich mit Numerischer Simulation, 3D-Visualisierung und Additive Manufacturing befasst sowie
  • das eintägige Fachsymposium Additive Manufacturing, bei dem sich alles um die Nutzung neuer 3D-Druck-Verfahren im Maschinenbau sowie neue Hardware und Werkstoffe in der generativen Fertigung dreht.

IAMD 2019: Alle Lösungen für die smarte Fabrik

Im Mittelpunkt der IAMD (Integrated Automation, Motion & Drives) in den Nordhallen des Messegeländes stehen smarte Fluidtechnik- und Antriebslösungen, intelligente Komponenten aus der Hydraulik und Pneumatik für die Produktion.
Im Mittelpunkt der IAMD (Integrated Automation, Motion & Drives) in den Nordhallen des Messegeländes stehen smarte Fluidtechnik- und Antriebslösungen, intelligente Komponenten aus der Hydraulik und Pneumatik für die Produktion.
(Bild: Deutsche Messe)

Die Hersteller der Antriebs- und Fluidtechnik liefern die entscheidenden Komponenten, wenn es um die Qualität von Maschinen und Anlagen geht. Zur Hannover Messe 2019 präsentiert sich die Branche erstmals komplett unter dem Dach der IAMD (Integrated Automation, Motion & Drives) in den Nordhallen des Messegeländes. Im Mittelpunkt der Ausstellerpräsentationen stehen dabei smarte Fluidtechnik- und Antriebslösungen, intelligente Komponenten aus der Hydraulik und Pneumatik für die Produktion – und natürlich neue Bausteine für die Industrie 4.0.

Sie alle ermöglichen eine effiziente, störungsfreie Produktion. Wie diese Intelligenz im Bereich Antriebs- und Fluidtechnik aussieht, präsentieren rund 1 000 Aussteller in den Hallen 20 bis 25 der Hannover Messe. Anhand von Exponaten wird gezeigt, wie die kontinuierliche Weiterentwicklung vorhandener Komponenten und Systeme hin zu intelligenten Komponenten verläuft. „Auf der Hannover Messe kann sich die Antriebs- und Fluidtechnik mit Sensor-, Elektronik- und IT-Anbietern vernetzen, um die Digitalisierung künftig noch stärker auf die Verschmelzung neuer Technologien zu fokussieren“, erklärt Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG. „Der Markt fordert nicht nur mechanische Antriebstechnik, sondern vielmehr intelligente mechatronische Systeme“.

IAMD 2019 –Integrated Automation, Motion & Drives (Im Bild: Maxon Motor)
IAMD 2019 –Integrated Automation, Motion & Drives (Im Bild: Maxon Motor)
(Bild: Hannover Messe)

Wer seine Fertigung mit der neuesten Robotik-Technologie ausstatten will, trifft in Hannover sämtliche Marktführer, darunter Fanuc, Yaskawa, Kawasaki, Universal Robots, Hiwin und Mitsubishi. Der Bereich wächst Jahr für Jahr und bildet den aktuellen Stand der Zusammenarbeit von Mensch und Roboter ab. Stichwort Cobots – der Roboter ist längst der Kollege des Menschen geworden, nicht dessen Konkurrenz. Besonders innovative Robotik-Lösungen werden erneut beim Robotics Award ausgezeichnet.

BUCHTIPPDas Buch „Industrieroboter“ ist ein Handbuch für KMU mit Tipps und Tricks zum Thema Robotereinsatz. Es werden die wichtigsten Grundlagen der Robotertechnik vermittelt und Methoden erläutert, wie bewertet werden kann, ob sich ein Produkt oder Prozess durch Robotereinsatz automatisieren lässt.

Ein Herzstück der integrierten, vernetzten und intelligenten Industrie ist auch die Sensorik. Ob in der Energietechnik, im Maschinenbau oder in der E-Mobilität – ohne Sensorik geht in der Industrie 4.0 gar nichts. Sie ist mittlerweile zum verbindenden Thema der Hannover Messe geworden.

In Ergänzung zu den Ständen der Unternehmen erwartet die Fachbesucher wieder ein Rahmenprogramm mit Sonderpräsentationen und Foren. Dazu zählen die

  • Hannover Messe Pump Plaza
  • der Bereich Wireless
  • M2M & IoT
  • der Application Park als Zentrum für Roboterhersteller, Systemhäuser und industrielle Bildverarbeitung sowie
  • ein neuer SME-Pavillon, auf dem kleinere und mittlere Unternehmen ihre 4.0-Lösungen vorstellen
  • Forum Motion & Drives
  • Forum Automation
  • Forum Industrie 4.0

Automation und IT – Partner in Sachen Industrie 4.0

Noch vor wenigen Jahren waren es zwei klar getrennte Bereiche: Automation auf der einen Seite, IT auf der anderen. Diese Grenzen hat die digitale Transformation jedoch verschwimmen lassen. Die großen Automatisierer und die großen Maschinenbauer sind als Pioniere in die Digitalisierungwelt vorgedrungen. Und auch andersherum haben Softwarekonzerne ihr Interesse für die Industrie entdeckt.

Industrie 4.0 funktioniert nur über eine enge Kooperation von IT und Automation. Dass dies nicht reibungslos geht, liegt auf der Hand. „Die zentrale Herausforderung liegt im gegenseitigen Verstehen“, sagt Claus Oetter, stellvertretender Geschäftsführer VDMA Software und Digitalisierung. „Es treffen unterschiedliche Sprachwelten, Disziplinen und Organisationseinheiten aufeinander, was häufig zu Missverständnissen, gegenläufigen Interessen oder unnötigem Wettbewerb führt.“

Wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit aussehen kann, zeigen mittlerweile zahlreiche Beispiele. Adamos etwa, die IIoT-Plattform für den Maschinen- und Anlagenbau in Kooperation mit der Software AG. Dort werden Maschinendaten unterschiedlicher Hersteller aggregiert, um gemeinsam Smart Services für die Kunden zu entwickeln. Den Fokus auf Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen richten ABB und IBM mit ihrer strategischen Partnerschaft.

Ergänzendes zum Thema
Schweden – Land der Einhörner

Gemessen an der Einwohnerzahl, ist Schweden das bislang kleinste Partnerland der Hannover Messe. Trotz – oder gerade wegen – seiner Größe hat Schweden jedoch viele global agierende Industrieunternehmen hervorgebracht. Industrieunternehmen und industrielle Dienstleiser stehen für über 70% der schwedischen Exporte – mit Deutschland als wichtigstem Handelspartner. Das ist kein Zufall: Aufgrund des begrenzten heimischen Marktes mussten und müssen sich schwedische Unternehmen von Beginn an nach außen orientieren und sich internationaler Konkurrenz stellen.

Multinationale Unternehmen wie Ericsson, ABB, Tetra Pak oder SKF sind der beste Beweis dafür. Heute ist Schweden einer der wichtigsten Tech-Hubs in Europa und das Zuhause von Start-ups wie Spotify, iZettle, Klarna oder King. Tatsächlich gibt es außerhalb des Silicon Valley pro Kopf nirgends so viele „Einhörner“ – Start-ups mit einem Marktwert von über 1 Mrd. Dollar – wie in Stockholm. 40 der vielversprechendsten schwedischen Start-ups und Scale-ups werden auf der Hannover Messe vertreten sein und die Möglichkeit haben, sich ein internationales Netzwerk aufzubauen.

Schweden möchte sich auf der Hannover Messe als offener und starker Kooperationspartner präsentieren. Im Zentrum steht die aktive Suche nach neuen Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Sei es zwischen Ländern, Branchen, Wissenschaft und Wirtschaft oder etablierten Unternehmen und Start-ups.

Im Januar 2017 wurde die deutsch-schwedische Innovationspartnerschaft zwischen beiden Ländern geschlossen. Sie umfasst unter anderem die Bereiche Mobilität, Testumfelder und Digitalisierung vom KMUs. Die Hannover Messe soll eine Plattform sein, diese Partnerschaft weiter zu vertiefen.

Eine noch ganz junge Verbindung ist die zwischen Bosch und Huawei. Im Oktober haben die beiden Partner bekanntgegeben, dass IoT-Services von Bosch auf dem strategisch wichtigen Markt China künftig über die Cloud-Plattform von Huawei verfügbar sein werden. Bosch und Huawei hatten sich auch zuvor schon im Industrial Internet Consortium gemeinsam unter anderem für einheitliche Industriestandards stark gemacht.

Einen Zusammenschluss klassischer Automatisierer und ITK-Vertreter stellt zudem die vom ZVEI gegründete Arbeitsgemeinschaft „5G Alliance for Connected Industries and Automation“ (5G-ACIA) dar. Ihr Ziel ist es, den kommenden Mobilfunkstandard 5G industriefähig zu gestalten und ihn in der industriellen Produktion zu etablieren, um Industrie 4.0 zukünftig noch schneller umsetzen zu können.

BUCHTIPPDas Buch „Industriesensorik“ beschreibt die Entwicklung und die praktische Anwendung der wichtigsten Sensoren. Durch anwendungsbezogene Fehleranalysen von Messsystemen, Sensoren und Sensorsystemen, jeweils ergänzt durch viele detaillierte, vollständig durchgerechnete Anwendungsbeispiele, eignet sich das Buch nicht nur für Studenten, sondern auch für Ingenieure und Techniker verschiedener Fachrichtungen.

5G-Testfeld in Halle 16

Erstmals wird darüber hinaus auf der Hannover Messe gemeinsam mit den Technikpartnern Nokia und Qualcomm in Halle 16 ein 5G-Testfeld aufgebaut. Dort wollen sowohl Netzausrüster als auch Anwender zeigen, was mit dem neuen Mobilfunkstandard möglich sein wird. "Gerade für die digitale Vernetzung der Industrie ist die Übertragung von Daten in Echtzeit und unter hoher Datensicherheit von enormer Bedeutung“, betont Jochen Köckler. Insgesamt acht Showcases werden dort via 5G-Standard vernetzt sein – Industrieroboter beispielsweise, die über 5G gesteuert werden, oder der Nachbau einer Automobilproduktionsanlage.

Comvac wächst weiter und spiegelt aktuelle Branchentrends

Comvac: Internationale Leitmesse der Druckluft- und Vakuumtechnik, Halle 26
Comvac: Internationale Leitmesse der Druckluft- und Vakuumtechnik, Halle 26
(Bild: Hannover Messe)

Für die Comvac verzeichnet die Hannover Messe eine große Nachfrage auf Ausstellerseite: Die Halle 26 ist bereits komplett ausgebucht, insbesondere Unternehmen aus China, Deutschland und der Türkei tragen zum starken Wachstum bei. Deshalb weichen Comvac-Aussteller in den südlichen Teil der benachbarten Halle 25 aus sowie auf das Freigelände.

Die Besucher dürfen sich auf viele Neuentwicklungen freuen. Hochdruckluft vereinfacht beispielsweise komplexe Prozesse in der chemischen und petrochemischen Industrie, und Speicherkraftwerke setzen Druckluft ein, um die Energieversorgung aus Sonne und Wind zu sichern. Für die Aussteller sind die Synergien zu den benachbarten Themen der Antriebs- und Fluidtechnik besonders interessant.

Auch auf der Comvac steht Industrie 4.0 im Mittelpunkt, beispielsweise im Bereich Predictive Maintenance oder bei maßgeschneiderten Gesamtlösungen wie Leasing oder der Abrechnung pro Einheit. Energieeffizienz und Ressourceneffizienz bleiben weiterhin wichtige Themen.

Research & Technology: Pionierarbeit der Industrie im Rampenlicht

Research and Technology: Internationale Leitmesse für Forschung, Entwicklung und Technologietransfer (im Bild: Fraunhofer-Institut IOSB)
Research and Technology: Internationale Leitmesse für Forschung, Entwicklung und Technologietransfer (im Bild: Fraunhofer-Institut IOSB)
(Bild: Hannover Messe)

Multimodale Sensorik für Industrieroboter, pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit, Energie-Management für Verteilnetze oder eine Kaltkammer-Druckgießmaschine. Egal, ob in der Produktion, in der Energiebranche oder in der Logistik, alles beginnt mit Forschung und Entwicklung. Der Bereich Research & Technology in Halle 2 der Hannover Messe ist Knotenpunkt für Forschung, Entwicklung und Technologietransfer. Dabei stellen Forschungseinrichtungen sowie etablierte Unternehmen und Startups aus und präsentieren ihre Pionierarbeit in Bereichen wie künstliche Intelligenz, Mensch-Maschine-Kollaboration, intelligente Energielösungen, E-Mobilität und Bionik.

Zu den bereits angemeldeten Ausstellern zählen das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, die Fraunhofer Gesellschaft, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Hamburg Invest sowie der Verein Deutscher Ingenieure (VDI).

Das Rahmenprogramm umfasst

  • die Abendveranstaltung Night of Innovations
  • das Forum Tech Transfer, bei dem es vor allem um Innovationsmanagement und Technologietransfer geht: Teilnehmer haben die Chance, neue Kooperationspartner zu finden. Die Themen reichen von Batterietechnologien, Bionik und Materialien über Leichtbau, additive Fertigung und Energieeffizienz bis hin zu Startups, KMUs und Arbeit 4.0.
  • das Forum Science|Square, bei dem sieben Bundesländer ihre Innovationen sowie neueste Ergebnisse, Produkte und Dienstleistungen präsentieren.
  • den Young Engineers Day, der am Messedonnerstag gemeinsam von der Deutschen Messe und dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) ausgerichtet wird. Der Karrieretag für Jungingenieure und Studierende der technischen Wissenschaften besteht aus individuellen Führungen, Fachvorträgen und Workshops. Dabei gibt er einen Überblick über Karrierechancen und ermöglicht den direkten Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern. Der Tag klingt mit der Young Engineers Night aus.

Energy 2019: Mehr Energieeffizienz durch Digitalisierung

Energy: Internationale Leitmesse für integrierte Energiesysteme und Mobilität. Swedish Energy Plaza, Partnerland 2019.
Energy: Internationale Leitmesse für integrierte Energiesysteme und Mobilität. Swedish Energy Plaza, Partnerland 2019.
(Bild: Hannover Messe)

Der stete Ausbau fluktuierender erneuerbarer Energien im Zuge der Klimaschutzziele erfordert in allen Bereichen eine höhere Flexibilität. Dadurch ergeben sich für das gesamte Energiesystem neue Herausforderungen. Flexibilisierung und Digitalisierung sind der Schlüssel zur Transformation des Energiesystems. Auf der Hannover Messe werden insbesondere in der Sonderschau Digital Energy Technologien und Lösungen gezeigt.

„Die Technologien für mehr Energieeffizienz sind bereits vorhanden“, so Anke Hüneburg, Leiterin Bereich Energie beim Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V. (ZVEI), „aber sie können nicht mehr losgelöst von der Steuerung und der Flexibilität des Energieeinsatzes – also der Frage: Wie viel Energie wird wann wo benötigt? – betrachtet werden.“ Hüneburg betont die zusätzlichen Chancen, die sich hier insbesondere auch durch die Digitalisierung ergeben: „Die gewonnenen Daten und Informationen, die durch die Digitalisierung der Energiewirtschaft gewonnen werden, ermöglichen es, die technologischen Lösungen effizienter zu nutzen und die Flexibilitätspotenziale für ein kostengünstiges Gesamtsystem endlich rentabel zu gestalten.“

Dabei verfolgt die Elektroindustrie auch ganze neue Ansätze. Dafür steht auch das ambitionierte Forschungsprojekt DC-Industrie, bei dem ausgelotet wird, inwieweit eine Stromversorgung industrieller Anlagen über ein smartes, offenes Gleichstromnetz neu zu gestalten und wie die industrielle Energieversorgungsarchitektur zu digitalisieren ist. Wie die Gleichstrom-Technologie im Einzelnen funktionieren soll, wird in Halle 12 im Rahmen der Integrated Energy auf dem Gemeinschaftsstand Digital Energy der beteiligten Firmen und Forschungsinstitute für alle Besucher zu sehen sein.

Auch Schweden, das als Partnerland der Hannover Messe 2019 mit vielen Unternehmen einen starken Akzent setzen wird, greift den Wandel in der Energiewirtschaft auf. Für die Schweden sind Flexibilisierung und Digitalisierung die Schlüssel zur Umstellung des Energiesystems auf 100 % erneuerbare Energie. Für die Energieversorgung der Zukunft sind Intelligente Netze unverzichtbar. Auch zur Steigerung der Energieeffizienz muss das Potenzial digitaler Lösungen sowohl in der Industrie als auch im Gebäudebereich voll ausgeschöpft werden. Dies gilt nicht weniger für den Transportsektor und das Thema Speicherung. „Im Gegenteil, eine zunehmende Elektrifizierung der Gesellschaft wird ohne digitale Lösungen ausgebremst“, meint Dr. Verena Adamheit, die in der Deutsch-Schwedischen Handelskammer als Projektleiterin für die Präsenz der Schweden auf der Hannover Messe zuständig ist. Adamheit betont die „starke Tradition der Schweden im IT-Bereich, unter anderem mit Ericsson, die die Grundlagen für eine frühe Digitalisierung schufen.“ Zudem habe Schweden sehr früh mit dem Ausbau der Breitbandinfrastruktur angefangen und treibe die Entwicklung mit einer ambitionierten Digitalisierungsstrategie weiter voran.

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Grundsätzlich existiert in Schweden ein sehr positives Innovationsklima, die Schweden investieren stark in Forschung, sind technikaffin und begeistern sich leicht für technische Innovationen und digitale Lösungen. Dies alles hat dem schwedischen „Tech-Wunder“ à la Skype, Spotify, Klarna und I-Zettle den Weg bereitet. Und in manchen Segmenten ist man ganz weit vorne: So ist der Roll Out des Smart Metering im skandinavischen Land bereits abgeschlossen, was die rasche Weiterentwicklung von Smart-home-Applikationen, intelligenter Netzüberwachung und E-Mobilität zugute kommt. Die Schweden, so versichert Adamheit, werden auf der Hannover Messe 2019 auf jeden Fall interessante neue digitale Geschäftsmodelle präsentieren.

Future of Work in Industry: Der Mensch im Mittelpunkt der digitalisierten Arbeitswelt

Das Leitthema „Industrial Intelligence“ meint auch die digitale Vernetzung von Menschen und Maschinen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Am Messemittwoch, 3. April, kommen daher auf der neuen Konferenz „Future of Work in Industry" rund 300 Experten, Vordenker und Führungskräfte der Industrie zusammen, um über die Auswirkungen der Digitalisierung auf Qualifikation und Organisation der Arbeit zu diskutieren. Einen Tag später startet der etablierte Frauenkongress Womenpower mit einem spannenden Programm rund um Karrierefragen, Erfolgsstrategien und innovative Arbeitsformen.

Richard David Precht hält Eröffnungs-Keynote

Zum Auftakt der Veranstaltung hält der Philosoph und Publizist Richard David Precht eine Keynote zum Thema „Die Digitale Revolution: Wir dekorieren auf der Titanic die Liegestühle um". Er beleuchtet, ob das mit der Digitalisierung einhergehende Ende der Leistungsgesellschaft, wie wir sie kennen, überhaupt ein Verlust ist. Für ihn bedeutet die Digitalisierung vor allem die Chance, in Zukunft erfüllter und selbstbestimmter zu leben. Zugleich mahnt er, dass dafür jetzt die Weichen gestellt und unser Gesellschaftssystem konsequent verändert werden müssen.

Diese Gedanken greift die Konferenz mit den drei Themensträngen Leadership, Skills und Tools auf. In Keynotes, Deep Dive Panels, Podiumsdiskussionen und Best-Case-Präsentationen vermitteln namhafte Sprecher wie Janina Kugel, Arbeitsdirektorin und Vorstandsmitglied Siemens, Kai Anderson, Partner bei Promerit, und Christiane Benner, zweite Vorsitzende der IG Metall, welche Kompetenzen und Fähigkeiten Unternehmen sowie Belegschaft zukunftssicher aufstellen.

Let´s get loud – Women in Industry

Frauen sind in den Führungskreisen der Industrien noch immer unterrepräsentiert. Deshalb stehen sie während der WomenPower am 4. und 5. April im Mittelpunkt auf der weltgrößten Industriemesse. Unter dem Motto „Let´s get loud - Women in Industry! Empower. Create. Succeed“ kommen rund 1 400 Frauen auf dem führenden Karrierekongress zusammen, um gemeinsam in mehr als 40 praxisnahen Workshops und Best Cases aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der gegenwärtigen und zukünftigen Arbeitswelt in ihrem Sinne mitzugestalten. Zu den Top-Referentinnen gehören unter anderem Marion Rövekamp, Vorständin Personal & Recht bei der EWE, Hanna Hennig, CIO von Osram, und Maria Ferraro, CFO der Digital Factory von Siemens.

Neu: Industrial Pioneers Summit geht an den Start

Digitalisierung, Vernetzung und Künstliche Intelligenz sind heute in nahezu allen Branchen die Treiber des wirtschaftlichen Aufschwungs. Immer mehr Firmen nutzen die Vorteile modernster Anwendungen, um ihre Prozesse zu optimieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern. Querschnittstechnologien wie Künstliche Intelligenz werfen aber auch große gesellschaftliche Fragestellungen auf. In diesem Kontext sind Industrie und Politik partnerschaftlich gefragt, den industriellen Wandel zu gestalten. Einen Blick in die Zukunft ermöglicht der neue Industrial Pioneers Summit.

Wie geht es weiter? Was kommt nach Industrie 4.0? Welche Herausforderungen gilt es zu bewältigen und wo liegen die Chancen und Risiken des industriellen Wandels? Der Industrial Pioneers Summit widmet sich genau diesen Fragen. Am Messe-Dienstag, 2. April (12:30–18:00 Uhr, Convention Center, Saal 2) diskutieren Vordenker und Visionäre aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft über die intelligente Fabrik von morgen. Dabei geht es in erster Linie um innovative Entwicklungen sowie die daraus resultierenden Veränderungsprozesse. Themen wie Augmented Reality, der neue Netzstandard 5G oder innovative Transportlösungen, etwa durch den Einsatz von Hyperloop-Technologien, stehen im Fokus.

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Geländeplan

Anm. d. Red.: Um Sie auf dem aktuellen Stand zur Hannover Messe 2019 zu halten, werden wir diese Meldung regelmäßig aktualisieren.

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