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Prüfung Aus drei mach eins

| Redakteur: Robert Weber

In der Vergangenheit schleppten Inbetriebsetzungsingenieure bis zu drei Geräte mit zum Kunden. Erich Wollny von Siemens hat eine andere Lösung. Seit einiger Zeit nutzt er das Multifunktionsprüfsystem Sverker 900. Doch auch an dem System könnte er was verbessern.

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Erich Wollny kümmert sich um die Erstinbetriebsetzung von Neuanlagen bei EVU und Industriekunden und diversen Stadtwerken.
Erich Wollny kümmert sich um die Erstinbetriebsetzung von Neuanlagen bei EVU und Industriekunden und diversen Stadtwerken.
(Bild: Siemens)

Der Arbeitstag von Erich Wollny startet meist früh. Kurz vor 6:00 Uhr öffnet der Inbetriebsetzungsingenieur für Schaltanlagen und Schutzrelais sein Auto, verstaut Werkzeuge, Brotzeit und reist zum Kunden, der schon auf den Experten wartet. Der Siemens-Mitarbeiter kümmert sich um die Erstinbetriebsetzung von Neuanlagen bei EVU und Industriekunden und diversen Stadtwerken. Er prüft und stellt Schutzrelais ein, sucht Fehler in Schaltanlagen, überprüft Schutzeinstellungen, vollzieht Wiederholungsprüfungen an Schutzrelais, kümmert sich um die Inbetriebnahme nach Umbauten und berät Kunden bei der Auswahl von Schutzrelais für bestehende Anlagen. Ein Großteil der Inbetriebsetzungseinsätze dauert einen oder wenige Tage, dann reist Wolly weiter. Der Ingenieur hat viel zu tun. Seit einiger Zeit begleitet ihn ein neuer Helfer, den er nach eigenen Aussagen täglich einsetzt: Das Multifunktionsprüfsystem Sverker 900 von Megger.

Verbesserungsvorschläge vom Anwender

Zum Prüfen von Schutzrelais wird je nach Umfang ein ein- oder mehrphasiger Strom sowie eine ein- oder mehrphasige Spannung benötigt. Darüber hinaus muss der Winkel zwischen Strom und Spannung regelbar sein, erklärt der Profi. Die Strom- und Spannungswandler müssen auf Übersetzung und korrekte Verdrahtung geprüft werden. Dies erfolgt mit einer Primär- oder Sekundärprüfeinrichtung, dem Sverker 900 eben. Bislang erfolgten die Primärprüfungen mit einem einphasigen Stromkoffer, blickt Wollny zurück. Die Richtung der Stromwandler musste über zusätzliche Messungen ermittelt werden, erinnert er sich. Mit dem Sverker 900 kann die Primärprüfung in vielen Anlagen dreiphasig erfolgen und es muss keine zusätzliche Richtungsmessung erfolgen. Die Primärprüfung der Spannungswandler konnte bislang mit 300 V einphasig erfolgen, jetzt mit 900 V (höhere Anzeige) und zusätzlich mit 300 V dreiphasig, wodurch die komplette Überprüfung der Spannungswandlerverdrahtung möglich ist. Für Sekundärprüfungen benutzten die Techniker Prüfmittel für deren Betrieb bisher ein PC notwendig war, geränzt Wollny. Beim Sverker ist das nicht mehr notwendig. Das erleichtert die Arbeit, denn mit dem neuen System hat der Ingenieur weniger Zeitaufwand, denn er braucht nur ein Gerät für die Primär und Sekundärprüfungen. Der praktische Vorteil: In der Vergangenheit schleppte Wollny zwei Geräte und einen PC aus seinem Auto mit zum Kunden, heute nur noch den Sverker 900. Aber warum das Megger-Produkt? Der Inbetriesetzer ließ sich im Vorfeld seiner Entscheidung das System vor Ort vorstellen und testete es ausgiebig. .Die Stärken sind aus seiner Sicht:

Bildergalerie
  • 900 V AC
  • Vier Spannungsausgänge
  • Einstellung der Werte sowohl digital über Eingabe, als auch analog über Drehschalter
  • Bedienung ohne PC
  • Einfachste Bedienung
  • Selbsterklärende Menüführung (kurzes Probieren genügt)
  • Geringes Gewicht

Doch der Anwender hat auch Verbesserungsvorschläge. Wollny wünscht sich für seinen Arbeitsalltag eine höhere Leistung im Spannungsausgang und im Stromausgang. Gleichzeitig sieht er eine Schwäche: Das System schaltet den kompletten Prüfvorgang bei offenem Stromkreis in einer Phase ab. Die Konsequenz ist, dass der Bediener das System neu starten muss. Der Wunsch an Megger: Beim Schließen des Stromkreises sollte das System wieder starten bzw. die übrigen Phasen in Betrieb bleiben.

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