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Siemens-Technik Automatisierter Trainer hält Pferde auf Trab

Redakteur: Sariana Kunze

Für ein gezieltes Bewegungstraining von Pferden fertigt die Firma Sascotec Pferde-Laufbänder. Um die sogenannten Horsetrainer auch als Pay-per-Use-Variante vermarkten zu können, setzt das Unternehmen für die Kommunikation, die drahtlose Datenübermittlung und die Antriebssteuerung auf Lösungen von Siemens.

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In Bewegung bleiben: Siemens-Technik kommt in Pferde-Laufbändern zum Einsatz.
In Bewegung bleiben: Siemens-Technik kommt in Pferde-Laufbändern zum Einsatz.
(Bild: Sascotec)

Als Lauftier wollen und müssen Pferde bewegt werden. Für eine artgerechte Haltung ist es daher notwendig, dass die Tiere genügend Auslauf haben. Jedoch finden die Besitzer nicht immer die Zeit dem Bewegungsdrang, Trainings- oder Therapieplan nachzukommen. Deshalb gibt es nicht nur für den Menschen Laufbänder, sondern auch für das Pferd. Die sogenannten Horsetrainer von Sascotec ermöglichen eine gezielte Bewegung. „Viele Ställe haben heute einfach nicht mehr genügend Platz, um den Pferden genügend Auslauf zu ermöglichen. Bei wertvollen Turnierpferden besteht außerdem die Gefahr, dass sie sich im Gelände verletzen und für Wettbewerbe nicht mehr zu gebrauchen sind“, erklärt Oliver Sandmann, CEO von Sascotec. Mit dem Horsetrainer können Pferde – beispielsweise auch zum Wiederaufbau nach einer Verletzung unter kontrollierten Bedingungen und ohne, dass ein Mensch sie führen oder reiten muss, bewegt werden. Die Nutzung der Geräte ist mittels Pay-per-Use-Konzept möglich, weshalb Sascotec für ein verbrauchsgerechtes abrechnen, erfassen der Betriebsstunden und definieren der Wartungsintervalle auf die Programmiersoftware Logo! Sofort Comfort von Siemens setzt.

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Intelligentes Logikmodul macht Pay-per-Use möglich

„Der Kunde mietet den Horsetrainer einschließlich 100 Stunden Nutzung. Die tatsächliche Laufzeit wird erfasst und am Monatsende abgerechnet. Außerdem hat der Stall die Möglichkeit, selbst Umsatz zu generieren und den Horsetrainer wiederum an seine Kunden weiter zu vermieten. Die loggen sich dann einfach über das Smartphone bei uns ein, und der Trainer wird für die gebuchte Zeit freigeschaltet“, erklärt Sandmann das Konzept. Die dafür nötige digitale Antriebssteuerung und die drahtlose Kommunikation erfolgen über die Kombination aus Logo!-Steuerung und GPS-Modul CMR 2020. Darüber kann Sascotec jede einzelne Maschine lokal orten und per SMS fernsteuern sowie zudem Parameter wie zum Beispiel Betriebsstunden abrufen. Auch die gezielte Wartung des Laufbandes ist damit möglich. Das intelligente Logikmodul steuert auch den Antrieb des Horsetrainers über einen Sinamics Frequenzumrichter G120, wobei eine spezielle Sicherheitsfunktion dafür sorgt, dass das Laufband sich abschaltet, sollte das Pferd etwa stolpern oder aus anderen Gründen nicht mehr innerhalb der vorgesehenen Bewegungsparameter laufen.

Aquatrainer für Pferde im TIA-Portal engineert

Sandmann arbeitet bereits an einer Weiterführung des Konzeptes – dem Aquatrainer, der einfach ausgedrückt ein Laufband in einem mit Wasser gefüllten Becken ist und beispielsweise zum schonenden Muskel- und Bänderaufbau nach Gelenksverletzungen zum Einsatz kommt. Die Steuerung übernimmt hier ein Basic Controller Simatic S7-1200, die Bedienung erfolgt über ein KTP700 Basic DP Bedienpanel und angetrieben wird das Band ebenfalls von einem Sinamics G120. Alle Komponenten kommunizieren über Profinet und werden im TIA (Totally Integrated Automation) Portal engineert. Das nächste Projekt Sandmanns wird dann eine fahrbare Variante des Horsetrainers sein und eine, die in der Lage ist, die Muskelkraft des Pferdes in elektrische Energie umzuwandeln.

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