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Recycling Bevor die Schrottpresse kommt: Wie ABB Robotern ein zweites Leben schenkt

Redakteur: Sariana Kunze

Was passiert eigentlich mit alten, ausgemusterten Robotern? Werden sie einfach verschrottet? Nicht unbedingt. Das Technologieunternehmen ABB hat es sich zur Aufgabe gemacht, gebrauchte Roboter zu recyceln und wiederaufzubereiten.

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ABB bereitet Robotersysteme, Manipulatoren und Steuerungen wieder auf und führt sie so einem zweiten Leben zu.
ABB bereitet Robotersysteme, Manipulatoren und Steuerungen wieder auf und führt sie so einem zweiten Leben zu.
(Bild: ABB)

Nachhaltigkeit ruft dazu auf, alte Muster, Gewohnheiten und Gewissheiten zu hinterfragen und sich auf Neues, Unbekanntes einzulassen. Dafür Sorge zu tragen, den Planeten Erde zu erhalten und nicht zu zerstören. Nicht erst seit der Protestbewegung für mehr Klimaschutz Fridays for Future hat das Thema mehr an Gewicht gewonnen. Beispielsweise geht es in der industriellen Fertigung dabei neben einem durchdachten Umgang mit Ressourcen auch um Kostenersparnisse.

Im Zusammenhang mit dem Thema Nachhaltigkeit stellt sich also die Frage: Ist es sinnvoll alte, ausgediente Roboter zu verschrotten? Oder gibt es noch eine andere Lösung als die Schrottpresse sowie eine Neuanschaffung? Das Technologieunternehmen ABB ist der Meinung, dass recycelte und wiederaufbereitete Roboter durchaus weltweit zu umweltfreundlicheren Produktionsstätten beitragen könnten. Schließlich hat der Anbieter von Robotern und Maschinenautomation über 400.000 Roboterlösungen installiert.

Recycelte Roboter werden auf Herz und Nieren geprüft

Deshalb bietet das Unternehmen seinen Bestandskunden einen Rückkauf-Service für inaktive oder ältere ABB-Roboter an, anstatt sie zu verschrotten oder ungenutzt in Produktionshallen stehen zu lassen. Denn ABB hat bereits in den letzten 25 Jahren tausende Roboter von seinen Experten überholen und modernisieren lassen. Durch die Wiederaufbereitung wird den Robotern ein zweites Leben geschenkt. Neben den Robotersystemen werden auch einzelne Komponenten wie Steuerungen und Manipulatoren in einem der ABB Reparatur-und Wiederaufbereitungszentren wiederaufbereitet. Die recycelten Roboter durchlaufen strenge Prüfungen, einschließlich einer detaillierten Inspektion und eines mindestens 16-stündigen Funktionstests. Jeder generalüberholte Roboter wird im Anschluss mit einer zweijährigen Garantie versehen.

Dank Software können recycelte Roboter mit Bediener zusammenarbeiten

Die Second-Life-Roboter bereitet ABB unter Verwendung der Original-Konstruktionspläne, Spezifikationen und -Maßangaben neu auf. Dadurch soll laut dem Hersteller das gleiche Qualitäts-, Leistungs-, Haltbarkeits- und Sicherheitsniveau wie bei einem neuen Roboter gewährleistet werden. Jan Borsky, Vertriebsleiter der globalen Reparatur-und Wiederaufbereitungszentren von ABB, beschreibt die aktuelle Situation so: „Wir haben ständig mehr als 400 gebrauchte und generalüberholte Roboter in verschiedenen Ausführungen auf Lager. Die Nachfrage nach wiederaufbereiteten Robotern ist derzeit so groß, dass jeden Arbeitstag mehr als ein Roboter unser Werk im tschechischen Ostrava verlässt.“

Mit der Wiederaufbereitung gebrauchter ABB-Roboter möchte das Technologieunternehmen mehr Nachhaltigkeit in Produktionen bringen.
Mit der Wiederaufbereitung gebrauchter ABB-Roboter möchte das Technologieunternehmen mehr Nachhaltigkeit in Produktionen bringen.
(Bild: ABB)

Dabei kann jeder generalüberholte Roboter auch auf die aktuellste Steuerungsversion aufgerüstet werden. So können neue Funktionalitäten wie zum Beispiel ABB Ability Connected Services oder die neueste Version von Robotstudio, der Simulations- und Offline-Programmiersoftware von ABB, genutzt werden. Durch die Safemove-Software von ABB können Anwender Roboter in die Lage versetzen, an der Seite des Bedieners zu arbeiten, ohne dass umfangreiche Schutzvorrichtungen erforderlich sind. Dies reduziert sowohl die Kosten für eine Installation als auch den Platzbedarf und ist somit gut für Standorte, an denen wenig Platz zur Verfügung steht, geeignet. „Kunden auf der ganzen Welt profitieren davon, alten Robotern ein neues Leben einzuhauchen. Die Aufrüstung ihrer Roboter mit den neuesten Technologien hat dazu beigetragen, Flexibilität und Produktivität zu steigern und durch die Verlängerung der Lebensdauer ihrer Roboter deren Kapitalrendite zu maximieren“, fügt Jan Borsky hinzu. „Wir haben auch dabei unterstützt, zusätzliche Roboter zu bestehenden Produktionslinien hinzuzufügen. Wenn Kunden feststellen mussten, dass das benötigte spezielle Modell eingestellt worden war, beschafften und installierten wir ein wiederaufgearbeitetes Modell, sodass das Unternehmen weiterhin von langfristigen Effizienzsteigerungen bei Wartung, Ersatzteilen und Mitarbeiterschulung profitieren konnte“, beschreibt Borsky. Das weltweite Netz der ABB-Standorte für die Wiederaufbereitung umfasst Zentren in Ostrava in der Tschechischen Republik, Auburn Hills in Michigan und Shanghai in China sowie lokale Wiederaufbereitungs-Servicezentren in Brasilien, Mexiko, Vietnam und Deutschland.

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