Akku-Technik BMW und Solarwatt bauen gemeinsam Energiespeicher

Redakteur: Hendrik Härter

Die BMW Group beliefert Solarwatt mit Batteriekomponenten, die auch in Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen. Der Speicher wird komplett von Solarwatt in Deutschland entwickelt und gefertigt.

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Energiespeicher: Der Heimspeicher „Battery flex” ist modular und in Bezug auf die Kapazität ab 4,8 kWh flexibel einsetzbar bis zu einer Größe von mehr als 240 kWh.
Energiespeicher: Der Heimspeicher „Battery flex” ist modular und in Bezug auf die Kapazität ab 4,8 kWh flexibel einsetzbar bis zu einer Größe von mehr als 240 kWh.
(Bild: J. Konrad Schmidt (BFF Professional))

Die Dresdner Solarmodul-Hersteller Solarstrom glauben an ein Wiedererstarken des Solarstandortes Deutschland: So hatte Geschäftsführer Detlef Neuhaus in einem Interview die Lage eingeschätzt. Die Zahlen sprechen für Solarwatt: Aktuell arbeiten am Standort in Dresden 500 Mitarbeiter. Ihre Zahl soll bis 2025 auf 1.000 steigen. Doch nicht nur die Glas-Glas-Photovoltaikmodule kommen aus Deutschland. Auch die Energiespeicher. Hier sieht Solarwatt einen besonderen Weg: Sektrorenkopplung. Dahinter verbirgt sich die Erweiterung der Photovoltaik-Module um Energiespeicher, Wärmepumpe und schließlich der Elektromobilität.

Das Stichwort Elektromobilität führt zu einem neuen Produkt, das Solarwatt in Kooperation mit BMW entwickelt hat: „Battery flex“. Das modulare einphasige System enthält Lithium-Ionen-Zellen, die BMW in seinen Mini Cooper SE und weiteren Plug-in-Hybriden verbaut. Die Batteriemodule werden in enger Zusammenarbeit zwischen Solarwatt und BMW gefertigt. Der Speicher wird vollständig von Solarwatt in Deutschland entwickelt und umweltschonend produziert. Das hocheffiziente Batterie-Management-System, das zu jeder Zeit einen sicheren Betrieb des Speichers ermöglicht, hat Dr. Olaf Wollersheim gemeinsam mit seinem Team bei Solarwatt Innovation entwickelt.

Ein Blick auf die Lieferketten

Bei der Entwicklung der Batteriemodule für die Elektrofahrzeuge achtet der Autobauer nicht nur auf die Energiedichte und Effizienz, sondern auch auf die Nachhaltigkeit. So legt BMW großen Wert darauf, dass bei der Lieferkette alle Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden. Hauptanteilseigner von Solarwatt ist Stefan Quandt, der ebenfalls die sozialen Lieferketten als „sozial und anständig“ bezeichnet. Anzumerken ist, dass Quandt zudem Großaktionär bei BMW ist. Allerdings hatte das keinen Einfluss auf die Kooperation zwischen Solarwatt mit der BMW Group.

Energiespeicher ist modular

Der Heimspeicher „Battery flex“ ist modular aufgebaut und in Bezug auf die Kapazität ab 4,8 kWh flexibel einsetzbar bis zu einer Größe von mehr als 240 kWh. Somit lässt sich der Speicher an die bestehende Photovoltaik-Anlage anpassen. Zudem kann der Speicher in den Gleichstrom- (DC) und Wechselstrom-Kreislauf (AC) eingebunden werden und eignet sich so auch für die Nachrüstung in jede Bestandsanlage. Die Einzelkomponenten des Speichersystems wiegen nicht mehr als 25 kg.

Der Strombedarf im Eigenheim ist typischerweise in den Morgen- und Abendstunden besonders hoch. Mit einem Batteriespeicher kann der selbst erzeugte Solarstrom dann genutzt werden, wenn er auch benötigt wird. So steigt die Eigenverbrauchsquote auf bis zu 80 Prozent, was die Energiekosten im Haushalt und damit den CO2-Ausstoß besonders deutlich reduziert. Besonders effizient ist der Einsatz des Batteriespeichers zusammen mit dem Solarwatt „Manager flex“. Das Energiemanagement-System steuert und optimiert die Energieflüsse im Haushalt und sorgt so dafür, dass möglichst viel Solarstrom im eigenen Haushalt verbraucht wird. So kann der Zukauf von Netzstrom verringert und die Energiekosten noch weiter gesenkt werden. Auch das intelligente Laden eines Elektrofahrzeugs übernimmt der Energiemanager.

Langjährige Partnerschaft

Die Partnerschaft zwischen Solarwatt und der BMW Group existiert bereits seit April 2013. Im Rahmen der Zusammenarbeit ging es zunächst um die Vermittlung von Photovoltaik-Komplettlösungen für Dachanlagen und Carports an Kunden von BMW i. Die Entwicklung des neuen Stromspeichers ist jetzt der nächste Schritt. Gemeinsames Ziel ist es, weitere kundenzentrierte und nachhaltige Lösungen zu entwickeln, dass die Bereiche Photovoltaik und Elektromobilität zusammenwachsen und die dazu beitragen, den CO2-Ausstoß zu senken. Denn nur wenn möglichst viele Elektroautos mit regenerativem Strom, wie Solarstrom geladen werden, ergibt der Wandel hin zur Elektromobilität ökologisch und ökonomisch überhaupt Sinn. Vor allem mit Blick auf die künftige Entwicklung der Elektromobilität: Bis 2030 sollen 10 Mio. Fahrzeuge in Deutschland auf den Markt kommen.

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